12.10.2016, 12:43 Uhr

Pilotprojekt „Akutordination Oberwart“ im KH Oberwart gut angelaufen

Erste positive Erfahrungen gibt es mit der "Akutordi": ÄK Vizepräsident Dr. Michael Schriefl, Obmann BGKK Hartwig Roth, Gesundheitslandesrat Mag. Norbert Darabos, ÄK Präsident OA Dr. Michael Lang (Foto: Landesmedienservice)

LR Norbert Darabos präsentierte erste Erfahrungen mit dem Pilotprojekt in Oberwart.

OBERWART. Am 3.10.2016 startete - bereits berichtet - im Bezirk Oberwart ein österreichweit einzigartiges Pilotprojekt im Sinne der Verschränkung zwischen niedergelassenem und Spitalsbereich.
In der direkt im Krankenhaus Oberwart angesiedelten Akutordination, in welcher die niedergelassenen Allgemeinmediziner des Bezirkes Oberwart Dienst versehen, haben PatientInnen Montag bis Freitag zu den Tagesrandzeiten von 17 Uhr bis 22 Uhr eine fixe Anlaufstelle für allgemeinmedizinische Notfälle. Im selben Zeitraum wird ein Visitenarzt geh- und transportunfähige Patienten in Form von Hausbesuchen betreuen.
Ab 22 Uhr bis 7 Uhr steht ein professioneller Telefonarzt zur Verfügung, falls erforderlich natürlich Rettung und Notarzt. Zentrale Auskunftsstelle für die PatientInnen ist weiterhin die Rufnummer 141. Am Mittwoch, wurden im Rahmen einer Pressekonferenz erste Erfahrungen zum Pilotprojekt präsentiert.

Entlastung des Spitalbereichs

"Ein Ziel des Pilotprojektes ist die Entlastung des teuren Spitalsbereiches. PatientInnen, die ohne Zuweisung das Spital aufsuchen, werden zunächst der Akutordination zugeleitet, wo ein erfahrener Allgemeinmediziner eine Erstbegutachtung vornimmt, gegebenenfalls erstversorgt und je nach Krankheitsbild die PatientInnen zur weiteren Abklärung an die Zentrale Aufnahme- und Erstversorgungseinheit des Krankenhauses Oberwart (ZAE) weiterleitet oder aber auf den niedergelassenen Hausarzt / Facharzt auf den nächsten Tag verwiesen", berichtet LR Norbert Darabos.
Insgesamt 50% der PatientInnen, die die Akutordination aufsuchten, konnten auch dort behandelt werden. Die anderen 50% wurden an die ZAE weitergeleitet. "Das Projekt sei gut angelaufen und die insgesamt 27 Ärzte die sich im Dienstrad befinden sind engagiert und deren Bereitschaft für die Übernahme von Diensten im Pilotprojekt sei groß", versicherte Darabos.

Attraktivierung des Landarztberufes

„Nicht zuletzt dient der Pilotversuch der Attraktivierung des Landarztberufes. Durch die zeitliche Begrenzung der Dienstzeiten sollen ÄrztInnen motiviert werden, wieder Landarztstellen zu übernehmen. Das ist wichtig für eine langfristige Sicherung unseres Gesundheitssystems“, so Darabos.
Die Akutordination selbst soll das bewährte Hausarztsystem nicht ersetzen: Es handelt sich um eine Ordination für allgemeinmedizinische Notfälle; Krankschreibungen, Kontrollen, Wiederbestellungen oder die Weiterverordnung von Medikamenten werden dort nicht stattfinden.
Vom Pilotprojekt umfasst sind sämtliche Gemeinden des Bezirkes Oberwart mit Ausnahme von Litzelsdorf, Kemeten und Deutsch Schützen-Eisenberg, welche weiterhin vom Bereitschaftsdienst Güssing mitversorgt werden. Der Pilotversuch ersetzt den allgemeinmedizinischen Wochentagsnacht-Bereitschaftsdienst in den betroffenen Gemeinden.

Pilotprojekt bis Ende 2017

Keine Änderungen gibt es vorerst beim allgemeinmedizinischen Notdienst an Samstagen, Sonn- und Feiertagen: Hier bleibt es beim Bereitschaftsdienst in der derzeitigen Form. Über die bewährte und bekannte Rufnummer 141 bekommen PatientInnen alle erforderlichen Auskünfte.
Träger des Projektes sind das Land Burgenland, die Burgenländische Gebietskrankenkasse, die Ärztekammer für Burgenland, der Burgenländische Gesundheitsfonds und die KRAGES. Weitere Partner sind das Rote Kreuz, die Landessicherheitszentrale sowie der Notruf Niederösterreich.
Das Pilotprojekt läuft bis Ende 2017. „Ich bin zuversichtlich, dass das Projekt von den Patientinnen und Patienten gut angenommen wird und ein wichtiger Schritt in die Richtung einer modernen Gesundheitsversorgung ist,“ sagt Darabos.
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