13.06.2017, 10:06 Uhr

DAS FAHRRAD FEIERT SEINEN 200. GEBURTSTAG - EIN MYTHOS, EINE UNENDLICHE GESCHICHTE!!!

Radfahrer sind die modernen Flaneure einer sich immer wieder erfindenden Welt. Sie halten die Nase in den Wind und erfreuen sich am Duft der sich einstellenden Realitäten. Gottseidank hat sich so etwas wie ein HUMANISMUS des Radfahrens durchgesetzt, jeder kann davon profitieren, jeder hat einen anderen Zugang, jeder erfindet sich über das Radfahren neu, die verschiedenen Entwicklungsepochen haben uns lebendig gehalten . . .

Grundsätzlich kann ich für das Fahrrad nur ein Lob aussprechen. Es gibt große Städte in Europa, in denen das Fahrrad eine eigene Macht darstellt: Amsterdam, Kopenhagen, Frankfurt, Paris, Münster und Kassel . . . hier haben sich unterschiedliche Studentengruppen auf den Weg gemacht, das Geschehen um das Fahrrad neu zu definieren, haben die Infrastruktur belebt und auf-ge-hübscht. Das Fahrrad hat eine eigene Revolution ausgelöst. Manche erleben einen eigenen Hype auf dem Sattel, wenn sie in die Pedale treten, man spürt das Verhältnis der Kraftkomponenten, die sich verströmen . . . ein bisschen Heroismus ist auch dabei . . .

Das Sprechen über das Fahrrad ist nicht neu. Für jeden von uns verbindet das Fahrrad seine eigene Geschichte, die Augenblicke des Lernens in der Kindheit haben die geistigen und körperlichen Anlagen entwickelt, damit es eine Lifetime-Einstellung geworden ist, die wir letztendlich heute alle leben und auch anwenden . . .

Mit dem Fahrrad erlebe ich eine spezielle Freiheit, eine Unabhängigkeit, ein Lebensgefühl, eine Philosophie, einen Glauben . . . da reihen sich Erinnerungen an Erinnerungen . . . Geschichten um Geschichten . . . und kein Ende in Sicht . . . wenn wir jetzt das Fahrrad beglückwünschen dürfen, weil es mittlerweile schon 200 Jahre alt ist, dann können wir einen Freudensprung auslösen . . . natürlich waren die Ideen schon länger geboren: Leonardo da Vinci hat schon in seinen Zeichnungen immer wieder Fahrradzeichnungen entworfen, die irgendwann von anderen aufgegriffen und umgesetzt wurden . . . aber die Uridee ist bei Leonardo da Vinci zu Hause, einem exzellenten Übervater, einem Multitalent, der immer seiner eigenen Zeit voraus war . . .

Der moderne Städtebau muss inzwischen das Fahrrad als Entwicklungsdimension mit einbeziehen, nur so können die Städte ihr menschliches Antlitz zeigen . . . es gibt im Ruhrgebiet schon Rad-Schnellwege, ähnlich den Autobahnen, die ganze Zentren verbinden, denen das Privileg zugute kommt, ohne Stau und ohne Stress große Strecken zu überwinden . . . in Amsterdam haben alle Fahrräder eine Extra-Recht, das noch vor den Autos kommt, ein sog. Nachrang-Prinzip kommt dort zur Anwendung, die Autos müssen sich den Fahrrädern unterordnen, dieses Recht ist im Grundgesetz verankert . . .

Das die Fahrräder eine Renaissance erleben, steht außer Frage, aber das ist noch nicht das Ende der angedachten Möglichkeiten . . . das Lob des Fahrrads geht in eine neue Dekade . . . ich bin dabei, ich habe mich auch infizieren lassen, habe selbst in einem Studiengang ein Tandem gebaut, allein konstruiert, allein geschweißt, allein lackiert und allein mit der entsprechenden Technik versehen . . . es war ein Prototyp, eine eigenwillige Konstruktion, für heutige Begriffe zu schwer, zu träge, zu mager, angesichts der heutigen Ideen . . .

Hoch soll es leben, das Fahrrad!!!! Es gibt einen Ort, wo sich Leistung noch lohnt. Er ist schlecht gepolstert, bietet keinerlei Schutz vor Wind und Wetter und geizt auch mit dem Komfort, besticht aber durch eine einmalige Aussicht: Je kräftiger man strampelt, desto eher wird man ihn wieder verlassen . . .

Auf dem Fahrrad ist die Welt noch in Ordnung, sie ist dort überschaubar, nachvollziehbar, auch das Glücksgefühl beteiligt, das Schummeln nutzt nichts, denn hier wird das Echte abgerufen, die Fitness hinterfragt, die Gerechtigkeit zur Anwendung gebracht . . . wer überholen will und muss, muss schon einen Zahn zulegen, muss die Kräfte bündeln, muss sich konzentrieren und alles gleichzeitig abrufen . . . ein wirkliches Abheben gibt es nicht, dazu reicht das Tempo nicht aus, aber wer weiß, was sich am Horizont noch abzeichnet, demnächst, und überhaupt???

Am 12. Juni 1817 geschah ein Wunder. Der Konstrukteur Karl Freiherr von Drais baute seine Fahrmaschine, und ließ sich von allen bewundern, beklatschen, begeistern. Er schaffte es, in einer Stunde 15 Kilometer zurück zu legen - das ist eine Leistung . . . wer sind wir da schon, angesichts der damaligen Umstände und Zustände??? In der Folge kamen immer wieder neue Ideen zur Anwendung, die Entwicklung hatte ihren Anfang genommen, jetzt gab es kein Aufhalten mehr . . . ich glaube, dass das Fahrrad das individuellste Vehikel ist, das es gibt, dieses Teil kann man ausstatten mit allen verrückten Vorstellungen . . . unter dem Strich bleibt es der große Liebling . . .

MÖGE DAS FAHRRAD NOCH WEITERE SCHÖNE UND AUFREGENDE ZEITEN ERLEBEN!!!

HIER FINDET GELEBTE EMANZIPATION FÜR ALLE EINSCHLIESSLICH STATT!!!


ICH VERNEIGE MICH AN DIESER STELLE IN DEMUT VOR DEM FAHRRAD!!
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