23.11.2016, 10:00 Uhr

Thomas Graf ist in Oberwart Gärtner in der vierten Generation

Gärtner und Florist Thomas Graf ist in der Gärtnerei groß geworden, nun gibt er sein wissen an die nächste Generation weiter.

Gegründet hat die Gärtnerei der Urgroßvater Thomas Hanusch, der damalige Schlossgärtner vom Schloss Rotenturm, im Jahr 1935.

OBERWART (kv). Dass Thomas Graf die Gärtnerei eines Tages übernehmen würde, stand für ihn nie außer Frage. "Ich wurde in den Beruf hineingeboren und habe hart dafür gearbeitet, mir die notwendigen Fähigkeiten für den Betrieb anzueignen", so Thomas Graf.

Fachschule mit Lehre

Er entschied sich für eine duale Ausbildung und besuchte die Fachschule für Gärtnereiwesen in Langenlois. "Dort geht man eineinhalb Jahre in die Schule und macht anschließend eine eineinhalbjährige Lehre in einem Betrieb." Thomas Graf ging damals bei Andreas Pomper in Güssing in die Lehre. Er schloss nach drei Jahren mit der Lehrabschlussprüfung ab und machte drei Jahre später auch seinen Meister. Da seine Eltern die Gärtnerei auch um die Blumenbinderei im Atrium erweitert haben, absolvierte er zusätzlich eine Floristik-Ausbildung. 1996 übernahm er den gewerblichen Betrieb seiner Mutter, 2000 den landwirtschaftlichen Betrieb vom Vater.

Mühsame Lehrlingsausbildung

Thomas Graf bildet zeitweise in seinem Betrieb Lehrlinge aus, er ist aber auch Lehrlingsausbildner am WIFI Oberwart. "Es ist heute einfach schwieriger gute Fachkräfte zu bekommen, oft mangelt es an Respekt und dem Willen." "Ich kann eh schon alles" und "das mach ich nicht" sind oft gehörte Aussagen der Lehrlinge. Da ein Auszubildender durchschnittlich wegen Berufsschule, Urlaub und Krankheit rund 6 Monate ausfällt, nehmen immer mehr von der Lehrlingsausbildung Abstand. "Der Vorteil ist natürlich, dass man am Ende der drei Jahre genau weiß, welchen Arbeitnehmer man behalten kann und welchen nicht."

Hilfe von Maschinen

Im Vergleich zu früher braucht Thomas Graf heute aber auch deutlich weniger Arbeitskräfte, denn einige Arbeiten können von Maschinen erledigt werden. "Natürlich brauchen Pflanzen menschliche Hände und Kunden brauchen eine gute Beratung. Aber mit unserer Topfmaschine schaffen wir locker 1.500 bis 2.000 Stück." Auch die mordernen Bewässerungsanlagen und Gewächshäuser mit automatischer Belüftung und Beschattung sparen viel Zeit. "Wir haben immerhin 1.800 Quadratmeter Indoorfläche mit Glas und Folie."

Mehr Eigenanbau

Mit exotischen Pflanzen und Gemüse experimentiert Thomas Graf nicht. "Ich habe auch schon gelbe Tomaten angeboten, aber die Leute wollen lieber das Altbewehrte." Bei jungen Leuten geht der Trend eindeutig in Richtung Hochbeete und Gemüse am Balkon. "Baut man selber an, hat man das Gemüse einfach frisch und richtig ausgereift, gekauftes Gemüse wird wegen der Transportwege meist unreif geerntet."
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