14.10.2014, 18:00 Uhr

Spitzmüller: "Nord-Süd-Gefälle!"

Eine Mindestversorgung im öffentlichen Verkehr für den Landessüden fordern Dietrich Wertz und Johanna Glaser von der Bürgerinitiative. (Foto: BI Pro Bahn)

Kritik aus dem Südburgenland gibt es für das Verkehrskonzept Burgenland

Offiziell wurde am 1. Oktober die neue Gesamtverkehrsstrategie fürs Burgenland vorgestellt.
„Das Burgenland verfolgt mit der Gesamtverkehrsstrategie einen nutzergruppenorientierten Ansatz“, so LH Hans Niessl. Für das Südburgenland soll es wie berichtet eine Machbarkeitsstudie einer Bahnverbindung Oberwart - Szombathely geben und die G1-Linie nach Wien gestärkt werden.
Während LH Niessl und Verkehrskoordinator Peter Zinggl das Paket als zukunftsweisend sehen, gibt es einige Kritiker - v.a. im Südburgenland.

"Keine Verbesserungen"

"Mobilität für alle BurgenländerInnen? Leider nein. Die neue Gesamtverkehrsstrategie steht zwar unter einem hochtrabenden Motto, ist aber in Wirklichkeit vollkommen diffus. Der Bürgerbeteiligungsprozess hatte kaum Einfluss auf die Ergebnisse und das gerade druckfrische Papier sieht – vor allem im Landessüden - keine wesentlichen Verbesserungen vor", kritisiert Dietrich Wertz von Pro Bahn Südburgenland.
"Ein Hauptmerkmal der neuen Gesamtverkehrsstrategie ist ihre Unverbindlichkeit. Es ist bedenklich, wenn statt konkreter Pläne nur allgemeine Strategien beschlossen werden. Dies gibt der Landesregierung den Spielraum, weiterhin Fehlentscheidungen nach Belieben treffen zu können“, so Johanna Glaser von „Pro Bahn Südburgenland“.
"Im Vergleich zu GVK 2002 muss die neue Gesamtverkehrsstrategie als Rückschritt gewertet werden, wobei ein direkter Vergleich, aufgrund fehlender Inhalte, eigentlich nicht einmal möglich ist. Wo konkrete Maßnahmen angesprochen sind, beziehen sie sich fast ausschließlich auf das Nordburgenland", so Wertz.
"Der Bürgerbeteiligungsprozess hatte kaum Einfluss auf Ergebnisse. Zentrale Anliegen und Bedürfnisse südlich des Sieggrabener Sattels wurden nicht berücksichtigt. Bürgerbeteiligung wird nur so lange ernst genommen wird, solange sich die Ergebnisse mit der Meinung des Landeshauptmannes decken“, analysiert Christoph Wachholder.

Im Süden bloß Machbarkeitsstudie

Kritik übt auch LA Wolfgang Spitzmüller, Die Grünen: "Kritische Stimmen oder gar eine Diskussion seien nämlich nicht zugelassen gewesen. Es zeigt sich auch wieder ein eindeutiges Nord-Südgefälle. Während die A4 um 345 Mio. Euro und die Bahnhöfe Mattersburg/Neusiedl/Bruck a.d. Leitha um 50 Mio. Euro fix ausgebaut werden sollen, gibt es für die Bahnverbindung Oberwart-Szombathely bloß eine Machbarkeitsstudie. Für Friedberg-Oberwart wird ein Betriebskonzept erstellt. Gerade der Süden, wo die Bürgerveranstaltungen besonders gut besucht waren, bleibt in vielen Bereichen außen vor. Außer die Linie G1 gebe es im Südburgenland kaum Möglichkeiten, öffentlich unterwegs zu sein."
Dabei gehe es, so der Grünabgeordnete, nicht nur um den Personenverkehr: „Die drohende Einstellung des Güterverkehrs im Bezirk Oberwart gefährdet gerade jene Unternehmen, die nicht von ungefähr direkt an der Bahntrasse liegen: Stahlbau Unger, Nikitscher Metallwaren, Manfred Mayer Mineralöl und andere.“

"Leere Versprechungen"

Spitzmüller ortet "Leere Versprechungen für den Süden": „Somit passiert im Süden zur Zeit nach jahrzehntelangen Versprechungen immer das Gegenteil. Versprochen wurde die Erweiterung der Bahnlinie Friedberg-Oberwart. In Wirklichkeit wurde sie komplett eingestellt. Versprochen wurde die Fortführung des Pinkatal-Busses. Auch dieser wurde eingestellt. Wer glaubt da noch daran, dass es jetzt plötzlich besser wird?“
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