01.06.2018, 16:09 Uhr

Viele Feuerwehreinsätze nach schweren Unwetter im Bezirk Oberwart

In Riedlingsdorf sind derzeit 14 Feuerwehren im Hochwassereinsatz. (Foto: Feuerwehr Riedlingsdorf)

Zahlreiche Gemeinden im Bezirks sind erneut vom Hochwasser durch Starkregen betroffen. Auch einige Straßen sind gesperrt.

BEZIRK OBERWART. Das schwere Unwetter mit Gewitter, Starkregen und teilweise auch Hagel am Freitagnachmittag sorgte für wieder für Überflutungen im Bezirk Oberwart.
Vor allem im Raum Pinkafeld und Riedlingsdorf stieg die Pinka besorgniserregend und mehrere Feuerwehren sind seit dem frühen Nachmittag im Hochwassereinsatz. Es kam auch zu Löscheinsätzen aufgrund von Blitzeinschlägen.
Auch in anderen Gemeinden gab es Feuerwehreinsätze aufgrund des Unwetters und Hochwassers - v.a. in Wolfau, Kemeten und Loipersdorf.

Loipersdorf und Wolfau: Pumparbeiten im Gange

"Der Stögersbach ist bereits zurückgegangen, die Auspumparbeiten sind immer noch im Gange!", berichtet die FF Loipersdorf auf ihrer Facebookseite. Die Gemeinde ist  besonders stark vom Hochwasser betroffen. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Pinkafeld, Hochart, Wiesfleck, Schreibersdorf, Kemeten, Buchschachen, Günseck und der Katastrophenhilfszug 6 + 7 des Bezirkes Oberwart (insgesamt 25 Freiwillige Feuerwehren). Es waren gestern 40 Einsatzfahrzeuge und 250 Mann im Einsatz!
Auch in Wolfau vermeldet die Feuerwehr über Facebook, dass nach wie vor intensiv gearbeitet wird und noch einige Häuser unter Wasser stehen. "Der Einsatz wird noch den ganzen Tag dauern", so die FF Wolfau.

Derzeit 34 Wehren im Einsatz

Zurzeit sind 34 Wehren mit ca. 450 Männern aus dem Bezirk Oberwart sowie zwei Züge aus dem Bezirk Hartberg-Fürstenfeld im Einsatz. Ebenfalls eingetroffen ist der KHD-Zug 2 aus Oberwart mit 12 Fahrzeugen und 72 Mann. Aktuelle Einsatzorte sind Loipersdorf, Kitzladen, Grafenschachen, Buchschachen, Markt Allhau, Pinkafeld, Wolfau, Litzelsdorf und Rotenturm.
Es sind auch einige Straßen wegen Überflutungen gesperrt - darunter in Jabing, Wolfau und Markt Allhau.

Stadlbrand in Pinkafeld

Als die Stadtfeuerwehr Pinkafeld mit allen Kräften mit der Beseitigung der Unwetterschäden beschäftigt war, ging bei der Einsatzleitung die Meldung über einen Gebäudebrand in der Mariengasse in Pinkafeld ein. Sofort wurden sämtliche Kräfte von der Pumparbeiten abgezogen und in die Mariengasse beordert. Durch einen Blitzschlag brach in einem ehemaligen Holzstadel, der jetzt als Geräteschuppen diente, ein Brand aus. Beim Eintreffen stand der gesamte Holzstadel im Vollbrand. Das Feuer drohte auf ein angrenzendes Wohnhaus überzugreifen. Sofort wurde vom ULF aus ein Löschangriff mit zwei HD und einem C- Rohr vorgenommen.
Das LF Pinkafeld stellte die Löschwasserversorgung zu der Beiden Tanklöschfahrzeugen sicher und stellte einen Atemschutztrupp ab. Der umfassende massive Außenangriff zeigte schnell Wirkung. Nach einer halben Stunde konnte „BRAND AUS“ gegeben werden. Die Stadtfeuerwehr Oberwart brachte ihre Teleskopmastbühne in Stellung und löste von oben lose Gebäudeteile und kontrollierte das angrenzende Dach des Wohnhauses mittels Wärmebildkamera. Auch in der Brandruine spürten die Atemschutztrupps mittels Wärmebildkamera letzte Glutnester auf und führten Nachlöscharbeiten durch.

Stadtfeuerwehr Oberwart im Einsatz

Um 13:26 Uhr wurden die Stadtfeuerwehr Oberwart von der LSZ-Burgenland zum Brandeinsatz nach Pinkafeld alarmiert und rückte mit einem ELF, einem TLFA-4000 und einer TB 23-12 und 16 Mann zum Brand aus.
Während dem Einsatz wurde die Feuerwehr nach Riedlingsdorf zum Hochwassereinsatz alarmiert. Die Teleskopmastbühne wurde eingestellt und ein SRF, ein ULFA-3000 und der KAT-LKW rückten aus. "Alle Pumpen sind im Einsatz. Sandsäcke wurden mit dem KAT-LKW zum Feuerwehrhaus Riedlingsdorf und zu den Einsatzadressen gebracht", berichtet die STF Oberwart.

14 Feuerwehren in Riedlingsdorf

Freitag Mittag wurde die Gemeinde Riedlingsdorf von monsunartigen Regenfällen heimgesucht. Während die Feuerwehr Riedlingsdorf mit dem Auspumpen der ersten überfluteten Keller begann, kam es zu einer weiteren folgenschweren Alarmierung: T2 (Technischer Einsatz) - Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person.
Aus ungeklärter Ursache wurde ein Fahrzeug von den Wassermaßen überrascht. Der Fahrzeuglenker konnte das Fahrzeug ohne fremde Hilfe nicht mehr verlassen. Die nachalarmierte Feuerwehr Bad Tatzmannsdorf übernahm mit einem RLF diesen spektakulären Einsatz. Der Fahrzeuglenker konnte unverletzt gerettet werden. Im Verlaufe des Einsatzes trat die Pinka an einigen Stellen über das Ufer. Teile des Ortsgebietes mussten für den Verkehr gesperrt werden. Zur Stunde sind 14 Feuerwehren im Ortsgebiet von Riedlingsdorf im Einsatz.
"Die Ortsfeuerwehr Riedlingsdorf bedankt sich bei der LSZ und den Wehren aus: Oberwart, Pinkafeld, Willersdorf, Goberling, Günseck, Schmiedrait, Holzschlag, Bad Tatzmannsdorf, Aschau, Jormannsdorf, Mariasdorf, Oberschützen, Unterschützen", so Kmdt. HBI Stefan Zettl.

Wolfau teilweise überflutet

In Wolfau sind die Tankstelle, der Sparmarkt und FA Binder teilweise überflutet. Anliegende Häuser sind geschützt. Aktuell sind alle Fahrzeuge, mit 30 Mann in Wolfau und Markt Allhau im Einsatz.
Die Wasserpegel sind aber leider noch im steigen, somit kann hier noch keine Entwarnung gegeben werden. Positive an zu merken ist, dass sehr viele freiwillige Helfer aus der Ortsbevölkerung und auch diverse Vereine die Feuerwehr unterstützen.

Bericht Unwetter am 29. Mai
Unbürokratische Hilfe vom Land
Bericht vom 2. Juni

Aktuelle Berichte gibt's auch hier.

Video aus Loipersdorf
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Bezirksblätter Oberwart aus Oberwart | 04.06.2018 | 14:34   Melden

Feuerwehr ist kein Hobby, sondern eine Berufung!


Liebe Freunde der Stadtfeuerwehr Pinkafeld, liebe Pinkafdelderinnen und Pinkafelder!
Die vergangene Woche war die einsatzreichste Woche seit dem Bestehen der Stadtfeuerwehr Pinkafeld. Innerhalb von zwei Tagen mussten meine Kameraden fast 200 Einsätze absolvieren. Ich möchte mich auf diesem Weg bei jedem einzelnen recht herzlich bedanken.
Stundenlang im Regen zu stehen, vollkommen durchnässt zu sein um anderen zu helfen, das ist nicht selbstverständlich. Viele sind in den letzten Tagen bis an ihre Belastungsgrenze gegangen. Oftmals wird vermutet, dass unsere Mitglieder bezahlt werden – aber keine Feuerwehrfrau und kein Feuerwehrmann bekommt auch nur einen Cent. Umso mehr ist die Leistung aller Kameraden hervorzuheben. Ich bin stolz auf so eine top ausgebildete Mannschaft zählen zu können.
Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen und mich bei den benachbarten Wehren bedanken, die uns unterstützt haben – ohne ihre Hilfe wäre es niemals möglich gewesen, diese hohe Anzahl an Einsätzen abzuarbeiten. Ein aufrichtiges „Vergelts Gott“ an die Feuerwehren Hochart, Kroisegg, Neustift an der Lafnitz, Oberwart, Schreibersdorf und Wiesfleck. Auch den Mitarbeitern des Bauhofes der Stadtgemeinde Pinkafeld gilt mein Dank. Sie waren innerhalb kürzester Zeit verfügbar, um Straßen zu sperren und Vermurungen zu beseitigen.
Nicht vergessen möchte ich all die Arbeitgeber, die es den Florianis ermöglichen, den Arbeitsplatz kurzfirstig zu verlassen, um ihren Feuerwehrdienst leisten zu können.
Ohne diese Unterstützung würde es traurig aussehen im Burgenland. Dem Team der Landessicherheitszentrale (LSZ) möchte ich meine Hochachtung aussprechen – ihr macht einen sehr guten Job! Gerade bei solchen Großschadensereignissen ist es nicht immer einfach, einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn hunderte Betroffene den Notruf wählen.

Auch wenn wir uns die größte Mühe geben, schaffen wir es nicht, überall gleichzeitig zu sein. Falls jemand länger auf unsere Hilfe warten musste, möchte ich mich dafür entschuldigen. Sämtliche Feuerwehrleute, die in Pinkafeld eingesetzt waren, haben in den letzten Tagen wirklich ihr Bestes gegeben.

Abschließend möchte ich noch unsere Familien vor den Vorhang holen. Wieder einmal war es ein Wochenende, an dem sie viel zu kurz gekommen sind. Ohne das Verständnis und den Rückhalt der Angehörigen wäre die Arbeit der Feuerwehr gar nicht möglich.
Das größte Kompliment hat mir dieses Wochenende meine Tochter gemacht. Als ich nach dem letzen Einsatz nach Hause gekommen bin, hat sie mich erwartet und gesagt „Papa, was ihr macht ist toll und ich bin stolz auf euch“. Genau diese positiven Rückmeldungen sind es, die uns Feuerwehrleuten die Kraft geben, weiterzumachen.
DANKE!
Ihr Kurt Tripamer, Stadtfeuerwehr Pinkafeld

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