Lohn- und Sozialdumping
AK bringt Anzeige gegen Loacker ein

Die Firma Loacker in Heinfels sieht sich mit einer Anzeige der AK wegen Lohndumping konfrontiert.
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Anzeige gegen Loacker wegen Lohn- und Sozialdumpings. Das Unternehmen will laut der Arbeiterkammer seine Regelung verteidigen.

HEINFELS. Nachdem Ende 2019 Hinweise auf eine arbeitnehmerfeindliche Auslegung des österreichischen Arbeitsrechts bei der Firma Loacker auftauchten, ging die AK den Vorwürfen auf den Grund.
„Teilweise bereichert sich das Unternehmen seit Jahren auf Kosten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die AK hat deswegen auch Anzeige wegen Lohn- und Sozialdumpings gegen das Unternehmen Loacker eingebracht“, so AK Präsident Erwin Zangerl, der sich für die verunsicherten Beschäftigten einsetzt.
Der Waffelhersteller Loacker zahlte laut AK seinen Beschäftigten für die Nachtschicht nur 30 % Zuschläge anstatt der geltenden 50 %. Seit Beginn dieser Praxis im Jahr 2000 habe das Unternehmen dadurch erheblichen Profit aus der Leistung der Beschäftigten gezogen.

6,6 Millionen Euro

Immerhin erspare man sich nach eigenen Angaben dadurch Personalkosten von jährlich bis zu 350.000 Euro, hochgerechnet ergeben sich also nicht ausbezahlte Gelder von bis zu 6,6 Millionen Euro von 2000 bis 2019.
Dass diese Praxis nicht rechtskonform ist, war für die AK rasch klar. Nach einer Intervention kam letztlich auch Bewegung in den Fall.
„Jetzt will man auf dem Rücken der Mitarbeiter eine Lösung schaffen, die wir nicht akzeptieren können. Die vom Unternehmen eingebrachten Vorschläge zielen nur darauf ab, sich weiterhin auf Kosten der Beschäftigten zu bereichern. Worauf es hinausläuft, ist, dass die Geschäftsführung vom Betriebsrat eine neue Betriebsvereinbarung erpressen will bzw. mit allen Mitteln versucht, sich die Zuschläge zu ersparen. Das geht natürlich zu Lasten der Beschäftigten“, urteilt der AK Präsident.
Gleichzeitig hält Zangerl fest, dass eine ungesetzliche Vorgehensweise nicht zu tolerieren ist. Denn die Vorbildwirkung wäre fatal. „Würden solche Praktiken nicht unterbunden, könnten auch andere Betriebe das als Freibrief sehen“, erklärt Zangerl. Als Eingeständnis wertet Zangerl auch die Stellungnahme des Geschäftsführers. Hier heißt es, dass aktuell alle Mitarbeiter der fixen Nachtschicht 50 % Zulage erhalten. „Man könnte auch sagen, ‚erst jetzt‘. Ich bin mir aber sicher, dass man dieses ‚aktuell‘ gerne abschaffen möchte“, so Zangerl.

Vierschichtmodell

Derzeit liegt das Verfahren bei der Schlichtungsstelle des Landesgerichts Innsbruck. Loacker „bevorzugt“ nun ein Vierschichtsystem mit 17 Wochenschichten im Produktionsbereich, um damit bei den 30-%-Zuschlägen bleiben zu können.
Ein erster Erfolg der AK ist allerdings bereits zu verzeichnen: Erste Nachzahlungen werden getätigt, aufgrund der kollektivvertraglichen Verfallsfrist bisher aber nur rückwirkend bis September 2019. Allerdings soll der Fall auch für die Vorjahre aufgerollt und weiter zurückliegende Zahlungen eingefordert werden. Die AK will diesbezüglich eine Feststellungsklage einbringen. „Außerdem steht auch die Nachzahlung der Verzugszinsen aus. Auch hier sträubt sich das Unternehmen, obwohl es sich fast 20 Jahre die Nachtschichtzuschläge erspart hat. Es wird eben leider versucht, Vorteile aus der schwierige Arbeitsplatzsituation im Bezirk zu ziehen. Dass man diese Situation aber ausnutzt, ist nicht nur höchst unmoralisch, sondern auch ungesetzlich. Aber Recht muss Recht bleiben, auch in Osttirol“, so Zangerl.

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