Bezirk Oberwart
Einige Nichtraucherlokale als Vorreiter fürs Rauchverbot

Gastronomiebetriebe im Bezirk haben teilweise bereits umgestellt.
  • Gastronomiebetriebe im Bezirk haben teilweise bereits umgestellt.
  • Foto: Hannes Gsellmann
  • hochgeladen von Michael Strini

BEZIRK OBERWART. Mit 1. November 2019 tritt nun das allgemeine Rauchverbot in Gastronomiestätten in Kraft. Nach jahrelangem Hickhack wurde es im Parlament nunmehr heuer beschlossen.
Die Bezirksblätter fragten bei Gastronomen im Bezirk nach, was diese dazu sagen,
"Wir sind schon seit dem 1. Jänner 2019 Nichtraucherlokal. Da an diesem Tag das neue Arbeitnehmerschutzgesetz und Jugendschutzgesetz in Kraft traten, wäre es für uns zu kompliziert gewesen, darum haben wir schon damals umgestellt", berichtet Gastwirt Friedrich Strohriegel aus Großpetersdorf.
"Als Speiselokal hat es schon einige Vorteile. Es ist alles sauberer und auch die Luft angenehmer. Man merkt das sofort, wenn man in ein Lokal kommt, wo intensiv geraucht wird. Wir haben auch mehr Gäste verzeichnet, die zum Essen kommen. Natürlich haben einige zunächst gejammert, aber die sind dann auch nach draußen gegangen, um zu rauchen. Der Großteil der Gäste hat es jedoch positiv beurteilt", schildert er.

Raucherecke im Freien

Für die Raucher hat er schon im Vorjahr im Freien einen eigenen Bereich mit Stehtisch und einen Tisch, bei dem man sitzen kann, geschaffen. "Im Sommer ist das eh kein Problem und für den Winter habe ich ein Elektroschwammerl gekauft, damit den Rauchern nicht kalt wird. Ich finde die Lösung persönlich gut, aber viel zu spät. Wäre Österreich damals mit anderen Ländern wie Deutschland, Ungarn oder Italien mitgezogen, hätte es kaum Probleme gegeben", so Strohriegel.
Umbauen musste er nicht, da die Räumlichkeiten vorhanden waren. "Wir haben lediglich eine Zwischentür eingezogen. Das war beim Servieren aber stets eine Herausforderung. Ein Grund, weshalb ich schon im Jänner entschieden habe, dass wir Nichtraucherlokal werden", meint der Großpetersdorfer.

Bei Bällen kein großes Thema

In der Messehalle gilt bei Messen schon länger Rauchverbot. Bei Bällen war der Ballsaal rauchfrei, nur im Discobereich war bislang noch die Zigarette gestattet. "Das ist mit 1. November nun eben auch vorbei. Ich sehe das weniger tragisch, da das bei uns weniger ein Thema war. Die Leute gehen nun eben, was sie bislang auch schon teilweise machten, nach draußen. Die Jungen rauchen im Vergleich ohnehin weniger als viele Erwachsene. Ich habe mich damit ohnehin nicht wirklich mehr beschäftigt", sieht Harry Kahr die Situation gelassen.
Hingegen übt er Kritik an der langen Dauer der Diskussion: "Das hätten sie schon vor zehn Jahren machen können. Ich habe als es 2009 zum Thema wurde damals das Akira geschlossen. Nun sind wir zehn später endlich am Ziel angelangt. Ich finde es schrecklich, dass es lange gedauert hat. Vor allem weil viele Wirte in der Zwischenzeit einiges investieren mussten. Das hätte man sich sparen können. Nun gibt es aber endlich Rechtssicherheit."
Speisen genießen

Rauchfreie Speiselokale

"Der Spitzer" von Botond Pünkösty in Spitzzicken, das im August eröffnete, wurde ebenfalls als Nichtraucherlokal geführt. "Das Erlebnis von Speisen wird von Gerüchen beeinflusst. Starke Parfüms oder Zigarrenrauch verfälschen die Wirkung sowie Qualität von hochwertigen Speisen und Getränken. Unsere Gäste sollen unsere Leidenschaft in unseren Gerichten vollkommen genießen können. Ich freue mich über diese gesetzliche Lösung", so der Geschäftsführer.
Für Daniel Gollnhuber, Geschäftsführer vom Club Diamond in Oberwart, ist das neue Gesetz vor allem bei Speiselokale begrüßenswert: "Ich bin befürworte das Nichtrauchergesetz, aber in erster Linie für Speiserestaurants. Ich selbst finde es eher negativ, wenn ich während des Essens von Rauch gestört werde. Das verfälscht auch den Geschmack und die gesamte Atmosphäre im Lokal."
Für Clubs und Discos sieht er das etwas anders: "Eine Ausnahmeregelung für Abendlokale, Clubs usw. ab 20 Uhr oder so wäre doch sinnvoll. Wenn mehrere Leute draußen rauchend miteinander reden, entsteht doch eine Lärmbelästigung für die Anrainer. Außerdem kann eine Gesellschaft bei einer PArty gesprengt werden, wenn die Hälfte im Saal sitzt und die andere Hälfte draußen steht."

Raucherbereich auf Terrasse

Für den Club selbst bietet die neue Terrasse eine ideale Lösung: "Wir werden die Terrasse beheizen und dort einen eigenen Raucherbereich einrichten. Wir arbeiten noch an einer rechtlich gedeckten Lösung für den Shisha-Bereich. Zur Not wird dieser ebenso im auf der Terrasse integriert. Unsere Lüftungsanlage, die wir vor zwei Jahren im Zuge des Umbaus installierten war perfekt auf die Erfordernisse im Lokal ausgerichtet. Darum gab es auch bislang keine Probleme."
Grundsätzlich sieht er die Diskussion kritisch: "Die Menschen sollten sich im 21. Jahrhundert aussuchen können, ob sie ein Lokal betreten, wo geraucht wird oder nicht. Dass alles gesetzlich vorgeschrieben werden muss, ist bedenklich. Man sollte eher das Verantwortungsbewusstsein schärfen, statt alles zu regulieren."

Langes Hickhack um Raucher in Lokalen

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