12.10.2017, 07:19 Uhr

Krankenhaus Oberwart liegt voll im Plan

Der Ärztl. Direktor Kurt Resetarits, Pflegedirektor Andreas Schmidt, LR Norbert Darabos, kfm. Direktor Johann Nestlang und der interimistische KRAGES-GF Karl Helm präsentierten das Modell des neuen Krankenhauses Oberwart.

LR Norbert Darabos präsentierte den Vorentwurf für den Neubau des Krankenhauses Oberwart

OBERWART. Den Planungsstand und den Vorentwurf zum Neubau des Krankenhauses Oberwart präsentierte Gesundheitslandesrat und Aufsichtsratsvorsitzender der burgenländischen Krankenanstalten Norbert Darabos in Oberwart.
Anfang November sollen die Detailpläne vorliegen, die Generalunternehmer-Ausschreibung ist für Mai 2019 geplant. „Anfang der 2020er Jahre“ soll das Bauprojekt abgeschlossen sein.


Struktur nun fix

In den letzten Monaten seien große Schritte im Neubauprozess gemacht worden. „Die Nutzergespräche konnten im Sommer abgeschlossen werden. In mehr als hundert Gesprächen mit den Primarii, den Abteilungsleitern und der kollegialen Führung des Hauses wurden die Details zur Anordnung und Größe jeder Station sowie zur Betriebsorganisation und zum Logistikkonzept festgelegt“, informierte Darabos. „Für die Mitarbeiter ist das deshalb so wichtig, weil damit fixiert wurde, wo sie ihren Arbeitsplatz haben und wie die Patientenwege geplant sind“.
Die Ergebnisse der Nutzergespräche seien die Basis für die Detailpläne des Krankenhauses, die Anfang November durch den Generalplaner vorgelegt werden sollen. Anschließend werde mit den Vorbereitungen zur Ausschreibung des Generalunternehmers begonnen. Aus jetziger Sicht werde diese im Mai 2019 erfolgen, so Darabos. Derzeit läuft die Auswertung der Ausschreibung zur begleitenden Kontrolle und zur örtlichen Bauaufsicht.

Baukörper mit 7 Fingern

Der Neubau besteht aus einem Baukörper mit sieben Fingern in Nord-Süd-Ausrichtung (7 Finger mit Untergeschoss, 5 Finger zweigeschossig über dem Eingang, 2 Finger viergeschossig über dem Eingang), mit einer Magistrale als Verbindung. "Die Nord-Süd-Ausrichtung ermöglicht für die Mitarbeiter kürzere Wege als bisher. Die Nettonutzflächen betragen rund 26.000 m2, der umbaute Raum rund 230.000 m3. Insgesamt stehen 320 Betten zur Verfügung, das sind weniger als bisher", so Planungsleiter Josef Strohmaier. „Die Belegungstage werden reduziert, ambulante Leistungen ausgebaut, deshalb kommen wir auch mit weniger Betten aus“, sagt Pflegedirektor Schmidt. „Das Krankenhaus wird aber wesentlich leistungsfähiger sein“, versichert der ärztliche Direktor Prim. Kurt Resetarits. "Die Ausweitung spezieller Bereiche im Bedarfsfall sei planerisch bereits berücksichtigt worden. Eine der Vorgaben sei die Entflechtung der Patientenströme im Erdgeschoss gewesen, dies sei durch die Anordnung von Zufahrt, (Notfall-)Aufnahme und Erstuntersuchungsbereichen gegeben. Alle Räume werden Tageslicht haben", betont Strohmaier.

An Verkehrslösung wird gearbeitet

Noch gearbeitet werde an einer Verkehrslösung, diesbezüglich gebe es bereits Gespräche mit der Stadt. Ein Parkhaus sei bereits in der Ausschreibung. Der Neubau habe enorme Bedeutung für die ganze Region, gelte es doch ein Einzugsgebiet von rund 120.000 Menschen allein im Südburgenland abzudecken.
Ein wesentlicher Schritt im gesamten Neubau Prozess sei die Einrichtung eines Lenkungsausschusses mit namhaften Experten – Juristen sowie Fachleuten aus dem Finanz- und dem Baubereich - im Februar dieses Jahres gewesen, betont Darabos. Der Ausschuss stehe der Landesregierung in allen Belangen zum Bau beratend zur Seite und habe bereits eine Vielzahl von intensiven Sitzungen absolviert.

Impuls für die Region


„Für die Patienten in der Region Südburgenland gewährleistet das neue Krankenhaus eine Gesundheitsversorgung nach höchsten internationalen Standards, für die Wirtschaft im Südburgenland bedeutet es einen Millionenimpuls und die langfristige Absicherung von über 1.100 Arbeitsplätzen. Laut Studien des Fiskalrates wirkt jeder öffentlich investierte Euro doppelt – so kann hier von einem Wertschöpfungsvolumen von mehr als 300 Millionen Euro ausgegangen werden“, so Darabos, der das Projekt als „transparentesten Neubauprozess österreichweit“ bezeichnet.

ÖVP fordert Transparenz

ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf fordert mehr Transparenz, um "ein Umsetzungsdesaster zu verhindern": "Seit Monaten wartet die Öffentlichkeit auf Details zum Neubau des Krankenhauses Oberwart. Die heutige Präsentation war mehr als überfällig.“
Die SPÖ Burgenland habe, so Wolf, im Alleingang einen Kostenanstieg um das Doppelte verursacht: "Zunächst war die Rede von einem 80 Millionen Euro teuren Projekt, mittlerweile sind die Kosten explodiert. Die Versäumnisse bei der bisherigen Abwicklung zeigen klar auf, dass bei einem Projekt in dieser Dimension eine durchdachte Planung, Transparenz und Kontrolle unabdingbar sind.“
Er nennt drei Bedingungen: "Die Planungsphasen des Neubaus des Krankenhauses Oberwart sind transparent und nachvollziehbar darzustellen. Ein detaillierter Bericht ist dem Landtag jährlich vorzulegen. Ein umfassendes Verkehrskonzept ist mit Experten und Betroffenen zu erarbeiten. Seitens der BELIG-Beteiligungs- und Liegenschafts-GmbH ist dem Landtag ein detaillierter Bericht mit Kostenaufstellung ab 2014 bis dato vorzulegen."
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