29.03.2017, 07:50 Uhr

Familienbetrieb Konditorei Ulreich aus Pinkafeld birgt so manch süßes Geheimnis

Der Familienbetrieb Ulreich funktioniert, weil die ganze Familie an einem Strang zieht. Hier mit Horst Franz vom AMS Oberwart (2.v.li.) (Foto: Ulreich)

Über 90 Jahre Erfahrung in der Backstube, zahlreiche Rekorde und bei keinem Kirtag weit über die burgenländische Grenze hinaus mehr wegzudenken...

PINKAFELD (kv). ...dafür steht die berühmte Konditorei Ulreich mit dem Firmenhauptsitz in Pinkafeld. Denn wer kennt sie nicht, die berühmten Schaumrollen in allen Größen und Variationen. Das Familienunternehmen hat in dritter Generation viele Veränderungen miterlebt, Helmut Ulreich jun. hat es geschafft, dass der Name und seine Backwaren in aller Munde sind.

Erfolgreich mitten in der Rezession

Zwischenkriegszeit, Einbruch des Finanzmarktes, wirtschaftliche Abstürze, Geldnot - inmitten dieser turbulenten Zeit eröffnete Emil Ulreich seine Konditorei in Pinkafeld, die er gemeinsam mit seiner Frau Rosa sicher durch den Zweiten Weltkrieg steuerte und 1960 seinem Sohn Helmut sen. weitergab. "Der erste Standort in der Hauptstraße 2 war nur gemietet, weshalb mein Vater 1962 sein neues Geschäft in die Hauptstraße 29 eröffnete", erzählt Helmut jun. 1967 erweiterte er die Konditorei um einen Tanzsaal, 1971 um eine Kegelbahn. Die Discothek hatte bis in die späten 1970er Bestand. 1983 zog das Familienunternehmen erneut weiter, nämlich an den heutigen Standort Hauptstraße 10. Zwei Jahre davor eröffnete Helmut sen. auch ein Kaffeehaus am Oberwarter Hauptplatz.

Rekorde gebrochen

Ein Brite stellte Anfang der 1980er mit 300 Metern die längste Biskuitroulade her. "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden", dachte sich wohl damals auch Seniorchef Helmut Ulreich. Gesagt getan, gemeinsam mit seinem Team und Sohn Helmut schaffte er unglaubliche 372,6 Meter, die natürlich anschließend auch verspeist wurden.

Imperium geschaffen

1997 übernahm Helmut jun. das Geschäft mit 18 Mitarbeitern. Hatte bereits sein Vater an Supermärkte geliefert, musste diese Kooperation aufgrund der hohen Retouren eingestellt werden. "Ich nahm die Belieferung der Supermärkte wieder auf, nahm jedoch keine Retourware an. Der Betrieb war mit dem Kirtags- und Kaffeehausgeschäft nicht zur Gänze ausgelastet", erklärt Helmut Ulreich.

Zwei weitere Filialen
Anfang 2000 kam einiges auf den Jungunternehmer zu. Die Backstube in Pinkafeld musste dringend modernisiert werden. Zeitgleich hat er nach langer Suche auch in der steirischen Thermenhauptstadt Fürstenfeld einen Standort für eine zweite Filiale gefunden. "Ich belieferte jahrelang die Therme Loipersdorf und kam daher auch oft nach Fürstenfeld. Dort fehlte mir damals ein gemütliches Kaffee, weshalb ich mich dort ansiedeln wollte." Die Bank spielte mit und drei Millionen Euro später konnte Helmut Ulreich seine Träume verwirklichen. Die Investitionen zahlten sich aus, weshalb er zehn Jahre später den Standort Pinkafeld komplett neu aufbaute und zeitgleich ein dritte Konditorei in Bad Schönau eröffente. "Ich stand in Kontakt mit den Hauseigentümern, die auf mich zukamen, weil sie unbedingt eine Kurkonditorei an ihrem Standort haben wollten." 2016 investierte Helmut Ulreich in eine neue Produktion in Fürstenfeld, wo er Obersschnitten für den Handel produziert. Heute liegen die süßen Leckereien von Ulreich in nahezu jedem Supermarkt in Österreich in der Auslage. Der Familienbetrieb beschäftigt mittlerweile 128 Mitarbeiter.

Zwei fähige Erben

Mit seinen Kindern Bea und Emil hat Helmut Urleich auch zwei fähige Geschäftsleute, die ohne weiteres die Familiengeschäfte weiterführen können. "Mir war es immer wichtig, die ganze Familie einzubinden, weshalb sie auch immer auf Messen und anderen wichtigen Events dabei waren." Bea führt gemeinsamt mit ihrem Vater die Produktion und den Handel, da sie einen Fachhochschulabschluss in Tourismus hat und berufsbegleitend internationale Wirtschaftsbeziehungen studiert. Sohn Emil hat ebenfalls eine touristische Ausbildung und eine abgeschlossene Konditorlehre. Helmuts Frau Silvia ist nicht nur privat, sondern auch beruflich seine Partnerin, "sie führt die Kaffeehäuser".

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