05.12.2017, 14:00 Uhr

Mindestens elf Gemeinden im Bezirk Oberwart sind glyphosatfrei

Wolfgang Spitzmüller setzt sich für den Verzicht von Glyphosat ein. (Foto: Die Grünen)

Das umstrittene und krebserregende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wurde nun für weitere fünf Jahre in der EU zugelassen.

BEZIRK OBERWART. Im Burgenland haben sich jedoch bereits einige Gemeinden dazu entschlossen, im öffentlichen Bereich das schädliche Mittel nicht mehr einzusetzen, da es durchaus Alternativen gibt.

Greenpeace Glyphosat Gemeinde-Check

Laut der virtuellen Landkarte von Greenpeace (Stand 03.11.2017) sind im Bezirk Oberwart die Gemeinden Litzelsdorf, Kemeten, Wolfau, Oberwart, Markt Allhau, Rotenturm, Großpetersdorf, Pinkafeld, Mariasdorf und Unterkohlstätten glyphosatfrei. Das schließt jedoch nicht aus, dass auch andere Oberwarter Gemeinden dem giftigen Spritzmittel entsagt haben, wie es der Fall in Oberschützen ist.

Pinkafeld setzt auf biologisch abbaubare Mittel

In Pinkafeld hat der Gemeinderat im Juni 2016 ein Verbot von Glyphosat auf öffentlichen Grünflächen verabschiedet.
Zusätzlich werden von der Gemeinde Informationsmaßnahmen zur Bewusstseinsbildung der umweltschädlichen Wirkung des Spritzmittels durchgeführt. So möchte man auch private Grundeigentümer und Landwirte dazu bewegen, auf Glyphosat zu verzichten.

Pinkafeld ist vorbildhaft
Bereits seit 2015 verwendet die Stadtgemeinde Pinkafeld zur Unkrautvernichtung ausschließlich Produkte, welche auf Aktivsauerstoff basieren und wirken, sodass kein Kohlendioxid mehr aufgenommen werden kann. Somit kommen bei Parkbuchten, Pflasterflächen, Randsteinen, Verkehrszeichen und gepfasterten Gehwegen nur mehr Außenreiniger auf biologischer Basis zum Einsatz, die zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind. "Der Kostenaufwand ist dadurch zwar um 50 Prozent gestiegen und wir brauchen mehr Personal, da die Anwendungen mehrmals erfolgen müssen, aber das ist uns die Umwelt und Gesundheit auf jeden Fall Wert", sagt Bgm. Kurt Maczek.

Markt Allhau verzichtet seit 4 Jahren

Bereits seit dem Jahr 2013 ist die Gemeinde Markt Allhau schon glyphosatfrei. In einer Bürgerversammlung wurde das Thema sehr genau besprochen. "Danach haben wir uns darauf geeinigt, Glyphosat nicht mehr zu verwenden", so Bgm. Hermann Pferschy. Ein höherer Personalaufwand war dadurch nicht erforderlich. 
Wie die Stadtgemeinde Oberwart ist auch Markt Allhau auf das Spritzmittel Raundox umgestiegen. Raundox ist zwar kein biologisches Mittel, aber weitaus unbedenklicher und ein erster Schritt weg von Glyphosat. "Zusätzlich haben wir Blühflächen angelegt, die wir einmal im Jahr mähen", sagt Bgm. Hermann Pferschy.

Oberschützen

In der Gemeinde Oberschützen wurde bereits im Juni 2015 einstimmig der Verzicht beschlossen. "Wir haben auch die Tafel 'Ökologische Gemeinde' von LRin Astrid Eisenkopf dafür bekommen", sagt Umweltgemeinderat Wolfgang Spitzmüller. Der Verzicht auf Glyphosat wurde auch an Greenpeace weitergeleitet, die Eintragung auch mehrmals urgiert. Trotzdem wurde die Gemeinde noch nicht als glyphosatfrei markiert.
"Der Beschluss der Mitgliedsstaaten für Glyphosat ist mehr als ärgerlich, vor allem da das EU-Parlament für einen schrittweisen Ausstieg gestimmt hat. Jetzt ist es umso wichtiger, dass die Gemeinden aussteigen und Bioprodukten der Vorzug gegeben wird", so Spitzmüller abschließend.

Mögliche Alternativen

Man kann Unkraut auch abflämmen, mechanisch entfernen, biologische Mittel verwenden oder mit Kochwasser abschütten. "In kleineren Privathaushalten wäre es auch möglich, das Unkraut händisch zu entfernen", so Spitzmüller. "Auch ich habe früher bei mir zuhause Glyphosat verwendet. Jetzt benutze ich eine Essigessenz und das funktioniert ganz wunderbar", sagt Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner.

Link: Es gibt gute Alternativen zum Glyphosat
Kommentar: Glyphosatzulassung ist ein massiver Rückschlag
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