06.02.2018, 11:53 Uhr

Halbzeit beim südburgenländischen Integrationsprojekt SOL

Projektleiterin Gabriele Huterer (li.), Asylwerber Ali Nehjati, Lehel Magyari und Jerome Ecker präsentieren die Ergebnisse des Integrationsprojektes von SOL.

Dank der Unterstützung durch Bund, Land und der europäischen Union (LEADER) können die Mitarbeiter des Flüchtlingsprojektes auf positive Entwicklungen zurückblicken.

OBERWART (kv). 160 Asylwerber (85 im oststeirischen Kernland und 75 im Südburgenland) sowie 39 Asylberechtigte (31 in der Steiermark und 8 im Burgenland) wurden in Einzelgesprächen mit der Idee, in einem Verein mitzutun, bekanntgemacht. "Uns geht es bei dem Projekt darum, die einheimische Bevölkerung mit den Flüchtlingen zusammenzubringen, um Vorurteile abzubauen und Mauern einzureißen", sagt Projektleiterin Gabriele Huterer.

Integration mit Vereinen

35 Vereine und Organisationen wurden von SOL unterstützt, damit das Mittun eines Flüchtlings gelingen kann. Außerdem wurden sechs Vernetzungstreffen für freiwillige Helfer veranstaltet, an denen rund 150 Personen teilgenommen haben. Vier öffentliche Veranstaltungen dienten dazu, über 120 Personen das Projekt vorzustellen. 21 Freiwilligenorganisationen und zahlreiche Einzelpersonen, die in unserer Region aktiv sind, wurden vernetzt.

Menschen zusammenführen

"Das Motto 'Beim Reden kommen die Leute zsamm' hat sich bewährt", so Gabriele Huterer. "Fast überall, wo nachgefragt wurde und das Anliegen der Integration von Flüchtlingen in Vereinen erklärt wurde, konnten wir Verständnis feststellen. Manchmal kritisch, manchmal skeptisch, meist aber hilfsbereit. Skepsis und auch Ablehnung hat sich immer beim gegenseitigen Kennenlernen aufgelöst."

Andere Länder, andere Sitten

Flüchtlinge müssen ganz von vorne anfangen, sich anpassen, die Sprache lernen und ide Sitten und Gebräuche verstehen lernen. Das geht nicht von heute auf morgen. Ein Asylwerberverfahren kann bis zu zwei Jahren hinziehen. "Es wäre unsinnig, erst nach einem positiven Bescheid mit der Integration anzufanngen. Wenn sie bleiben dürfen, haben sie sich bereit gut eingelebt und wenn sie zurück müssen, nehmen sie das Wissen und die erlernten Fähigkeiten mit", so Huterer.

Vereine unterstützen

Lehel Magyari vom Taekwondoverein Red Dragon Kohfidisch konnte bestätigen: „Wir haben Flüchtlinge aufgenommen und es hat nie Schwierigkeiten gegeben. Wir halten uns an strenge Regeln und die neuen Mitglieder hielten sich auch an die Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit des Trainings. Respekt steht dabei ganz oben."
Lehel Magyari kam selbst vor 17 Jahren aus dem rumänischen Siebenbürgen nach Österreich. "Bei uns gibt es keine Hautfarbe, Religion und Politik, es zählt nur der Mensch."

Anschluss gefunden

Der 17-jährige Ali Nehjati aus Afghanistan ist froh darüber, diese Gelegenheit bekommen zu haben. Seit zwei Jahren ist er nun in Österreich, noch weiß er nicht, ob er bleiben darf, sein Einspruch gegen den ersten negativen Bescheid läuft noch. Wenn er darf, will er im Burgenland bleiben, da kenne er schon die Gesetze und habe auch schon Freunde. Kürzlich hat er die Hauptschule abgeschlossen.

Zuwanderung tut Region gut

"Für 2018 sind die Mittel noch gesichert“, so Gabriele Huterer. „Da werden wir der einheimischen Bevölkerung und den Flüchtlingen weiterhin Unterstützung anbieten beim gegenseitigen Kennen- und Respektieren-Lernen.“
Sehr oft wollen Flüchtlinge in Ballungszentren wandern, wenn sie ‚positiv‘ bekommen, aber immer öfter bleiben sie auch in der Region, weil sie Freunde gefunden haben, weil sie gut aufgenommen werden. Auch gibt es vereinzelt Rückkehrer. Und Zuwanderung tut unserer Region gut.

Verein SOL

SOL ist ein gemeinnütziger, überparteilicher und überkonfessioneller Verein mit 2000 Mitgliedern in ganz Österreich. SOL unterstützt Menschen auf ihrem Weg zu einem nachhaltigen und solidarischen Lebensstil – durch regelmäßige Treffen in rund 20 Regionalgruppen, durch Projekte, Veranstaltungen und Publikationen. Mehr über SOL finden Sie auf www.nachhaltig.at.
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