Am wilden Fluss: Jugendliche durchwandern das Iseltal bis nach Slowenien

20 Jugendliche machen sich auf die Reise von Prägraten nach Bovec in Slowenien.
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  • 20 Jugendliche machen sich auf die Reise von Prägraten nach Bovec in Slowenien.
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BEZIRK (red). Das Iselfest in Prägraten bildete am Samstag den Ausgangspunkt für eine abenteuerliche Wanderung, die eine Gruppe junger Menschen zu den letzten wilden Flussjuwelen der Alpen führen wird: Die 20 Teilnehmer des WWF Jugendprogramms YTAE („Youth Taking Action For The Earth“) machen sich auf den Weg vom Ursprung der Isel in Osttirol über das Kärntner Drautal und entlang der Soca, bis nach Bovec in Slowenien. Die etwa 200 Kilometer sollen in knapp zwei Wochen zu Fuß, in Kanu- und Raftingbooten und per Fahrrad bewältigt werden.
„Für mich ist der Riverwalk eine großartige Chance um zwei der letzten frei fließenden Flüsse Europas kennen zu lernen, und hoffentlich einen Weg zu finden deren Wert auch für andere erfahrbar zu machen“, so die 21-jährige Teilnehmerin Mirjam Stängl. Der WWF und die Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental und der OeAV hatten zum Iselfest eingeladen und wünschen den „Riverwalkern“ eine spannende und erlebnisreiche Tour.

Wildflüsse sind in Europa inzwischen eine Seltenheit. So wie der Tiroler Lech, der Tagliamento in Italien oder die Soca in Slowenien, bietet die Isel in Osttirol den Menschen noch die Möglichkeit zu erfahren, wie Flüsse in den Alpen einmal ausgesehen haben. Noch fließt der Herzfluss Osttirols – ausgehend vom Nationalpark Hohe Tauern bis nach Lienz - frei, ohne Stau und Ausleitung. „Wir erleben in Tirol aktuell einen Ausbauboom der Wasserkraft, der trotz Erzeugungsüberschuss und sinkendem Energieverbrauch im Land anhält. Es muss deshalb eindeutige Tabuzonen geben. Die Isel und ihre Zubringer dürfen nicht zerstört werden“, erklärt Gebhard Tschavoll vom WWF.

Das „rauschende Iselfest“ am 12. Juli mit rund 200 Besuchern hat gezeigt, dass ein intakter Fluss mit hohem Erlebniswert auch eine wichtige Rolle für die Naherholung und Freizeitgestaltung spielt. In dieses Horn stößt auch Adolf Berger von der Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental: „Als Nationalparkgemeinde müssen wir auf unsere Schätze achten. Die Menschen kommen zu uns, um unverfälschte Natur zu erleben und wollen keine begrünten Staubecken neben einer Restwasserstrecke sehen.“ Berger gibt auch zu bedenken, dass durch ein Ausleitungskraftwerk das Wasser der Isel nicht mehr ausreichend für die Notwendigkeiten der Landwirtschaft und des Tourismus zur Verfügung stehen würde.

Franz Theurl, der Obmann des Tourismusverbands Osttirol fand bei der Verabschiedung der Riverwalker in Richtung Slowenien eindeutige Worte zum aktuellen Tauziehen zwischen Nutzen und Schützen an der Isel. "Das Kapital Osttirols liegt in seiner unberührten Natur. Aus der Sicht des Tourismusverbandes hat die Forcierung des sanften Tourismus Vorrang über die Verbauung der Bäche und Kraftwerke, deren ökonomische Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist", so Theurl.

Fotos: Stephan Troyer

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