Franz Fassl weiß, was er kann

Franz Fassl wusste immer, war er will und was er konnte. Heute gibt er sein Wissen seinem Lehrling weiter.
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PINKAFELD (kv). Nach zwei Jahren HTL entschied Franz Fassl, dass eine Lehrausbildung für ihn doch der bessere Weg ist. So lernte er bei Bader & Co. alles, was es über zweirädrige Vehikel zu wissen gab. Nach sechs Jahren wurde er zum Geschäftsführer der Filiale in Pinkafeld befördert. Das verdankte er auch seinem Lernwillen und seinen ständigen Weiterbildungen. Als die Firma 1995 in Konkurs ging, entschied er sich, das Geschäft zu übernehmen, da die Zweigstelle in Pinkafeld durch seine Anstrengungen immer schwarze Zahlen schrieb.

Stolpersteine überwinden

Franz Fassl hatte die passenden Räumlichkeiten, das fachliche Wissen und alle Berechtigungen, die zur Führung eines Unternehmens erforderlich waren. Nur das nötige Kleingeld fehlte. Er beantragte einen Jungunternehmerkredit und versuchte, Förderungen für seinen Start in die Eigenständigkeit zu bekommen. Doch offensichtlich reichte es nicht aus, jung zu sein und Unternehmer werden zu wollen, um einen Jungunternehmerkredit bewilligt zu bekommen. Also borgte er sich ganz altmodisch das benötigte Geld von der Bank und Zweirad Fassl war geboren.

Arbeit zahlt sich aus

Mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Frau Hedwig, die das organisatorische und die Buchhaltung im Griff hat, konnte Franz Fassl sein Geschäft immer mehr ausbauen. Er hat über 600 Fahrräder aller Formen, Farben, Marken und Preisklassen auf Lager. Außerdem bietet er einen umfangreichen Service, wie Gratiszustellung oder Reparaturen. Zusätzlich arbeitet er mit Hotels zusammen, für die er immer wieder Fahrräder wartet, verleiht oder austauscht. Damit er und seine Mitarbeiter immer up to date sind, sind laufend Schulungen zu absolvieren. "Der erste Schritt, wo man stehen bleibt, ist der erste Schritt zurück." So war Franz Fassl auch einer der ersten, der E-Bikes in seinem Sortiment führte.

Vom Lehrling zum Lehrer

Peter Stengg ist bereits sein fünfter Lehrling. Obwohl er auch schlechte Erfahrungen in seiner Rolle aus Ausbildner machte, war er mit seinen Lehrlingen immer zufrieden und hat nach wie vor zu allen ein gutes Verhältnis. "Das Wichtigste in unserem Geschäft ist Freundlichkeit, alles andere kann man lernen", lautet seine Devise. Will man die Karriereleiter hoch, muss man in erster Linie wissen, was man kann und muss sich richtig einschätzen können. "Ich wusste schon immer, dass ich kein Mensch bin, der sich unterordnet. Wäre der Konkurs meines Arbeitgebers nicht gewesen, hätte ich mich trotzdem ganz bestimmt selbständig gemacht."

Konkurenz Onlinehandel

Wie die meisten burgenländischen Unternehmen spürt auch er die starke Konkurrenz von Konzernriesen wie Amazon. Für Franz Fassl ist es nicht nachvollziehbar, warum die Menschen lieber Waren aus Amerika oder Asien beziehen, wenn sie doch alles vor der Tür haben. Er hat eine riesen Auswahl, die beste Beratung und kann preislich auf jeden Fall mit dem Onlinegeschäft mithalten. Außerdem schafft er Arbeitsplätze. "Die Menschen schneiden sich den Ast ab, auf dem sie sitzen und merken es nicht. Dann sollen sie doch einmal versuchen, bei Amazon einen Job zu bestellen."

Autor:

Karin Vorauer aus Oberwart

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