Umspannwerk Lienz wird zukunftsfit
30 Millionen Euro für sichere Stromversorgung

Nach Zusammenbau beträgt das Gesamtgewicht des Trafos 816 Tonnen. Eingesetzt werden die hochmodernen Anlagenteile ab Juni 2021.
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  • Nach Zusammenbau beträgt das Gesamtgewicht des Trafos 816 Tonnen. Eingesetzt werden die hochmodernen Anlagenteile ab Juni 2021.
  • Foto: APG/Martin Lugger
  • hochgeladen von Hans Ebner

Neuer Großtransformator in Nußdorf-Debant eingetroffen: Der hochmoderne Anlagenteil erleichtert die Einbindung von Ökostrom in das österreichweite Stromnetz.

NUSSDORF-DEBANT. Die Austrian Power Grid (APG) saniert das Umspannwerk (UW) Lienz in Nußdorf-Debant: Im Zuge eines 30 Millionen Euro schweren Investitionsprogramms verbessert der Netzbetreiber die Stromversorgung Osttirols wesentlich. Ein neuer Transformator erhöht außerdem die Ausfallsicherheit für ganz Österreich und erleichtert die bundesweite Nutzung klimafreundlicher Windenergie.

Sichere Stromversorgung für die nächsten Jahrzehnte

„Das Umspannwerk Lienz ist der einzige Strom-Anspeisepunkt für ganz Osttirol aus dem österreichweiten 380/220-kV-Hochpsannungsnetz der APG und deshalb besonders wichtig für die Stromversorgung in der Region,“ sagt Wolfgang Ranninger, der als Projektleiter die Bauarbeiten koordiniert.
„Nach rund 60 Jahren Betriebsdauer sind Teile der Anlage sanierungsbedürftig. Seit Herbst 2016 erneuern wir daher schrittweise die 220-kV-Schaltanlage, über welche die regionalen Leitungen der TINETZ aus dem überregionalen APG-Netz versorgt werden – damit der Strom auch in den nächsten Jahrzehnten bei allen Haushalten und Unternehmen verlässlich aus der Steckdose kommt.“
Die Bauzeit beträgt sechs Jahre. Durch den coronabedingten Lockdown im März entstandene Bauverzögerungen wurden inzwischen wieder aufgeholt, erklärt Ranninger: „Aus heutiger Sicht steht dem planmäßigen Projektabschluss im Herbst 2022 nichts im Weg.“ Welche Ausmaße ein derartiges Sanierungsprojekt hat, verdeutlicht die Baufläche von 38 Hektar.

167-Tonnen-Schwerlasttransport

Teil des Megaprojekts ist auch ein neuer 380/220-kV-Transformator um 7,5 Mio. Euro. Aufgrund seiner Dimensionen gelangte dieser in drei Einzelteilen, so genannten „Trafobänken“ mit einem Transportgewicht von je 167 Tonnen und einer Länge von 7 Metern, per Bahn vom Siemenswerk in Weiz über einen direkten Gleisanschluss unmittelbar ins Umspannwerk. „Zwei der drei Trafobänke sind in den vergangenen Wochen bereits angekommen und standen schon auf ihren Fundamenten. Jetzt ist schließlich der dritte und letzte Teil eingetroffen und innerhalb von vier Stunden präziser Rangierarbeit auf das Fundament gesetzt worden,“ beschreibt Ranninger.
Nach erfolgreicher Montage diverser Hochspannungskomponenten sowie der Kühlanlagen werden die drei Trafobänke zusammengeschlossen und bilden den Transformator, der als eine Einheit betrieben wird. Das Gesamtgewicht beträgt zu diesem Zeitpunkt 816 Tonnen. Eingesetzt werden die hochmodernen Anlagenteile ab Juni 2021.

Wichtig für Osttirol und ganz Österreich

„Mit dem neuen Transformator erhöht APG die Ausfallsicherheit für ganz Österreich und erleichtert gleichzeitig die bundesweite Verteilung klimafreundlicher Windenergie: Der Trafo verstärkt nämlich die Verbindung zwischen den Speicherkraftwerken Malta und Reißeck (Kärnten) sowie Kaprun (Salzburg) im Westen des Landes mit den Windkraftanlagen im Osten", erklärt Ranninger. Überschüssiger Windstrom, der nicht vor Ort verbraucht wird, kann so über weite Strecken abtransportiert und gespeichert werden. Bei Bedarf kann der Strom dann wieder von den Speicherkraftwerken abgerufen und österreichweit genutzt werden. Auch für den internationalen Stromtransport ist der Standort von Bedeutung, er fungiert als 220-kV-Schnittstelle nach Soverzene in Italien.

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