Fußball
Skepsis und Hoffnung bei Bezirks-Vereinen

Ob die Frühjahrssaison zu Ende gespielt werden kann, ist weiterhin offen. Die Bezirksblätter haben sich bei Vereinsvertretern umgehört.
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Die Bezirksblätter Oberwart haben Vereinsfunktionäre aus dem Bezirk zur aktuellen Situation im Fußball befragt. Die Fortführung der Meisterschaft ist weiterhin eine offene Frage.

BEZIRK OBERWART. Nach Entscheidungen der FIFA und UEFA alle Länderspiele und Fußballgroßereignisse sowie auch die Spiele auf europäischer Ebende zu verschieben, setzen die nationalen Verbände - so auch der ÖFB - auf eine zeitliche Ausdehnung der Meisterschaft, eventuell bis in den Sommer.
Leise Hoffnung gibt die Ankündigung von Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler, dass schrittweise Trainings wieder möglich sein werden, wie das allerdings für Sportarten mit Körperkontakt wie Fußball umgelegt wird, bleibt abzuwarten und selbstverständlich wäre eine zusätzliche Vorbereitungszeit im Fußball notwendig.

Sportliches Neuland

Statuten und Regelungen, wie man im Falle eines Abbruchs agieren soll, gibt es keine. Bislang hat nur der Belgische Verband die Meisterschaft abgebrochen. Alle anderen nationalen Verbände warten zu. Die nationalen Entscheidungen beeinflussen auch die Situation im regionalen Fußball.
Burgenlands Fußballpräsident Gerhard Milletich glaubt eher an einen Abbruch der Meisterschaft, auch wenn er sich eine "sportliche Lösung" mit einer verspäteten Frühjahrssaison wünschen würde. Die Bezirksblätter haben sich bei einigen Vereinsfunktionären umgehört, ob diese noch an eine Fortsetzung der Saison glauben.

Gerhard Horn ist skeptisch

Obmann/Präsident Gerhard Horn (SV Klöcher Bau Oberwart): "Es wird zwar noch zugewartet und gehofft, dass die laufende Meisterschaft zu Ende gespielt werden kann, ich persönlich glaube aber nicht mehr daran. Die angedachte Lösung mit Spielen vor leeren Zuschauerrängen ist meiner Meinung nach im Amateurbereich nicht durchführbar, ohne Zuschauer- und Kantineneinnahmen kann man das vergessen. Und wie die vom zuständigen Minister und vom Landesverband angekündigte Unterstützung im Endeffekt aussehen wird, ist zur Zeit noch ein Buch mit sieben Siegeln."
"Ich bin glücklich, dass es bei der SVO nach wie vor keine Corona-Infektionen zu vermelden gibt und dass die von Trainer Christian Zach und seinem Team vorgegebenen Heimprogramme gut angenommen sowie von allen perfekt abgearbeitet werden", ergänzt Horn, der nach der Bewältigung der Corona-Krise einen Sponsorenabend plant: "Als Dankeschön an die uns unterstützenden Partner, die auch in dieser schwierigen Phase zur SV Klöcher Bau Oberwart stehen."

Gerhard Horn (Obmann SV Oberwart)
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Harald Schneller will sinnvolle Lösung

Harald Schneller, Obmann vom SV O.K. Haus Großpetersdorf hofft noch, dass die Meisterschaft fortgesetzt wird: "Sollte sie aber abgebrochen werden, gilt es vernünftige Lösungen für Meister und Absteiger zu finden! Eine komplette Annullierung der diesjährigen Meisterschaft ist kompletter Schwachsinn - haben wir dann gar nicht gespielt - hat es keine Spiele gegeben? Hat sich niemand verletzt? Hat es keine Strafen und Sperren gegeben? Hat nie wer gewonnen oder verloren?"

Harald Schneller: "Beim Schispringen ist es sehr einfach gelöst - wenn aufgrund von nicht beeinflussbaren Situationen (z.B. Sturm, … ) ein zweiter Durchgang nicht mehr möglich (zu gefährlich) ist, dann wird der 1. Durchgang als Endergebnis gewertet! So eine Lösung wäre auch für den Fußball anzudenken."

Zur aktuellen Situation beim Herbstmeister der 1. Klasse Süd meint er: "Die Jungs trainieren sehr eifrig zu Hause - Andi Konrad gibt jede Woche einen Plan aus mit unterschiedlichen Schwerpunkten! Finanziell gesehen ist die ganze Sache natürlich ein Hammer - die Vereine haben absolut keine Einnahmen - es fallen Spiele, Feste, Sponsorenabende aus - man kann auch keine neuen Sponsoren anwerben - persönliche Gespräche sind ja nicht erlaubt! Wenn man keine Einnahmen hat, dann gibt's natürlich auch kaum Ausgaben - es fallen lediglich die Ausgaben zur Erhaltung der Sportarena an - gemäht muss werden - eine Herde Schafe kriegt man ja auch nicht geliehen."
"Wie es weiter geht? Ich glaube die Bundesregierung hat die Situation im Gegensatz zur restlichen EU sehr gut erkannt und bis dato absolut toll gehandelt. Man sieht das ja auch bei der Entwicklung der Coronakurve! Ich glaube wir dürfen darauf vertrauen, dass die Regierung auch die nächsten Wochen dementsprechend gut abhandeln wird!", so Schneller.

Harald Schneller betont: "So wichtig der Fußball auch ist, im Vergleich zu Menschenleben ist unser Hobby Fußball genau gar nichts! Daher bleiben wir zu Hause, halten wir durch und wenn der ganze Wahnsinn vorbei ist, dann machen wir ein fettes Fest am Hauptplatz in Großpetersdorf für all unsere Fans, Freunde und Sponsoren!"

Marc Seper bezweifelt eine Frühjahrssaison

"Ehrlich gesagt, rechne ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr damit, dass die Frühjahrssaison fortgesetzt bzw. zu Ende gespielt werden kann. Ich wäre derzeit sehr froh, wenn wir mit der Herbstsaison planmäßig im August starten könnten und davor im Juli noch die eine oder andere Vorbereitungswoche hätten", meint Marc Seper, Trainer vom ASKÖ Yuppi Du Jabing.
"Derzeit halten sich unsere Spieler zu Hause fit. Klarerweise können diese selbstständigen Einheiten auf Dauer kein Mannschaftstraining ersetzen", so Seper.

Marc Seper: "Ich denke, dass dies für den gesamten Fußball aber auch für alle anderen Sportarten vom Profibereich bis in die untersten Ligen sehr problematisch ist, da bei allen Vereinen Einnahmen aus Heimspielen, Veranstaltungen und von Sponsoren derzeit ausfallen."

"So wie (fast) alle anderen Fußballvereine werden auch wir „kleinere Brötchen backen“. Wir haben aber schon seit längerer Zeit hauptsächlich Spieler aus der Region und nur zwei Legionäre. Kern und Herzstück unserer Mannschaft sind ausschließlich Spieler direkt aus Jabing und den umliegenden Ortschaften. Insofern bin ich mir sicher, dass wir auch weiterhin eine gute und konkurrenzfähige Mannschaft stellen werden", ist Seper überzeugt.

Alexander Takacs hofft auf Fortsetzung

"Natürlich hoffe ich, dass wir die Frühjahrssaison noch spielen können. Dazu muss aber die Sicherheit der Spieler und Zuseher gesichert sein. Das wichtigste hier ist, dass sich keiner infiziert und jeder gesund bleibt. Sollten wir bis spätestens Mitte Mai starten können, denke ich, dass es sich noch ausgeht. Dazu benötigen aber sicher alle Vereine nochmals eine mindestens eine zweiwöchige Vorbereitung", meint Alexander Takacs, Obmann vom UFC redwell Siget.

Alexander Takacs: "Es wird sicher lange dauern bis wieder alles so wird wie es war. Aber das wichtigste ist die Gesundheit aller Personen. Alles andere stelle ich hinten an."

"Wir haben zur Zeit Glück, dass wir einen kleinen finanziellen Polster für die laufenden Kosten haben. Aber wenn die Saison startet, wird der laufende Betrieb schwieriger werden, falls es durch weniger Zuseher auch weniger Einnahmen geben sollte", so Takacs weiter.

Wann in der Frauenbundesliga wieder gespielt und gejubelt werden darf, ist ebenso völlig offen.
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Stephanie Jandl rechnet mit Abbruch

Auch die Planet Pure Frauen Bundesliga hängt in der Luft. "Die Vereine der Frauenbundesliga haben sich nach dem Shut down via Videokonferenz getroffen und sich auf weiteres Abwarten geeinigt. Die internationalen Termine im Juni wurden verschoben, um eventuell die Meisterschaft noch durchführen zu können. Jedoch denken wir nun, dass die Frühjahrssaison abgebrochen wird", sagt Stephanie Jandl, ObfStv vom FC SKINY Südburgenland.
"Auch wenn sich die Maßnahmen lockern, werden Sportarten mit engem Kontakt wahrscheinlich noch länger nicht möglich sein. Die Mädels trainieren nach Trainingsplan des Coaches und Fitnesstrainerin Kinga nach einem online Trainingsplan. Jedoch benötigt es bei der Wiederaufnahme der Bewerbe eine gewisse Vorlaufzeit, um in Mannschaftstraining auch im technisch-taktischen Bereich wieder zu arbeiten", so Jandl.
"Glücklicherweise haben wir für unseren Hauptsponsor SKINY mit dem Shooting in Vorarlberg eine vereinbarte Leistung erbracht, was uns ein finanzielles Polster bietet. Aktuell arbeiten wir an der Fertigstellung der neuen Vereins-Homepage, die neuen Dressen sind fertig und wir überlegen gemeinsam mit Mischendorf einige bauliche Veränderungen für unseren Spielort", berichtet Pressesprecherin Katja Konrath-Popofsits.
"Diese Agenden jetzt in Ruhe zu erledigen, hat auch Vorteile. Wir freuen uns natürlich sehr auf die Meisterschaft und brennen darauf unser Können wieder unter Beweis zu stellen. Bis dahin bleiben wir zu Hause und schützen uns und unser Umfeld", bekräftigt Jandl.

Großes Fragezeichen hinter Meisterschaft

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