RE.F.U.G.I.U.S.
Virtuelles Gedenken statt Gedenkfeiern

Die jährliche Gedenkfeier beim Kreuzstadl wurde heuer ebenso abgesagt. Das Gedenken findet heuer online statt.
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  • Die jährliche Gedenkfeier beim Kreuzstadl wurde heuer ebenso abgesagt. Das Gedenken findet heuer online statt.
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Auch die Gedenkfeier beim Kreuzstadl Rechnitz und weitere Veranstaltungen von RE.F.U.G.I.U.S. in Oberwart wurden abgesagt.

RECHNITZ. Das Massaker von Rechnitz jährt sich heuer zum 75. Mal. Aufgrund der Corona-Krise konnte die Gedenkveranstaltung nicht abgehalten werden. "Am 29.3.2020 würden wir die jährliche Gedenkfeier beim Kreuzstadl in Rechnitz am 75. Jahrestag an eines der schlimmsten Kriegsverbrechen auf österreichischem Boden, mit einer Gedenkfeier erinnern. Aus dem Burgenland, aus Ungarn, aus Wien und darüber hinaus würden davon Betroffene, betroffen Gemachte teilnehmen. Die herrschende Corona-Krise erzwingt, dass wir dies nicht am Ort, sondern im virtuellen, öffentlichen Raum tun", so RE.F.U.G.I.U.S.-Gründungsvorsitzender Paul Gulda.
"Wie immer, gilt unser erster und ernster Gedanke den 180 Opfern des Massakers, sowie gleichzeitig allen anderen Opfern des Südostwallbaues und ihren bis heute trauernden Angehörigen. Ehre sei ihrem Andenken! Béke hamvaira! Baruch ha-Shem Dayan ha-emet!", so Gulda

Aktuelle Gedanken online

Im Namen von RE.F.U.G.I.U.S. wurde online auf www.refugius.at einige, historische wie aktuelle Gedanken, aus persönlicher Sicht von Gründungsvorsitzenden Paul Gulda zusammengefasst.

„An dem Ort, wo am meisten über die Verbrechen geschwiegen wurde, dort wird, wie durch eine Fügung, bis heute am meisten dessen gedacht und darüber gesprochen.“ (Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Rede beim Kreuzstadl Rechnitz, 2012)

Gedenken wichtig

Auch Landtagspräsidentin Verena Dunst ruft zum Erinnern auf: "Der Kreuzstadl ist ein Mahnmal für nationalsozialistische Grausamkeit auf burgenländischem Boden. Aus diesem Grund ist es mir ein besonderes Anliegen, dass hier gedacht wird und sich an die hier ermordeten Opfer erinnert wird.“
Der wegen seines kreuzförmigen Grundrisses so genannte Kreuzstadl des ehemaligen Meierhofes des Gutes Bátthyány ist heute nur mehr als Ruine erhalten und Symbol für eines der grausamsten Verbrechen während der NS-Zeit. Rund 180 Menschen wurden hier von der SS ermordet und an einem unbekannten Ort verscharrt. Trotz mehrerer Suchaktionen konnte das Massengrab nie gefunden werden.

Mahnmal

Das Mahnmal erinnert nicht nur an die in der Nähe des Kreuzstadls ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter, sondern steht auch stellvertretend für eine überregionale Gedenkkultur.
Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass in vielen größeren und kleineren Orten entlang der Grenze, teils auch auf ungarischem Gebiet, Menschen bei Schanzarbeiten für den Südostwall oder auf den so genannten Todesmärschen ermordet worden sind.

Erinnerungs- und Gedenkarbeit

Der Verein RE.F.U.G.I.U.S. setzt sich für die Erinnerungs- und Gedenkarbeit dieses Massakers ein. Alljährlich wird deshalb am Jahrestag eine Gedenkveranstaltung in Rechnitz abgehalten. Diese muss heuer aufgrund der aktuellen Situation rund um das Corona-Virus abgesagt werden. Landtagspräsidentin Dunst: „Leider kann die alljährliche Gedenkveranstaltung dieses Jahr nicht stattfinden. Es ist trotzdem wichtig, vor allem der Jugend klarzumachen, was passiert, wenn Grundwerte der Demokratie wie Grund- und Freiheitsrechte beschnitten werden und die menschliche Würde mit Füßen getreten wird.“

Die jährliche Gedenkfeier beim Kreuzstadl wurde heuer ebenso abgesagt. Das Gedenken findet heuer online statt.

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