Aufräumarbeiten in Osttirol
"Wir stehen erst am Anfang" - mit Video!

Baubezirksamt, Forst, Wildbach und Politik luden zum Lokalaugenschein in Kals ein.
  • Baubezirksamt, Forst, Wildbach und Politik luden zum Lokalaugenschein in Kals ein.
  • Foto: Hans Ebner
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Das Tiefdruckgebiet "Vaia" brachte Ende Oktober letzten Jahres von Norditalien bis in die Tauern orkanartige Stürme mit Spitzen über 200 Kilometer pro Stunde, gefolgt von rekordverdächtigen Niederschlagsmengen. Die Kalser Bürgermeisterin Erika Rogl, Vertreter der Wildbach- und Lawinenverbauung, die Landesforstdirektion und Landtagsabgeordneter Hermann Kuenz luden zum Lokalaugenschein in Kals.

OSTTIROL. Der Sturm erreichte Osttirol am Abend des 29. Oktober und schlug eine Schneise durch die Wälder des Bezirks. Hinzu kamen Überschwemmungen, Murenabgänge sowie Schäden an Häusern oder Infrastruktur.
Besonders der Verlust der Schutzwälder war schmerzhaft. "In Osttirol fielen rund 600.000 Kubikmeter Schadholz an. Das entspricht dem dreifachen des jährlichen Holzeinschlages im Bezirk. 95 Prozent der Flachen waren Schutzwald", so Landesforstdirektor Josef Fuchs.

Unmittelbarer Projektstart

Zur Behebung der Schäden und zur Prävention im Bereich der ehemaligen Schutzwaldes wurde von der Landesforstdirektion und der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) mehrere flächenwirtschaftliche Projekte ausgearbeitet. Die Kosten dafür sind enorm. Die Wildbach- und Lawinenverbauung rechnet 27 Millionen Euro vor, die Landesforstdirektion mit weiteren zwölf Millionen in den nächsten 20 Jahren "Nach einem unverzüglichen Baustart konnten bereits nach nur einem Jahr eine Vielzahl an Gefährdungsstellen beseitigt werden. Zur Nachhaltigen Wiederherstellung, vor allem der Schutzwirkung des Waldes, stehen uns jedoch noch viele Jahre bevor. Wir stehen erst ganz am Anfang eines 20-jährigen Projekts" erklärt Gebhard Walter, Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Sektion Tirol.

Schauplatz Kals

Hotspot der Schadensereignisse in Osttirol war die Gemeinde Kals. Allein dort wurden in der Sturmnacht rund 425 Hektar Waldfläche zerstört. Der Großteil davon diente dem Schutz der Straße oder von Siedlungen die direkt unter den Hängen liegen wie in Großdorf. „Nach dem großen Schrecken ist die Sicherheit heute zu großen Teilen wiederhergestellt. Es ist eigentlich unfassbar, was bisher geleistet worden ist", so Bürgermeisterin Erika Rogl.
18 Mann der WLV haben daran gearbeitet, die Sicherheit für den diesjährigen Winter wieder herzustellen. Die d projektierten Aufräumarbeiten im Kalsertal wurden innerhalb eines Jahres zu 90 Prozent abgeschlossen. „Wir haben je nach Gefährdung Prioritäten gesetzt, wo unsere Mannschaften zuerst ihre Arbeit aufnehmen mussten", erklärt Hanspeter Pussnig vom forsttechnischen Dienst der WLV. 

Nächstes Ereignis

Die alten Schäden waren noch nicht beseitigt, da traf das nächste große Ereignis den Bezirk. Der Wintereinbruch mit seinen massiven Schneefällen sorgte wieder für besorgniserregende Zustände. Neben Straßensperren und Stromausfällen wurden wieder die heimischen Wälder in Mitleidenschaft gezogen. „Wir sprechen von einem geschätzten Ausmaß von 250.000 Festmetern Holz, die wir allein in den Novembertagen des heurigen Jahres im Bezirk Lienz erneut verloren haben“, wagt Landesforstdirektor Josef Fuchs eine Schätzung. Es dürfte eine vorsichtige sein. Das genaue Ausmaß wird sich wohl erst später herausstellen. Bis der zerstörte Schutzwald wieder seiner Funktion nachkommen kann wird es jedenfalls sehr lange dauern. "Es hängt immer von der Höhenlage und anderen Faktoren ab. Aber bis ein Schutzwald seine Funktion erfüllen kann, vergehen 30 bis 50 Jahre", so Fuchs.

Autor:

Hans Ebner aus Osttirol

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