Schandorf
8,5 Millionen Euro für Dreisprachiges Pflegeheim mit 60 Betten

Bgm. Werner Gabriel, LH Hans Peter Doskozil und LR Christian Illedits präsentierten die Pläne für das Dreisprachige Pflegeheim in Schandorf. Bis 2030 ist im Südburgenland noch einiges geplant.
4Bilder
  • Bgm. Werner Gabriel, LH Hans Peter Doskozil und LR Christian Illedits präsentierten die Pläne für das Dreisprachige Pflegeheim in Schandorf. Bis 2030 ist im Südburgenland noch einiges geplant.
  • hochgeladen von Michael Strini

SCHANDORF. Im Rahmen des Konzepts „Zukunftsplan Pflege“ ist eine Sprachbezogene Initiative in der Versorgungsregion Oberwart-Güssing-Jennersdorf geplant. Derzeit gibt es knapp 1.000 Pflegeplätze in der Region.
LH Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Christian Illedits präsentierten Details zum Neubau eines dreisprachigen Altenwohn- und Pflegeheims in Schandorf.

Deutsch - Kroatisch - Ungarisch

Ende März wurde der burgenländische ‚Zukunftsplan Pflege‘ präsentiert. Nun beginnt das Land mit der schrittweisen Umsetzung dieser Maßnahmen. Neben dem Ausbau bestehender Einrichtungen, sollen auch drei neue Altenwohn- und Pflegeheime errichtet werden - eines davon mit 60 Plätzen in Schandorf.
„Die Wahl für den Standort Schandorf ist gefallen, weil wir hier - anders als bei anderen Pflegeheimen - eine Besonderheit realisieren. Wir werden nämlich hier ein dreisprachiges Pflegeheim - Kroatisch, Ungarisch, Deutsch - errichten. Das gibt es in dieser Form, in dieser Ausprägung, in dieser Dreisprachigkeit im Burgenland noch nicht. Damit wird der Vielfalt und den Volksgruppen des Burgenlands auch im Bereich der Altenpflege Rechnung getragen“, so Doskozil.

Dreisprachiges Personal

Daher wird auch das Personal des künftigen Altenwohn- und Pflegeheimes dreisprachig sein. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich ältere Menschen in ihrer Entwicklung wieder an ihre Muttersprache zurückerinnern und sich eigentlich in ihrer Muttersprache unterhalten. Das ist im Burgenland oft Kroatisch und Ungarisch. Deshalb ist es besonders wichtig, auch für Personen aus unseren Volksgruppen der Burgenlandkroaten und der Ungarn, die gerade auch in dieser Region tiefst verwurzelt sind, ein passendes Altenpflegeangebot zu haben“, betonte Illedits.
Dem Konzept der interprofessionellen Wohneinrichtung des Zukunftsplans Pflege folgend, werden dabei auch 12 Plätze des Altenwohn- und Pflegeheimes so ausgestattet sein, dass diese nicht nur zur Pflege und Betreuung pflegebedürftiger alter Menschen, sondern im Bedarfsfall auch für Menschen mit Behinderung genutzt werden können. Das neue Altenwohn- und Pflegeheim soll rund 100 Arbeitsplätze bringen.

Rund 8,5 Millionen Euro

Die Gemeinde stellt das erforderliche Grundstück im Bereich des Sportplatzes zur Verfügung. "Für die 270 Einwohner zählende Gemeinde Schandorf bedeutet das Projekt einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieses künftige Altenwohn- und Pflegeheim ist für Schandorf natürlich ein großer sozialer und auch wirtschaftlicher Erfolg. Es wird aber nicht nur bei den Arbeitsplätzen einen Impuls geben, sondern es werden wahrscheinlich auch die umliegenden Betriebe sehr stark davon profitieren“, freut sich auch Bgm. Werner Gabriel.
Für die Errichtung des Heims werden in etwa 8,5 Millionen Euro investiert. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2020 geplant, die Bauzeit wird rund zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. "Als Bauträger wird die Oberwarter gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft (OSG) fungieren. Voraussichtlicher Betreiber ist der Arbeiter-Samariter-Bund Burgenland", so Illedits. "Die Gemeinde hat dafür ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Errichtet wird es am ehemaligen Tennisplatz und  auch der frühere - nicht mehr genutzte - Sportplatz wird im Projekt integriert", erläutert Gabriel.

Ausbau weiterer Plätze

Im Rahmen des "Zukunftsplans Pflege" wird auch ein Pflegeheim in Olbendorf auf 60 Betten aufgestockt und das Pflegeheim in Rechnitz um 15 stationäre Plätze erweitert.
"Die Planungen für weitere Maßnahmen bis 2030 sind bereits im Gange", so Doskozil. Insgesamt umfasst der ‚Zukunftsplan Pflege‘ 21 Maßnahmen.

Pflegende Angehörige

Doskozil dazu: „Darunter sind zwei, mit denen wir völlig neue Wege gehen. Zum einen ist dies das Anstellungsmodell für Menschen, die Angehörigen betreuen, zum anderen ist das die ‚Gemeinnützigkeit‘ als Grundprinzip. Es wird intensiv an der Umsetzung gearbeitet, den die Themen Pflege und Mindestlohn werden auch die Schwerpunkte unserer Regierungsklausur Mitte Juni sein."
Bis Oktober dieses Jahres sollen dann alle Maßnahmen finalisiert, die erforderliche legistische Basis gelegt und auch die erforderlichen Beschlüsse gefasst sein. "Das war und ist auch ein wesentlicher Grund für die Vorgangsweise bei der Festlegung des Wahltermins 26. Jänner 2020, denn dieser Pflegeplan und die Umsetzung des Mindestlohns darf keiner Wahltaktik geopfert werden“, erklärt der Landeshauptmann.

Pflegeplätze im Bezirk Oberwart

  • Rechnitz: Caritas Haus Elisabeth (96 Betten), Pflegezentrum "Am Schlosspark" (75)
  • Pinkafeld: Haus St. Vinzent (120), Diakoniezentrum (66)
  • Oberwart: Diakoniezentrum (62)
  • Bernstein: Adcura (68)
  • Bad Tatzmannsdorf: Residenz Lichtenwald (21)
  • Großpetersdorf: Pflegekompetenzzentrum (60)

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen