Kraftwerk Schwarzach
Grünes Licht für Erweiterung

Das Krafthaus in Huben wird um einen zweiten Maschinensatz erweitert. Die Ausbauwassermenge wird dadurch verdoppelt.
  • Das Krafthaus in Huben wird um einen zweiten Maschinensatz erweitert. Die Ausbauwassermenge wird dadurch verdoppelt.
  • Foto: TIWAG
  • hochgeladen von Hans Ebner

Für die Erweiterung des TIWAG-Kraftwerks Schwarzach liegen nunmehr alle Genehmigungen vor. Mit dem geplanten Zubau beim Krafthaus in Huben soll die Jahresstromerzeugung ausgebaut und die Eigenversorgung des Bezirks gesteigert werden.

OSTTIROL. Das Projekt folgt auch der nationalen Strategie zum Ausbau der Wasserkraft durch Verbesserungen und Optimierungen an bestehenden Anlagen. Die Investitionskosten betragen rund 17 Mio. Euro. Vergangene Woche wurde mit den vorbereitenden Bauarbeiten begonnen.

"Vernünftige Erweiterung"

„Die Erweiterung dieses Kleinwasserkraftwerks ist aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht vernünftig und leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Energieversorgung“, betont TIWAG-Vorstandsdirektor Johann Herdina: „Das Projekt wurde so geplant, dass ohne bauliche Maßnahmen an der Wasserfassung sowie an der Druckrohrleitung ein weiterer Maschinensatz zum Krafthaus dazu gebaut werden kann.“
Die Jahresstromerzeugung wird dabei von 61 auf 83 Gigawattstunden gesteigert. Damit können über 5.200 Haushalte zusätzlich mit sauberer Energie aus Osttiroler Wasserkraft versorgt werden.
"Es ist uns wichtig, dass im Zuge der Errichtung die Wertschöpfung in der Region bleibt und auch zahlreiche Osttiroler Firmen federführend dabei sind", so Herdina. Die Fertigstellung ist bis 2022 geplant.
Das zweite Projekt in Osttirol, die Errichtung eines neuen Kraftwerks am Tauernbach, ist unterdessen noch beim Bundesverwaltungsgericht in Wien anhängig. "Hier ist frühestens mit einem Baustart 2023 zu rechnen", erklärt Herdina. Die TIWAG plant im Rahmen des Projekts 90 Mio. Euro zu investieren.

WWF ist alarmiert

Die fortschreitenden Pläne des Energieerzeugers lassen bei der Umweltorganisation WWF die Alarmglocken schrillen. Einmal mehr fordert man, dass der Kraftwerksbau im Isel-Einzugsgebiet gestoppt wird und fordert die Politik zum Handeln auf.
Das europaweit einzigartige Gletscherfluss-System der Isel wird schrittweise zerstückelt und verbaut. Daher muss das gesamte Gletscherfluss-System unter Schutz gestellt werden, um die Isel und ihre Zubringer für die Nachwelt zu sichern. Ansonsten werden immer wieder naturschädliche Projekte durchgedrückt, ohne dass ihre Summenwirkung für die Natur berücksichtigt wird", erklärt WWF-Gewässerschutz-Sprecherin Marianne Götsch.

Kurswechsel gefordert

„Um den Ausstieg aus Öl und Gas zu schaffen, muss die Energiebranche ihre Hausaufgaben machen, anstatt auch noch die letzten intakten Flüsse zu verbauen. Tirol braucht dringend mehr Energiespar-Maßnahmen und eine massive Photovoltaik-Offensive auf Gebäuden. Darauf muss der Schwerpunkt liegen“, so Götsch. (red)

Sind Sie der Meinung, dass an Osttirols Bächen genug Kraftwerke stehen, oder sind Ausbaupläne gerechtfertigt?
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