10.10.2017, 12:23 Uhr

Gefahren aus der Trinkflasche

Ein normal entwickelter Säugling bekommt Gelbsucht, wenig später ist das Kind tot. Ursache: Die hauseigene Kupferleitung. Ein Einzelfall? Keineswegs.



Steigende Belastung des Trinkwassers
Die Qualität des Wassers, das schlussendlich aus den Leitungen fließt, ist von vielen Faktoren abhängig. Tatsache ist, dass die Belastung des Trinkwassers stetig zunimmt. Das zeigt sich nur schon an den seit Jahren steigenden Grenzwerten, die für das Trinkwasser gesetzlich verankert sind.

Ein exakter Indikator für die Belastung des Wassers ist die elektrische Leitfähigkeit, gemessen in Mikro-Siemens. Je unreiner Wasser ist, desto höher seine elektrische Leitfähigkeit und desto höher der Mikro-Siemens Wert. Nach Prof. Dr. Louis Claude Vincent (Universität Paris) liegt der optimale Leitwert für Trinkwasser unter 130 Mikro-Siemens (µS). Das war 1963 auch der gesetzliche Grenzwert (=die maximal zugelassene Belastung) für unser Trinkwasser. Bei einem Wert deutlich unter 130 Mikro-Siemens wird Wasser von der Körperzelle besonders leicht aufgenommen, wo es seinerseits Schlacken, Schadstoffe und Säuren lösen und den Körper davon befreien kann – die beste Voraussetzung für lebenslange Gesundheit! Dass wir heute einen gesetzlich verankerten Grenzwert von 2´500 Mikro-Siemens haben (1963 lag er noch bei 130!!), macht deutlich, in welchem Ausmaß die Schadstoffe im Trinkwasser zugenommen haben und wie es zunehmend schwieriger wird, an unbelastetes und gesundes Trinkwasser heranzukommen. Die Anhebung des zulässigen Grenzwertes für Trinkwasser um das fast 20fache (!!!) zeigt aber auch, dass die Einhaltung von Grenzwerten mit der Qualität des Trinkwassers nichts zu tun hat.

Warum unser Trinkwasser besonders Kinder krankmachen kann
Die Qualität des Wassers, das wir unseren Babys und Kleinkindern zum Trinken geben oder zur Zubereitung ihrer Nahrung verwenden, beeinflusst in hohem Masse die Gesundheit und Entwicklung unserer Kleinsten. Trinkwasser-Verunreinigungen sind wesentlich drastischer, als gemeinhin angenommen wird (was auch für den Laien nur schon an der erschreckenden Steigerung des Grenzwertes leicht erkennbar ist). Babys haben noch sehr kleine Nieren und eine sehr kleine Leber, die ihre Arbeit gerade erst aufgenommen haben. Das Herausfiltern und Ausscheiden von Schadstoffen fällt ihnen daher noch besonders schwer und ist auch nur in geringem Umfang überhaupt möglich. Von kurzfristigen Beschwerden, wie etwa Durchfall, bis hin zu langfristigen Erkrankungen oder sogar Einschränkungen in der Entwicklung, wie beispielsweise verringerter Intelligenzbildung, sind die Auswirkungen, die durch den Konsum von verunreinigtem Wasser auftreten können, mehr als facettenreich. Um solche und andere Gesundheitsrisiken für ihren Nachwuchs zu vermeiden, kochen deshalb viele besorgte Eltern das Leitungswasser vor der Zubereitung der Nahrung ihrer Kinder ab. Das ist aber nicht die Lösung, da das Abkochen von Wasser die speziell für Kleinkinder giftigen Stoffe wie Schwermetalle, Nitrat, Medikamentenrückstände und viele weitere nicht entfernen kann. Auch in dem „speziellen Baby-Trinkwasser“ aus dem Supermarkt können noch viele gesundheits-beeinträchtigende Stoffe, wie z. B. Weichmacher enthalten sein, wie verschiedenste Tests immer wieder gezeigt haben. Im Sommer dieses Jahres fand die Zeitschrift „Öko-Test“ in „für Babys geeignetem Mineralwasser“ neben Keimen auch Arsen, Uran und radioaktive Strahlung.

Handlungsbedarf
Die sogenannte Blut-Hirnschranke und das Immunsystem haben, sobald sie vollkommen ausgebildet sind, die Aufgabe, das Kind vor der Aufnahme schädlicher Substanzen zu schützen. Die Blut-Hirnschranke sorgt dafür, dass keine Giftstoffe über den Blutkreislauf ins Gehirn gelangen. Das Immunsystem wiederum erfüllt den Zweck, schädliche Faktoren wie etwa mikrobiologische Gefahren, zu bekämpfen und den Organismus so zu schützen. Bei ungeborenen Kindern sowie bei Babys und Kleinkindern funktionieren diese beiden Schutzvorrichtungen noch nicht. Daher nehmen Babys Schwermetalle etwa fünf Mal schneller auf als ein erwachsener Mensch.

Wer nun sichergehen will, dass das hauseigene Leitungswasser unbelastet, gesund und bekömmlich ist, sollte sein Wasser testen lassen, denn das Risiko schwerer gesundheitlicher Folgen insbesondere für den Nachwuchs (aber auch für jeden Erwachsenen!) ist einfach zu hoch. Nur durch einen professionellen Wassertest können Verunreinigungen und Belastungen rechtzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Weil Erkrankungen und Beschwerden oft nicht mit der Qualität des Trinkwassers in Verbindung gebracht werden, bleiben häufig auch Medikamente und Therapien wirkungslos, solange das belastete Wasser weiter getrunken wird. Dies führt leider nicht selten zu unheilbaren Folgeschäden.

2015 führte ein renommiertes Stuttgarter Labor eine repräsentative Studie durch, zu der mehr als 1500 Trinkwasseranalysen aus Privathaushalten untersucht wurden. Insbesondere die ohnehin schon zu hoch angelegten Grenzwerte für Nitrat und Schwermetalle wurden mehr als häufig überschritten und stellen eine lebensgefährliche Bedrohung dar, denen unsere Kleinsten nur mit Hilfe verantwortungsvoller Fürsorge der Eltern entgehen können.
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