19.06.2017, 13:53 Uhr

Tankwagen überschlug sich auf der A2 bei Loipersdorf

Ein Tankwagen überschlug sich und rutschte von der Autobahn. (Foto: Stadtfeuerwehr Pinkafeld)

Der Fahrer wurde schwer verletzt, fünf Feuerwehren waren im Einsatz.

PINKAFELD/LOIPERSDORF. Die Stadtfeuerwehr Pinkafeld wurde um 09:53 zu einem Verkehrsunfall gerufen. Ein Tankwagen mit Gefahrengut war von der A2 abgekommen, hatte sich im Bereich der Raststätte Loipersdorf überschlagen und kam am Böschungshang der Autobahnüberführung seitlich zum Liegen.
Die Stadtfeuerwehr rückte mit einem ELF (Einsatzleitfahrzeug), ULF (Universallöschfahrzeug), GSF (Gefährliche Stoffe Fahrzeug) und einem KSF (Körperschutzfahrzeug) zum Einsatzort. Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt und Gefahrgut war dampfend ausgetreten.

Christophorus 16 im Einsatz

Der schwerverletzte Fahrer des tschechischen LKWs konnte sich noch selbst aus dem Gefahrenbereich retten, wurde vom Roten Kreuz erstversorgt und danach mit dem Christophorus 16 ins Krankenhaus Oberwart geflogen.
Die Stadtfeuerwehr sicherte gesamten Gefahrenbereich ab und baute mit dem ULF einen dreifachen Brandschutz aus. Zudem wurde ein erster Atemschutztrupp zur Erkundung der Situation und Holen der Transportpapiere aus der zerstörten Fahrerkabine beauftragt.

Spezialisten nachalarmiert

Zeitgleich wurde die Alarmstufe auf G3 erhöht und die "Gefährliche Stoffe"-Spezialisten der Feuerwehren Pinkafeld, Bernstein, Markt Allhau, Neustift und Riedlingsdorf nachalarmiert.
Anhand der Transportpapier konnte als Ladegut Phthalsäureanhydrid, ein brennbarer bei Raumtemperatur fester Stoff, der bei 160° C im geschmolzenen Zustand transportiert wird, identifiziert werden. Der Stoff reagiert mit Wasser zu einer Säure. Die weitere Erkundung zeigte, dass der Tankaufleger an zwei Stellen undicht und Produkt ausgetreten war, wobei das Produkt an den Austrittsstellen bereits auskristallisiert war, wodurch weiterer Produktaustritt verhindert wurde. Während der gesamten Sicherungsarbeiten wurden laufend Temperatur der Tankaußenwand und Schadstoffmessungen der Umgebungsluft durchgeführt sowie die Windrichtung überwacht.

Bergung erst in einer Woche

Der Tankwagen kam in so ungünstiger Position zum Liegen, dass ein Umfüllen des Produkts nur mit vorheriger Bergung des stark beschädigten Tankauflegers möglich gewesen wäre. In der gemeinsamen Lagebesprechung am ELF Pinkafeld mit dem Gefahrgutreferenten HBI Ulreich, der BH Oberwart, ASFINAG und Polizei und nach Rücksprache mit Experten des Landesfeuerwehrverbandes wurde daher entschieden, das Produkt im Tankwagen auskühlen zu lassen und erst nach Verfestigung des Stoffes die Bergung durchzuführen.
Das ausgetretene Produkt wurde von den Spezialisten unter Schutzstufe 2 in Behälter befüllt und die Schadensstelle freigemessen. Nach Sicherung des LKWs und des Tankauflegers mit Greifzügen und Aufbau eines Sichtschutzes wurde eine Sicherheitsfirma mit der Bewachung des Unfallfahrzeuges beauftragt.
Die Bergung des LKWs mit Gefahrstoff wird in ca. 1 Woche durchgeführt. Nach ca. fünf Stunden konnten die Feuerwehren wieder einrücken. Die Feuerwehren Markt Allhau, Bernstein, Riedlingsdorf, Neustift a.d.L. und Pinkafeld standen mit insgesamt 15 Fahrzeugen und 59 Mann im Einsatz.
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