Ernst Weber ist tot

Nicht einmal einen Tag nach der Niederlage des U19-Nationalteams gegen Spanien, bei der Ernst Weber noch als Teamchef auf der Bank saß, starb der 62-jährige Niederösterreicher am Mittwoch, 6. April, unter tragischen Umständen. Er wurde bei Wiener Neustadt von einem Zug erfasst. Die Hintergründe geben große Rätsel auf. Es gibt einige Mutmaßungen, dass eventuell eine ärztliche Diagnose über seinen gesundheitlichen Zustand Grund für einen möglichen Freitod gewesen sein könnte.

Club- und Teamtrainer
Ernst Weber wurde am 5. Oktober 1948 in Krumbach geboren, er war verheiratet und hatte einen Sohn. Als Spieler war Weber beim SC Brunn, in Mödling, Guntramsdorf und in Großengersdorf aktiv. Nach verschiedenen Trainerstationen (u.a. Eisenstadt, Kremser SC, Admira Wacker, Vorwärts Steyr und LASK, sowie bei Austria Wien als Co-Trainer) bei österreichischen Bundesligisten stieß er 1996 zum Trainerstab des ÖFB. Seinen größten Erfolg als Clubtrainer feierte er 1988 mit dem überraschenden Cupsieg seines damaligen Vereins Krems über Bundesligist FC Tirol.
Von 1996 bis 1999 war er Teamchef der U21-Nationalmannschaft, danach Teamchef der Frauen- und der U19-Mädchen-Nationalmannschaft.
2003 führte Weber die österreichische U17-Nationalmannschaft (u.a. mit Christian Fuchs und Franz Schiemer) zu Platz 3 bei der EM-Endrunde in Portugal. Für Fuchs war Weber ein wichtiger Förderer. "Ernst Weber war ein wichtiger Trainer für mich. Er hat mich zum ersten Mal in ein Nationalteam einberufen. Ernst Weber hat viel vom Fußball verstanden, aber vor allem menschlich war er einzigartig", trauert Christian Fuchs um Weber.
2002 konnte Ernst Weber auch den Kampf gegen einen Lymphdrüsenkrebs mittels einer Chemotherapie gewinnen. Dieser Sieg machte ihn noch stärker.

Große Anteilnahme
Die Beisetzung von Ernst Weber erfolgte am Montag, 18. April, in Mödling. Über 2.000 Trauergäste, darunter auch zahlreiche Wegbegleiter, Spieler und ÖFB-Teamspielerinnen, die unter Weber kickten, sowie LH Erwin Pröll und BM Norbert Darabos geleiteten Weber auf seinem letzten Weg. "Ernst Weber hat sich nie in den Vordergrund gestellt, sondern in aller Stille, Demut und Bescheidenheit erfolgreiche Arbeit geleistet. Sein Leben gehörte dem Fußball", würdigte ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Stimmen zum Tod von Ernst Weber
ÖFB-Präs. Leo Windtner: „Wir sind alle fassungslos und erschüttert. Ernst Weber war nicht nur ein fachlich profunder Trainer in unserem Verband, sondern darüber hinaus auch durch seinen vorbildhaften Charakter und seine stets offene und freundliche Art gerade menschlich ein Vorbild für uns alle. Im Namen der gesamten österreichischen Fußballfamilie ist es mir ein Anliegen, seinen Angehörigen, insbesondere seiner lieben Gattin Gabi, unser aller aufrichtiges Beileid auszusprechen!“
Ex-Teamspielerin Nina Aigner (ehemals Bayern München): "Ernstl war 12 Jahre lang mein Trainer, Wegbegleiter und vor allem Freund. Ein liebenswerter und einzigartiger Mensch, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Bin sehr traurig und werde meinen "Trainer" sehr vermissen."
Teamspielerin Marlies Hanschitz (SK Kärnten Frauen): "Ernst Weber war nicht nur ein Teamchef. Er lebte für den Fussball und kämpfte für den Frauenfussball! Für die Nationalmannschaft bedeutet sein Tod einen herben Verlust!"

Autor:

Michael Strini aus Oberwart

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