07.11.2016, 09:17 Uhr

ADVENT UND WEIHNACHTEN 2016 - MEINE SINNLICHE BETRACHTUNG . . .

Es ist an der Zeit mehr Bescheidenheit zu leben, sich wieder dem Ursprung der friedlichen Zeit zu nähern, der Stille mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein zu widmen . . .

Man muss sich Jürgen-F. Schohr als einen Menschen vorstellen, der seine Hintergedanken nicht für sich behält (da würde ich dem Leben etwas vorenthalten . . .) . . . der all das ausplaudert, was es notwendigerweise auszuplaudern gilt . . . die kommende Adventszeit steht vor der Tür (das wissen wir . . .) und als finale Krönung wird sich bevorstehende Weihnachtsfest überall verströmen. Bei diesem Thema zeige ich keine Gelassenheit, das ist auch kaum möglich, ist doch die Adventszeit nicht mehr das, was es einmal war, sind die Unruhestifter und -geister am Werk des Geschehens, lässt es keinen Platz und Raum mehr zu, zu sich selbst zu finden (diese Übung wäre zwingend notwendig . . .) . . . die Hektik ist überall zu verorten, der Rummel um Verkauf und Profit lässt grüßen, da gibt es keine Pause, keinen Stillstand, es muss eine adventliche Erfüllung werden in jeglicher Hinsicht . . . so ist es . . . so wird es immer sein . . .

Wie in jedem Jahr wird in der Sonnenstadt Lienz der Adventmarkt aufgebaut, die Plakate hierzu versprechen ein Gefühl, ein Flair wie in den Tagen der Kindheit, so jedenfalls schreibt es der Gemeinderat vor, tönt es vom Tourismusverband . . . die Kinder will man erreichen, auch die großen Kinder, die sich regelmässig treffen, um den heißen Glühwein zu verkosten, die billig belegte Semmel als Nahrungsersatz sich einzuverleiben . . . das Getöse der einzelnen Stände wirkt hilflos und aufgesetzt, jedes Jahr die gleichen Angebote, das gleiche Sortiment, jedes Jahr das gleiche Erscheinungsbild, es lockert sich auf, wenn an der Lieburg (Rathaus) der Adventkalender Tag für Tag geöffnet wird, wenn der Künstler oder die Künstlerin selbst zu einem Zeitpunkt sein eigenes Kunstwerk erklären (interpretieren) darf und muss . . .

Nur an dem, was einer nicht sagt, sollte er stets festhalten, denn diese Welt ist nur noch eine Scheinwelt, eine, die sich verloren hat, und sich noch nicht wieder gefunden (die Klischees bestimmen das Erscheinungsbild . . .) . . . die Suche dauert an, die Versprechungen laufen auf Hochtouren, alles ist möglich, alles ist denkbar, jeder ist seines Glückes Schmied, so auch hier und da das Glück auf dem Adventmarkt mehrfach angeboten . . . die Preise richten sich nach den Inhalten und sind stellenweise auch verhandelbar (mit Geschick . . .) . . . die wirkliche Ruhe oder Gelassenheit sucht man vergebens . . . das muss jeder für sich selbst regeln, soweit er dazu in der Lage ist . . . manche Besucher des Lienzer Adventmarktes haben die Kontrolle über sich eingetauscht gegen die diversen Alkoholverführer, die es in Hülle und Fülle gibt . . . wichtig ist, man trifft sich zu einem Small-talk, redet über Gott und die Welt, die ständig aus dem Rahmen fällt . . . !!!!

Ich kann mich nicht zurückhalten, schreibe dieses Konvolut auf, weil der Vorgang der Adventszeit und des Weihnachtsfestes auf Abwegen ist . . . Jahr für Jahr sinkt die inhaltliche Qualität, rutscht das Ereignis in tiefere Sphären ab . . . eine wirkliche Rettung gibt es nicht . . . wichtig ist das kommerzielle Erlebnis, wichtig sind die Umsätze und die vermeintliche Profitsteigerung . . . die Idee des Adventmarktes ist nur noch ein Relikt, ein Überbleibsel, ein billiges Symbol geworden, an Änderungen glaube ich persönlich nicht, die Konsum-Gesellschaft will an ihrer Vorstellung festhalten . . . dieses System unterstützt auch andere Sub-Systeme . . . es ist nicht zu fassen!!!

Ich könnte jetzt in einen Streik treten, könnte, dort vor Ort eine Demonstration veranstalten, könnte Handzettel oder Flyer verteilen, auf denen das Adventfest seinen wahren Wert zumindest in schriftlicher Form wieder erhält . . . aber ich halte mich zurück, bleibe als stiller Beobachter außen vor, sehe und staune, begreife, dass es immer dasselbe ist und eben nichts Neues . . . die schrecklichen Klischees werden überall hilfreich bedient . . . so ist das traurige Erscheinungsbild auf dem Hauptplatz in der Sonnenstadt Lienz, da bleibt mir ehrlich gesagt die Spucke weg . . . hin und wieder ertönt ein frommer Lobgesang, eine Lobpreisung, ein Versuch, dem Adventmarkt seine Stimmungsgrundlage zu geben . . . das wir dann alles köstlich anmoderiert . . . und dauert eine ganze Zeit, bis auch der letzte Besucher dem aufgesetzen Stimmungs-Wahnsinn erliegt . . . darüber könnte ich Seitenlang schreiben, mich auslassen und nachdenken . . . aber ich will meine Traurigkeiten nicht noch ausbauen . . .

Ich verlasse für einen kurzen Moment diese Gedanken und beschäftige mich mit zusätzlichen Gefühlsebenen, die sich rasch einstellen, denen ich jetzt unmittelbar folgen möchte . . . ich bin lieber aufgeregt als abgeklärt, ich verstehe schon lange nicht mehr diese Welt (vielleicht kann sie mir jemand erklären . . .???) . . . ich verstehe auch nicht die Zeichen des Weihnachtsfestes, so, wie sie jedes Jahr sich aufdrängen . . . der kommerzielle Wahnsinn beherrscht die Szene, alle werden auf dieses Ereignis getrimmt, die fetten Geschenke sind das ÜBERDRÜBER, sollen den Frust und den angestauten Ärger kompensieren . . . ohne diese berüchtigten Geschenke kann keine Weihnachtsfreude aufkommen, wir alle sind schon über viele Jahre zuvor auf diesen Vorgang konditioniert worden und merken es gar nicht mehr!!!

Ich stelle viele Fragen an das Leben, auch an die kommende Adventszeit und an das finale Weihnachtsfest wir von mir mit Fragen überschüttet . . . ich suche nach Antworten und Erklärungsmodellen, finde aber keine brauchbare Antwort, denn die Fragen werden oft nicht verstanden, nicht gehört, sie werden ignoriert, sie werden beiseite gelegt . . . ich kenne das Spiel, ich kenne die Mechanismen, sie wiederholen sich, und die Menschen sind immer die gleichen, die sich kaum die Mühe machen, den Gebrauch der Fragen als wirkungsvolles und hingebungsvolles Werkzeug zu begreifen!!!!! . . .

Was gesagt werden muss, muss ich auf den Weg bringen, da lasse ich nicht locker, das ewige Versteck-Spiel ergibt keinen Sinn . . . mich schockiert die Welt nicht mehr, die vielen und unzähligen Kriege, die vielen Vergewaltigungen, die vielen Ausbeutungen, die vielen Missbräuche und Gewaltanwendungen sind nur die Spitze des Eisberges . . . es werden sich weitere und unangenehme Situationen einstellen (aufdrängen . . .), von denen wir jetzt noch keine Ahnung haben . . . wir könnten (wenn wir wollten . . .) aufräumen mit unseren desolaten Gedankenmuster, mit unserer verrückten Welt, aber die Faulheit, die Trägheit, die Bequemlichkeit hindert uns daran, einen wirkungsvollen Schritt zu tätigen, endlich zu reagieren, den SCHREI anzuwenden, ihn auch beherzt durch-zu-führen . . . in der modernen Adventszeit könnte das einen Platz bekommen, zumindest wäre das INNEHALTEN, das DURCHATMEN eine Strategie, sich wieder zu besinnen, wer wir eigentlich sind, und was wir auf den Weg bringen . . . dass Menschen Fehler Begehen, ist eine Binsenweisheit, ist ein normaler Vorgang, ist für uns alle klar, aber aus den Fehlern wirklich etwas zu lernen, das geschieht nur unter Vorbehalt, findet meist keine Anwendung . . . das 20. Jahrhundert hat viele Erscheinungsbilder hervorgebracht, die unzähligen KRIEGE waren ein Zeugnis unserer UNFÄHIGKEIT, unseres GRÖSSENWAHNS . . . bislang gelingt keine TRAUERARBEIT, wir sind unfähig zu trauern, wir haben dies noch nie richtig ausprobiert (siehe hierzu Alexander Mitscherlich . . . ein früherer Mentor von mir . . .) . . . immer wieder begehen wir die gleichen Fehler, wollen keinen Schritt in eine andere Richtung wagen . . . Moral und Ethik sind geeignete Hilfsmittel und Methoden, die uns leiten und begleiten, wir wenden sie nicht an, verstecken uns hinter einer Fassade von Allmachtsfantasien, von Glaubensbekenntnissen, von dubiosen Fortschrittsgedanken . . . uns fehlt ganz einfach der Mut und die Courage, HALT zu sagen, den Sachverhalt zu klären und adäquate Lösungen bereit-zu-halten . . . wer sind wir schon??? Wir sind klägliche Figuren einem durchgeknalltem Getriebe, das wir moderne Gesellschaft nennen . . . wir wirken so, als ob wir die Weisheit mit Löffeln gefressen hätten . . . unser Wissen ist ein Halbwissen, außerdem unterliegt dieses Quasi-Wissen auch noch einer bestimmten Halbwertzeit . . . was wir heute lernen, kann Morgen schon Makulatur sein . . . so ist es!!!!

Das Risiko für eine Veränderung will keiner mehr auf sich nehmen, alle warten und schauen, und wenn es günstig erscheint, springen die Menschen auf den Zug oder verlassen ihn auch wieder fluchtartig . . . unsere Anstrengungsbereitschaft ist minimal, kaum erwähnenswert, eher lächerlich . . . so lange die Menschen ihr Bier haben, ihre Fernsehsendungen sehen können, die Chips auf dem Tisch bereit liegen, ist die Zufriedenheit eine einfache Konstante . . . mehr aus sich und anderen zu machen, das kommt in den Gehirnen unserer Spezies nicht zur Anwendung . . . heutzutage braucht man eine dicke Haut, um all den Schwachsinn rund um die Weihnachtszeit aushalten zu können . . . wenn schon ab Mitte September in den Supermärkten die Schokoherzen und die Nikoläuse sich penetrieren, dann schlägt es dem Fass den Boden aus . . . jedes Jahr fängt dieser Blödsinn schon früher an . . . was für ein Tollhaus sind wir geworden!!!!

Weihnachte ist ein Paradoxon, etwas, was den Widerspruch in sich trägt. Gerade die stillste ZEIT des Jahres gerät bei der Masse der Gesellschaft zu Lautesten. In den meisten Städten geht es zu wie bei den U-Bahnen, auf dem Flughafen, in den Gasthäusern und anderen Beispielen . . . das schräge "Jingle Bells" tönt aus den Lautsprechern, gräbt sich unter der Haut ein, soll den Motivationsfaktor erhöhen zum KAUFEN, denn das KAUFEN ist die Erfüllung per se, soll das Leben verschönern, es gehaltvoller machen . . . die LEERE stellt sich ganz schnell wieder ein, wenn der KAUFRAUSCH vorbei ist . . . wenn dann noch jemand in der Familie arbeitslos ist, kann es zur Explosion kommen . . . Scheidungen werden in dieser anstrengenden Zeit angerissen, in Erwägung gezogen . . . die Psychiatrien quellen über, haben dann schon eine Wartezeit . . . in diesem Abschnitt liegen die Nerven blank, sehen viele Kinder alt aus, wenn ihnen die Zuwendung oder die Liebe vorenthalten wird . . . Erwachsene sind jetzt ausschließlich EGOISTEN . . . da gehen sie über Leichen ohne Rücksicht auf Verluste . . . Weihnachten und seine Inhalte bringen Emotionen zum Laufen, die das ganze Jahr nicht zu spüren waren . . . die dunklen und düsteren Seiten machen die Stimmung, die Missverständnisse überhäufen sich . . . die vielen Fressgelage führen zu einem Stillstand des Geistes (falls überhaupt einer vorhanden war . . .) . . . wie sah es seinerzeit in Bethlehem aus, als Maria und Josef sich eine Herberge suchen mussten??? Da war die Not groß, das Elend hautnah zu spüren, wenn man keinen Schlafplatz hatte . . . es ist ein starkes Zeichen, ein klares Symbol . . . wenn wir uns daran wieder orientieren könnten, wenn wir dieses Bewusstsein wieder integrieren, dann wäre es ein Weg in die richtige Richtung . . . zu kapieren, dass wir es längst überzogen haben mit allen Ansprüchen und Wertvorstellungen, die in Wirklichkeit keine echten sind . . . vielleicht entdecken wir in diesem Jahr wieder das STAUNEN . . . vielleicht eine ALTERNATIVE, schaffen uns echte FREIRÄUME für Körper, Geist und Seele . . .

Es gibt so viele Wege!! . . . ich mache mich jetzt auf den Weg . . . so einfach ist das!!!! . . .

WIE WÄRE ES MIT STILLE ZUM ANFASSEN - ZUM ERSPÜREN??????
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