06.07.2014, 22:39 Uhr

Scheunenfest Energiekreis Haller

Aus Rindermist wird in Markt Allhau Strom und Wärme gewonnen.

MARKT ALLHAU (ps). Die Energiekreis Haller KG wirtschaftet nachhaltig, tiergerecht und trotzdem konkurrenzfähig.

Seit 2006 beschäftigt sich die Energiekreis Haller KG in Markt Allhau mit der nachhaltigen und tiergerechten Rindermast. Der Mist der ca. 1.500 Rinder und anfallende Futterreste werden seit 2008 in der betriebseigenen Biogasanlage verwertet und damit wird Strom und Wärme aus Reststoffen gewonnen. Die Biogasgülle bleibt als Endprodukt zurück und wird als hochwertiger Pflanzendünger wieder auf die Felder ausgebracht. Es wird somit kein Kunstdünger oder Spitzmittel verwendet. Seit 2014 wird der feste Anteil der Biogasgülle (separiertes Material) getrocknet und kann als Einstreumaterial verwendet werden. Somit ergibt sich ein wirklich geschlossener Energiekreislauf.

Ökologische Landschaftspflege
Auf die ökologische, regionsorientierte Landschaftspflege wird besonders Wert gelegt. Das Futter und die Einstreu für die Rinder werden zu einem Großteil aus den umliegenden Anbau- und Grünflächen gewonnen. Hierfür werden ca. 250 Hektar Naturschutzgebiet entlang der Lafnitz bewirtschaftet. Auch beim Zukauf wird vor allem auf regionale Partner gesetzt. Es werden keine Kunstdünger und Spritzmittel verwendet, die Natur wird in ihrem Urzustand respektiert.

Stressfreie Rindermast
Mit einem Alter von einem halben Jahr werden Kälber aus ganz Österreich zur Mast zugekauft. Der Betrieb wird strengstens anhand der Richtlinien des AMA-Gütesiegels geführt. Somit ist eine lückenlose Kontrolle und Dokumentation von der Geburt des Kalbes bis zum Endkunden gewährleistet. Die Haltung der Tiere erfolgt in Rundbogenhallen in Kleingruppen mit bis zu 30 Tieren. In den modularen Rundbogenhallen steht den Rindern doppelt so viel Stallfläche wie in einem konventionellen Stall zur Verfügung. Nur durch dieses ausgeklügelte System ist es wirtschaftlich möglich, den Rindern so viel Freiraum zu ermöglichen.
Sie bekommen nur hochwertiges Futter mit sehr geringem Maisanteil. Als Eiweißlieferant wird Sojakuchen zugefüttert. Dies ist ein Rückstand aus der österreichischen Sojamilchproduktion. Diese Sojamilch wird nur aus österreichischen Sojabohnen gewonnen und ist somit gentechnisch nicht verändert.
Die Tiere werden anhand ihres Verhaltens und ihres Alters in Gruppen aufgeteilt. Eine der wichtigsten Konstanten ist der Mensch, der täglich auf die Bedürfnisse der Tiere eingeht. Dies wird durch die sieben Mitarbeiter am Betrieb mit Sorgfalt und Verständnis erledigt. Die Tiere sind somit permanent an den Menschen gewohnt und haben somit auch beim kurzen Transport zu ihrem Bestimmungsort in Graz keinen Stress.

Ökologische Energieerzeugung
Die Rinder produzieren bis zu 55 Tonnen Mist pro Tag, der frisch in die 2008 errichtete Biogasanlage eingebracht wird. Die Anlage produziert aus dem Mist ständig Ökostrom und Wärme für ca. 1.000 Haushalte. In den Behältern der Biogasanlage werden der Mist und die Futterreste bei einer Temperatur von ca. 48 °C vergoren. Das gewonnene Biogas wird in Verbrennungsmotoren zum Antrieb eines Generators verwendet. Die Abwärme der Motoren wird wiederum zur Beheizung der Behälter und für die Versorgung der Trocknungsanlage herangezogen. In der Trocknungsanlage werden hauptsächlich Heu, Stroh und separierte Gärreste getrocknet.

Natürliche Düngerproduktion
Der feste, separierte Gärrest wird aus der flüssigen Biogasgülle gewonnen. Dieser feste Anteil kann in der Humusproduktion als Torfersatz herangezogen werden. Die übrigbleibende flüssige Biogasgülle wird durch die neu installierte Umkehrosmose geleitet, die zwei Drittel der Gülle auf Trinkwasserqualität aufbereitet. Dieser Anteil kann somit bedenkenlos in den Vorfluter eingeleitet werden. Der verbleibende Anteil wird als hochwertiger Dünger auf die Felder ausgebracht. Somit wird natürlicher, Bio-zertifizierter Dünger hergestellt.
Der Energie- und Nährstoffkreislauf ist somit am Betrieb der Energiekreis Haller KG vollständig geschlossen. Es wird nichts verschwendet und der Natur alles wieder zurückgegeben. So ist es möglich nachhaltig, tiergerecht und konkurrenzfähig zu wirtschaften.
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