Wasserkraft
WWF fordert besseren Schutz für Osttirols Bäche

Laut WWF sollen an der Schwarzach in Spitzenzeiten bis zu 80 Prozent des Wassers abgeleitet werden.
  • Laut WWF sollen an der Schwarzach in Spitzenzeiten bis zu 80 Prozent des Wassers abgeleitet werden.
  • Foto: WWF/Anton Vorauer
  • hochgeladen von Hans Ebner

WWF fordert effektiven Schutz der Osttiroler Gletscherflüsse und klare Absagen für Wasserkraftprojekte in hochsensiblen Gebieten – Bewilligung des Kraftwerks Schwarzach auf dem Prüfstand vor Gericht.

OSTTIROL. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich warnt vor einem neuen Anlauf zur Verbauung der geschützten Isel und ihren Zubringerflüssen. Laut WWF sind aktuell im Umfeld und sogar innerhalb des Natura 2000-Gebiets sieben Kraftwerke geplant und teilweise schon erstinstanzlich bewilligt. „Mit der Nominierung der Isel als Natura 2000-Gebiet im Jahr 2015 hat sich das Land Tirol dem Erhalt dieser einzigartigen Flusslandschaft verpflichtet. Heute zeigt sich, dass dieser Schutzschirm leider große Löcher hat“, so Christoph Walder, Naturschutzexperte vom WWF. Aktueller Anlassfall ist der geplante Kraftwerksausbau an der Schwarzach. Obwohl Gutachten erhebliche ökologische Verschlechterungen belegen würden, sei das Projekt in erster Instanz bewilligt. „Die Welle an geplanten Kraftwerken übersteigt die Belastungsgrenze der Isel. Die Tiroler Landesregierung muss endlich tätig werden und die Erhaltungsziele für das Gebiet konkretisieren und den Wildwuchs an Bauplänen in die Schranken weisen“, erklärt Walder.

Besserer Schutz gefordert

Bereits 90 Prozent der heimischen Süßwassertiere würden einen ungünstigen Erhaltungszustand aufweisen. Der WWF warnt eindringlich vor weiterer Flussverbauung, vor allem bei ökologisch besonders wertvollen Gewässern. „In Osttirol ist klar ersichtlich, dass die Expansion der Wasserkraft auch vor den letzten intakten Flusslandschaften nicht zurückschreckt“, sagt Walder. „Es braucht daher einen besseren Schutz für unsere Schutzgebiete. Umweltlandesrätin Ingrid Felipe hat bereits eine Naturschutzverordnung zur Erlassung eines Naturschutzgebietes ‚Gletscherflusssystem Isel‘ ausgearbeitet. Diese müsste endlich unterzeichnet werden, um den diversen naturzerstörerischen Vorhaben rund um das Schutzgebiet endgültig zu begraben.“

Zu schnell bewilligt

Mehrere, für den WWF nicht aufeinander abgestimmte, Kraftwerksprojekte an den Zubringerflüssen Tauernbach, Kalserbach, Schwarzach und Lesachbach würden das Flusssystem der Isel gefährden. An der Schwarzach sollen in Spitzenzeiten sogar bis zu 80 Prozent des Wassers abgeleitet werden. Für viele Wochen im Jahr würde nur ein Bruchteil des Wassers im Fluss verbleiben.
„Gleich mehrere Naturschutzverfahren, wie etwa zum Ausbau des Kraftwerks Schwarzach sowie zu den Kraftwerksplänen am Tauernbach und Lesachbach zeigen, dass Projekte nur unzureichend geprüft und zu schnell bewilligt werden. Anstatt Naturschutz effektiv zu leben, wird hier auf Kosten wertvoller Lebensräume mit völlig unzureichenden Ausgleichsmaßnahmen eine Genehmigung ermöglich“, so der WWF-Experte. Gegen die Bewilligung des Kraftwerks Tauernbach und Schwarzach haben mehrere Umweltverbände Berufung eingelegt. Die Bewilligungen werden derzeit gerichtlich geprüft.

Autor:

Hans Ebner aus Osttirol

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