27.03.2018, 11:42 Uhr

Mit den Roten Engeln der Volkshilfe Burgenland in Würde leben

Heimhilfe Sonja Dallhammer (li.) und Pflegedienstleiterin DGKS Evelyn Kalch (re.) kümmern sich rührend um die 83-jährige Frieda Tunkl, während Tochter Claudia Rehberger in der Arbeit ist.

Die Heimhilfe leistet einen wichtigen Beitrag im Bereich der Altenpflege. Die roten Autos sind in jedem burgenländischen Bezirk emsig unterwegs.

RIEDLINGSDORF (kv). Seit Oktober 2017 leitet DGKP Evelyn Kalch die Mobile Hauskrankenpflege der Volkshhilfe im Bezirk Oberwart. Unter ihren elf Mitarbeitern sind zwei diplomierte Krankenschwestern, drei Pflegeassistentinnen und sieben Heimhilfen.
Evelyn Kalch arbeitete nach ihrem Diplom in Krankenhäusern in Deutschland, Salzburg und Wien, doch sie entschied sich für eine Rückkehr ins Südburgenland: "In der Mobilen Hauskrankenpflege kann ich mich viel besser entfalten, ich schätze vor allem die selbständige Arbeit."

40 Hausbesuche pro Tag

Die Einteilung der Mitarbeiterinnen ist dabei keine leichte Aufgabe. Immerhin fallen täglich zwischen 35 und 40 Hausbesuche an. Die Mitarbeiterinnen sind großteils Teilzeitkräfte mit Kindern, das muss gut koordiniert werden. "Natürlich gibt es auch immer wieder kurzfristige Änderungen, auf die man rasch reagieren muss." Die Dauer des Pflegebesuches hängt vom jeweiligen Bedarf ab. Das geht vom Kurzeinsatz zum Insolinspritzen über Ganzkörperpflege bis hin zur immer beliebter werdenden Blockbetreuung über vier Stunden.

Aufgaben klar abgrenzen

Die jeweiligen Aufgaben beim Kienten sind genau dokumentiert, trotzdem fehlt es in manchen Bereichen noch an einer unmissverständlichen und klaren Definition. "Oft sind auch kleinere Haushaltstätigkeiten vereinbart, doch was genau diesbezüglich zu leisten ist, ist oft nicht ganz eindeutig. Aber wir sind gerade dabei, klare Richtlinien zu erstellen", sagt Evelyn Kalch.
Nicht jeder Tag ist gleich, weshalb trotz gleichbleibender Aufgaben, die Dauer des Aufenthaltes variieren kann. Die Aufgabenbereiche sind sehr umfangreich und dem jeweiligen Pflegebedarf angepasst. Das geht von Ganzkörperpflege, Mittagessen bringen bis hin zu medizinischen Tätigkeiten, wie Medikamente verabreichen, Verband wechseln, Injektionen oder Infusionen.

"Ich könnte nicht arbeiten gehen"

Für die pflegenden Angehörigen ist die Einrichtung der Volkshilfe Burgenland Gold wert. Claudia Rehberger aus Riedlingsdorf hat nur noch ein paar Jahre bis zur Pensionierung, als sich der Gesundheitszustand ihrer Mutter verschlechtert. "Vor zwei Jahren musste sie plötzlich für sechs Wochen ins Krankenhaus und die Ärzte konnten einfach nicht herausfinden, was ihr fehlte."
Nach ihrer Heimkehr wandte sie sich an die Volkshilfe, die sie bei der Pflege ihrer Mutter unterstützen, während sie in der Arbeit ist. Zusätzlich bekomme ich noch Unterstützung von der Nachbarin und meiner Tochter, damit immer jemand bei meiner Mutter ist", sagt Claudia Rehberger. Es sei eine enorme Entlastung, die 83-jährige Frieda Tunkl in guten Händen zu wissen. "Und auf die Volkshilfe ist immer wirklich immer Verlass, das ist ein sehr beruhigendes Gefühl," so Rehberger.

In den besten Händen

Zu einem Pflegefall werden, kann oft schneller gehen, als es einem lieb ist. Diese Situation ist weder für den Betroffenen, noch für deren Angehörige einfach. Da kommt es auch vor, dass Klienten die Hilfe anfangs sogar ablehnen. "Es ist ein langsames Herantasten bis die Menschen merken, welche Erleichterung unsere Hilfe ist", sagt Evelyn Kalch. "Sie sind alle so lieb und sie mögen mich gerne", freut sich Frieda Tunkl, die seit zwei Jahren von der Volkshilfe betreut wird.

"Das ist mein absoluter Traumjob"

Sonja Dallhammer ist seit zwei Jahren als Heimhilfe tätig: "Vor meiner Ausbildung beim BFI hätte ich nie gedacht, dass das mein absoluter Traumberuf ist." Davor war die zweifache Mutter als Reinigungskraft in der Nachtschicht tätig. Die Dreifachbelastung mit Nachtarbeitszeit, Kinderbetreuung und Haushalt brachte sie an ihre Grenzen. "Mehr als drei bis vier Stunden Schlaf war mir nicht vergönnt."
Nach fünf Jahren entschied sie sich für die Ausbildung als Heimhilfe. "Bei der Volkshilfe arbeite ich nur tagsüber und dank der flexiblen Arbeitszeiten ist auch Beruf und Familie viel leichter unter einen Hut zu bringen." Doch am schönsten an ihrer Arbeit ist die Wertschätzung und die Dankbarkeit, die ihr von den Menschen entgegengebracht wird.

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