08.04.2016, 12:47 Uhr

Ende eine Ära: Marktkommissär Walter Kurz geht in Pension

Nach einem viertel Jahrhundert verabschiedet sich Walter Kurz - mit wässrigen Augen - vom Wochenmarkt.

25 Jahre war Walter Kurz für den Wochenmarkt zuständig. Jetzt hat er am 8. April 2016 seinen letzten Arbeitstag.

OBERWART. Jeden Mittwoch war Walter Kurz ab 6 Uhr in der Früh unterwegs, um die Einteilung der Marktstände zu organisieren, die Anfragen der Marktfahrer zu beantworten oder um so manchen Streit zu schlichten und natürlich um die Marktgebühr zu kassieren. Mit großer Leidenschaft ging er seiner Tätigkeit nach und man kann ihn getrost ein "Markt-Urgestein" nennen.

Rührender Abschied

Sein letzter Tag als Marktkommissär ging natürlich nicht ohne große Verabschiedung über die Bühne. Mit einer Urkunde und einem Geschenkskorb dankten ihm die Marktfahrer und die Wirtschaftskammer für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren. Auch Bürgermeister Georg Rosner ließ es sich nicht nehmen, am letzten Markttag von Walter Kurz dabei zu sein und überreichte ein besonderes Geschenk: den Oberwarter Wächter! "Walter Kurz ist für uns ein wichtiger und wertvoller Mitarbeiter. Niemand kennt den Markt und die Menschen besser als er. Er wird uns hier sehr fehlen", sagt Rosner.

In große Fußstapfen

Im Zuge seiner letzten Runde am Markt hat Walter Kurz auch seine Nachfolger aus dem Rathaus vorgestellt. Klaus Guger und Christian Resch werden in Zukunft die Anfragen bezüglich Markt behandeln und auch die Marktgebühren kassieren.

Der Oberwarter Wochenmarkt

Die Erhebung Oberwarts zur Marktgemeinde erfolgte am 26. August 1841. Der erste Markt wurde an einem Mittwoch im Dezember 1841 abgehalten und durch die Verlesung des königlichen Freibriefes unter dem Dröhnen von Böllern und dem Geläut aller Glocken der drei Kirchen eröffnet.
Im Jahr 1938 wurde der Wochenmarkt abgeschafft. Nach 1945 war eine Wiedereinführung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Erst im Jahr 1950 wurden wieder Wochenmärkte abgehalten. Allerdings langte schon nach einigen Wochen eine Beschwerde der Bundesstraßenverwaltung wegen starker Behinderung des öffentlichen Verkehrs ein. Zur Beseitigung dieses Problems wurde daraufhin eine provisorische Marktverordnung beschlossen, welche im Jahr 1951 durch eine entgültige, von der Landesregierung genehmigte und noch heute in Kraft befindliche Marktordnung ersetzt wurde.

Von nah und fern

Der Wochenmarkt erfreut sich auch im Jahr 2016 noch immer großer Beliebtheit. Der Einzugsbereich liegt weit über den Bezirksgrenzen. Geprägt wird das Bild des Wochenmarktes von den Verkaufsständen der Marktfahrer, von denen jede Woche rund 70 nach Oberwart kommen. Für sie ist der Wochenmarkt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, das bestätigt der Vertreter des Markthandels Walter Rathmanner: „In Oberwart ist das Einzugsgebiet groß, der Vorteil ist, dass viele Leute in der Stadt unterwegs sind und auch am Markt vorbei schaun. Als Interessensvertreter der Marktfahrer schaue ich natürlich auch darauf, dass der Branchenmix und die Qualität am Markt passen. Auch auf die Händler kommen Veränderungen zu. Man muss heutzutage mit der Zeit gehen, um den Kunden anzusprechen.“ Am Oberwarter Wochenmarkt werde sehr gute Qualität angeboten. Ein Unternehmen, dass im Markthandel weiterbestehen möchte, dürfe sich nichts anderes erlauben.
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