12.11.2016, 11:21 Uhr

EIN HOHEPRIESTER IM FACH LIEBE, GEFÜHL, SEELE . . . LEONARD COHEN IST VON UNS GEGANGEN . . .

Ich verneige mich in Demut vor einem Menschen, der ganze Generationen beseelt hat, mit seinen Liedern, mit seinen Klängen, mit seinen Texten . . . seine Botschaften waren die Botschaften der Gefühle, der Melancholie, der Schwermut . . . ich hatte oft den Eindruck, dass seine Ideen auch stark an Blaise Pascal angelehnt sind, zumindest eine Färbung erhielten, ein eigenes Mysterium, das mich selbst bis dato fasziniert, immer wieder beschäftigt, ob in Seminaren, in diversen Veranstaltungen oder wo auch immer . . .

Wir nehmen nun Abschied von einer LEGENDE, die uns noch lange begleiten wird, ich glaube sogar, jetzt erst wird der ganze Nachlass deutlich und zum Greifen verbindlich, wird sich unter der sensiblen Haut verströmen . . . seine schwarzen Anzüge, sein schwarzer Hut, seine schwarzen Schuhe, sie waren kein Zufall, nein, sie waren Absicht, um die Dramaturgie dieses Menschen zu unterstreichen . . . alleine, wie er oft zum Mikrofon griff, wie er seine Hände deklamierte, wie seine religiöse und auch authentische Inbrunst die Menschen umgarnte . . . so könnte heutzutage auch die Kirche sein (es ist ein frommer Wunsch von mir . . .) . . . das Einstimmen, das warming-up könnte so in der Kirche beginnen, und sich andere Gestalt-Prozesse anschließen, leider ist die Kirche nicht mutig genug, zu fixiert an den konservativen Vorstellen, da muss noch viel Wasser fließen . . .

Seine jüdischen Wurzeln waren eine starke Prägung, hier bekam er die Basis für sein weiteres Leben . . . der prophetische Pathos war sein Markenzeichen . . . seine ersten schriftstellerischen Gehversuche passten in den damaligen Zeitgeist, wurden angenommen, wurden auch wirklich gelesen . . .

Seine späteren Worte und Satzfragmente hatten durchgängig biografische Züge, das kam gut an, das machte Hoffnung und entfachte die Sehnsüchte nach mehr . . . mehr Cohen war die Maxime . . . ich war auch diesem Zauber verfallen . . . in der Studentenzeit lag er mindestens einmal in der Woche auf dem Plattenteller . . . dann entfachten sich die Diskussionen und Debatten um Gott und die Welt . . . ich bin stolz darauf diese Erfahrungen gemacht zu haben, sie haben mich glücklich und auch zufrieden gemacht!!!

Cohen ließ sich auch von Bob Dylan inspirieren, denn Dylan hatte auch eine besondere Affinität zu Gedichten (es war kein Zufall . . .) . . . Cohens Ausdrucksformen waren schon die Steigerung, waren das Mekka, wer ihn irgendwann im Ohr hatte, konnte nicht mehr von ihm lassen . . . ich gehöre auch dazu, und ich finde das in Ordnung . . .

Er war auch in sich selbst-verliebt, puschte sich an mit diversen Mitteln . . . es gehörte zum Zeitgeist . . . irgendwie ist in Cohen selbst dann ein großartiger Nach-Reifungs-Prozess entstanden, den er geschickt zu nutzen wusste . . . was für ein himmlischer Vorgang!!!

Er litt auch und immer wieder unter Depressionen, die ihn runterholten von seinen geistigen und seelischen Höhenflügen . . . Sitzmeditationen gehörten plötzlich zu seinem Leben . . . (ich werde mit diesen Meditationen mit ihm kommunizieren, seinen letzten Weg begleiten . . .) . . . ich habe bereits damit begonnen, und setze den Weg fort, bis zu einem soliden Abschluss, ich will, das Leonard Cohen gut ankommt, dass dieser Weg ein gehaltvoller ist . . . seine vielen Katastrophen, Abstürze erinnern mich auch an eigene Erfahrungen, Erlebnisse, Schiffbrüche . . . das macht ihn so ergiebig für mich, an seinen Erfahrungen kann ich anknüpfen = DANKE LEONARD COHEN . . .

YOU WANT IT DARKER . . . ADIEU . . . GUTE REISE . . .
1
Einem Mitglied gefällt das:
1 Kommentarausblenden
1.947
Eva Klingler aus Kufstein | 12.11.2016 | 13:12   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.