12.02.2018, 09:24 Uhr

Formulierung im Rechnitzkalender sorgt für Empörung

Der Ausdruck "Judenkinder" wurde unbedacht von der Chronik übernommen. (Foto: Maria Magdalena Reiter)

Regina Petrik, Landessprecherin der Grünen, kritisiert in einem offenen Brief an den Rechnitzer Bürgermeister Martin Kramelhofer die Verwendung des Wortes "Judenkinder".

RECHNITZ. Der Rechnitzkalender erscheint jedes Jahr und erzählt die Geschichte der Gemeinde. In dem Abschnitt über die Entwicklung des Schulwesens lautet der letzte Satz: "Ab 1933 wurden auch Knaben in die Hauptschule (Bürgerschule) aufgenommen. Diese wurde auch von evangelischen und von Judenkindern besucht."

Herabwürdigendes Schimpfwort

"Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass die Bezeichnung „Judenkinder“ von den Nationalsozialisten des Dritten Reichs und von deren Anhängern als herabwürdigendes Schimpfwort verwendet wurde. Ich bin sicher, dass dieser ideologische Beigeschmack von Ihnen nicht beabsichtigt war, leider ist er aber nicht von der Hand zu weisen", heißt es im Brief von Regina Petrik.

"Es tut mir schrecklich leid"

Bürgermeister Martin Kramelhofer bedauert die Verwendung dieses Ausdrucks sehr. "Wir haben das von der Chronik so übernommen, ich kann mich nur entschuldigen. Es war ein bedauerlicher Fehler", so der Ortschef. Die digitale Version wurde umgehend von der Homepage der Gemeinde heruntergenommen. "Wir werden das ausbessern und ihn dann wieder online stellen", so Kramelhofer abschließend.
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