"Grenzbahn" soll 2023 im Bezirk anrollen

LR Helmut Bieler und Verkehrskoordinator Peter Zinggl stellten die mögliche Trassenführung der "Grenzbahn" vor.
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Der Endbericht der Machbarkeitsstudio zur Reaktivierung der Eisenbahnstrecke Friedberg - Oberwart bis nach Szombathely wird am 17. März veröffentlicht.
Bereits im Vorfeld präsentierten LR Helmut Bieler und Verkehrskoordinator Peter Zinggl die wesentlichen Punkte des grenzüberschreitenden Projekts "Grenzbahn".
"Das österreichisch-ungarische Expertenteam kam zum Schluss, dass es unter Einbindung von Szombathely nun absolut Sinn macht, die Strecke zu attraktivieren und somit für Güter- und Personenverkehr wiederherzustellen. Die volkswirtschaftlichen Mehreinnahmen übersteigen den volkswirtschaftlichen Aufwand durch höhere Steuereinnahmen und verschiedene ökonomische Effekte deutlich. Seitens des Landes bekennen wir uns deshalb ganz klar zur Umsetzung der Empfehlungen der Experten. Dazu ist teilweise eine Bestandssanierung und ein Neubau der Strecke notwendig. Ein großer Vorteil, den es bisher nicht gab, ist, dass es hohe EU-Förderungen im Rahmen des Juncker-Plans dafür gibt", betont LR Helmut Bieler.
Bislang habe es diese Vorteile nicht gegeben, so Bieler, darum war es "richtig, den Personenverkehr aus Kostengründen einzustellen, weil viel zu wenige mit der Bahn gefahren sind. Die neue Situation wirkt sich auch positiv auf den Güterverkehr aus."

119 Millionen Euro Projektkosten

Die Gesamtprojektkosten beziffert Bieler mit 119 Mio. Euro. "Der Großteil davon kommt auf österreichischer Seite, nämlich rund 89 Millionen zum Tragen, wobei etwa 40 Millionen in den Bereich Friedberg - Oberwart gehen. Rund 30 Millionen Euro werden in Ungarn investiert", rechnet der Landesrat vor.
"Die Fahrzeit von Friedberg bis Szombathely wird durch die Modernisierungen nur etwa 57 Minuten dauern. Diese unter eine Stunde zu bringen, war notwendig, um die Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten, damit sich das Projekt überhaupt rechnet", ergänzt Zinggl.

Baubeginn 2019, Inbetriebnahme 2023

"Die Einreichplanung soll sofort starten, Baubeginn könnte 2019, Inbetriebnahme 2023 sein. Das ist ein realistischer Zeitplan", sagt Bieler.
Parallel zur Planungsphase sollen auch die Finanzierungsverhandlungen laufen. "Es ist wichtig, dass Steiermark, der Bund und Ungarn mit ins Boot geholt werden. Mit Ungarn gab es schon viele Gespräche und dort herrscht großes Interesse an der Umsetzung. Die Gespräche mit den übrigen Partnern werden umgehend beginnen", so Bieler.
"Die Verkürzung der Fahrzeit erhöht aber auch die Baukosten. Es sind Begradigungen und Beschleunigungsmaßnahmen auf österreichischer Seite erforderlich. Die Strecke soll zwischen Schachendorf und Schandorf in den ungarischen Teil münden“, erklärte Verkehrskoordinator Zinggl.
Die Strecke soll in erster Linie dem lokalen Personen- und Güterverkehr, in zweiter Linie dem Pendlerverkehr in Richtung der Zentren Wiener Neustadt, Wien, Oberwart, Szombathely, Sopron und Eisenstadt dienen.
Eine Anbindung Richtung Wiener Neustadt und Wien via Aspangbahn ist gegeben, die Anbindung nach Eisenstadt würde über Szombathely erfolgen.

Positive Effekte

„Die Bewertung der volkswirtschaftlichen Effekte durch das IHS hat gezeigt, dass für die Region Burgenland-Westungarn langfristige positive Effekte durch den Bau und den Betrieb dieser Eisenbahnstrecke zu erwarten sind, beispielsweise durch die Ansiedlung von Betrieben, durch zusätzliche Arbeitsplätze und eine steigende Siedlungsentwicklung. Das kann auch eine positive Entscheidungsgrundlage für eine Finanzierung des Projektes durch die Europäische Investitionsbank darstellen“, ist der Landesrat überzeugt.

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