Stadtgemeinde Oberwart
Neuer Bildungscampus nach Plänen von Franz&Sue

StR Christian Benedek, Bgm. 2. LT-Präs. Georg Rosner, VS-Direktorin Roswitha Imre, Architekt Robert Diem und StR Ewald Hasler mit dem Modell des neuen Bildungscampus
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  • StR Christian Benedek, Bgm. 2. LT-Präs. Georg Rosner, VS-Direktorin Roswitha Imre, Architekt Robert Diem und StR Ewald Hasler mit dem Modell des neuen Bildungscampus
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Der Architekturwettbewerb für den neuen Bildungscampus in Oberwart ist abgeschlossen. Zum Zug kam das Unternehmen Franz und Sue ZT Gmbh aus Wien.

OBERWART. In den kommenden Jahren wird auf dem Areal bei der Europäischen Mittelschule ein Bildungscampus entstehen. In zwei Baustufen soll die Errichtung einer Volksschule samt Räumlichkeiten für Musikschule und Musikverein (Baustufe 1) sowie die Errichtung eines Kindergartens mit zehn Gruppenräumen samt Außenanlagen für alle Betreuungs- und Bildungseinrichtungen (Baustufe 2) erfolgen.

Wettbewerb mit mehr als 60 Projekten

Die Stadtgemeinde Oberwart hat im Jänner 2021 einen europaweiten Wettbewerb ausgeschrieben, um einen Planer für das Großprojekt zu finden. 66 Projekte wurden eingereicht. Eine neunköpfige Jury hat in einer zweitägigen Marathon-Sitzung den Sieger gekürt. Das ausgewählte Projekt von „Franz und Sue ZT GmbH“ aus Wien setzt neue Standards im Schulbau. Nähere Details finden sich in der beigefügten Beschreibung des Projektes.
Bürgermeister 2. LT-Präs. Georg Rosner spricht von einer zukunftsweisenden Entscheidung für die Stadt, die die Zukunft und Entwicklung des Bildungsstandortes positiv beeinflussen wird: „Wir errichten einen Campus, auf dem drei- bis 14-Jährige Kinder betreut und unterrichtet werden. Das Areal rund um die Europäische Mittelschule wird zu einem Zentrum für Lernen, Freizeit und Begegnung und wird das Stadtbild der kommenden Jahrzehnte nachhaltig prägen. Daher war es uns sehr wichtig, auf alle Details zu achten und das beste Projekt zum Wohle unserer Kinder und unseres Bildungsstandortes auszuwählen. Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit waren ebenso zentrale Themen, wie die Architektur und das Erscheinungsbild in der ländlich geprägten Umgebung. Es freut mich, dass bei der Auswahl des Siegerprojektes Einstimmigkeit herrschte. Gemeinsam können wir die Zukunft der Stadt erfolgreich gestalten und in den Standort Oberwart investieren.“

Der Bildungscampus soll mehrere Bereiche miteinander verbinden.
  • Der Bildungscampus soll mehrere Bereiche miteinander verbinden.
  • Foto: Franz&Sue
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Einstimmige Auswahl

SPÖ-Fraktionsvorsitzender Stadtrat Ewald Hasler war Teil der Jury und erklärt zur Entscheidung für dieses Projekt: „Kinder verbringen immer mehr Zeit in Betreuungseinrichtungen. Ganztägige Betreuung wird auch bei uns bald der Standard und nicht mehr die Ausnahme sein. Architektur kann entscheidend dazu beitragen, dass sich die Kinder in ihrer Umgebung wohlfühlen. Raumgestaltung, Farbwahl, aber auch die Möglichkeit von Begegnungs- und Rückzugsorten wirken sich direkt auf die Psyche der Lernenden und Lehrenden aus. Wenn Schulen und Kindergärten die Kinder in ihren Bewegungsmöglichkeiten einschränken, so verarmt auch das Sozialverhalten der Kinder. Wenn wir ihnen nicht ermöglichen, ihre Umgebung mit allen Sinnen zu erfahren (Materialien, Formen und Farben), dann werden sie auch später die Welt nicht begreifen. Das einstimmig ausgewählte Architekturprojekt hat viele unsere Vorgaben zu unserer Zufriedenheit umgesetzt. Ich hoffe, dass wir mit der Wahl des Siegerprojektes unseren jungen Oberwartern und St. Martinern - aber auch den Pädagogen - die Möglichkeit geben werden, die Schule als Ort des Glücksempfindens wahrzunehmen, dadurch besser und leichter zu lernen und zu lehren und sich in ihrem Alltag fern von daheim wohlzufühlen!“
Stadtrat Christian Benedek von der FPÖ war ebenfalls in der Jury für den Bildungscampus vertreten: „Wir, die FPÖ Fraktion, freuen uns, parteiübergreifend gemeinsam mit einer Fachjury, die wie wir glauben, beste Lösung aus einer großen Auswahl an Einreichungen für unsere Gemeinde getroffen zu haben. Ein zukunftsweisendes Projekt, das natürlich jetzt weitere Schritte erfordert sowie einer gesicherten Finanzierung bedarf, um alle geplanten Projekte zu verwirklichen.“
Im Frühling 2022 soll mit den vorbereitenden Maßnahmen für die erste Baustufe
begonnen werden.

Die Summe der einzelnen Teile

Morgens lernen die Kinder in der Volksschule Rechnen, nachmittags in der Musikschule Klavierspielen. Und abends treffen sich die Vereinsmitglieder der Stadtkapelle zum Musizieren. Neben dem Pinkaufer in Oberwart entsteht ein Bildungscampus, der neue Maßstäbe setzt: In dem Neubau werden zukünftig Kinder die Volks- und Musikschule besuchen und die Stadtbewohner ein neues Zuhause für den Musikverein finden. So entsteht ein neuer Ort für die ganze Gemeinde – ein Ort der Gemeinschaft, der von früh bis spät belebt ist.

Gemeinsame Mitte

Kernstück des Neubaus, der sich nach zwei Seiten orientiert, ist die Aula. Diese bildet im Erdgeschoß den zentralen Baustein zwischen Volks- und Musikschule. Durch die großzügigen Sitzstufen eignet sich der offene Raum auch für Veranstaltungen – schulischer oder musikalischer Natur.
Die gemeinsame Mitte setzt sich in den oberen Geschoßen fort und dient auch dort als zentrale Kommunikations- und Erschließungszone. Eine Glaswand mit Regalelementen grenzt die Aula von der zweigeschoßigen Bibliothek ab, die aufgrund ihrer Raumhöhe ein besonderes Erlebnis bietet. Auf weiteren Sitzstufen können die SchülerInnen lesen und haben dabei durch die Fensterfronten freien Blick auf den Vorplatz. „Wenn sich die Volksschule nachmittags lichtet, aktivieren die Räumlichkeiten der Musikschule und des Musikvereins das Erdgeschoß. So entsteht ein Bildungszentrum, das den ganzen Tag über belebt und beleuchtet ist“, so Robert Diem, Franz&Sue-Partner.

Den Klassen ein Cluster

Insgesamt fünf Cluster in den oberen beiden Stockwerken strukturieren die Volksschule. Jedes Cluster ist in unterschiedliche Bereiche geteilt, wobei diese durch teils transparente Wände geteilt sind, um Sichtbeziehungen zwischen den Bereichen herzustellen. Ein Cluster beherbergt etwa Klassenräume, einen Differenzierungsraum für ruhiges Lernen, einen Marktplatz und eine großzügige Loggia.
Hier können die Schüler ihre Pausen genießen oder dem Unterricht im Freien lauschen. Durchgängiger Parkettboden sorgt zudem für eine wohnliche Atmosphäre. Ein weiterer Vorteil der Clusterlösung: Sollte die Schule zu klein werden, kann das zweite Obergeschoß einfach um ein Cluster erweitert werden.

Formales Ganzes

„Es entsteht ein formales Ganzes, welches sowohl im Außenraum, im Zugang und in der Nutzung im Innenraum eine kindgerechte Architektur verwirklicht. Raumhohe Fenster und eine vertikale Gliederung der Fassade, die durch sichtbare Bänder unterbrochen wird, prägen das äußere Erscheinungsbild des Bildungszentrums. Die zurückspringende Fassade ermöglicht einen geschützten Haupteingangsbereich, von dem aus die Gartenseite und die Aula mit Sitzstufen sichtbar sind. Die Stahlbeton-Tragkonstruktion, deren Außenwände mit Holz verkleidet sind, kombinieren Wirtschaftlichkeit mit ökologischer Nachhaltigkeit; die begrünten Dächer dienen als Zwischenspeicher für Regenwasser", so Diem.

Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit

„Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit waren ebenso zentrale Themen, wie die Architektur und das Erscheinungsbild in der ländlich geprägten Umgebung. Es freut mich, dass bei der Auswahl des Siegerprojektes Einstimmigkeit herrschte“, fasst Rosner zusammen.

Über Franz&Sue

Franz&Sue zählt zu den erfolgreichsten und innovativsten Architekturbüros Österreichs, mehr als 90 Personen arbeiten an Projekten im Bildungsbereich, an öffentlichen Bauten und Wohnbauprojekten. Die Architektur von Franz&Sue ist klar, reduziert und hochwertig, wichtig ist dem Wettbewerbsbüro vor allem der Dialog auf Augenhöhe.

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