13.10.2016, 11:31 Uhr

ALLERSEELEN - ALLERHEILIGEN . . . meine kurze Betrachtung . . .

Mein Leben als Clown und Heiler . . .
. . . was die Verstorbenen anbelangt, da befolge ich mit ihnen einen Rat, der mir einmal in einem bestimmten Traum erteilt wurde: CALL THE SHADE SYSTEM! Ob damit der Hades gemeint war, habe ich nicht weiter verfolgt, jetzt aber ist mir in der Rückerinnerung dieser Traum wieder eingefallen . . . mit diversen Schattensystemen sind wir alle immer wieder mehr oder wendiger stark konfrontiert, verleugnen sie meist hartnäckig, um sich mit anderen Belanglosigkeiten zu kompensieren.

Für mich ist klar, dass Verstorbene kein Zeitgefühl mehr haben, von daher auch keine Anpassung an die Jetztzeit vornehmen können . . . ihre Uhren sind seinerzeit stehen-geblieben. Entscheidend ist lediglich der Grad der Lebendigkeit, mit der sie sich immer wieder zurück melden . . .

So gesehen, sind alle Verstorbenen immer wieder präsent, mischen sich in unser Leben ein. Den meisten Verstorbenen ist der Übergang vom Schattensystem zum Verklärungssystem nicht gelungen . . . aktuelle Verklärungssysteme sind die Medien, die uns tagtäglich beeinflussen, auf uns wirken . . . Glück und Glas - wie bald bricht das . . . mit diesem Sprichwort wird Vergänglichkeit angesprochen, es ist die Erfahrung vieler einzelner, sie gibt es nur in komprimierter Form . . . alles ist vergänglich (gottseidank!!), wir können es nicht verhindern, es ist ein Gestalt-Prozess des Lebens, und es ist auch gerecht gegenüber neuen und anderen Generationen . . . wer eine Zufriedenheit lebt, wer nicht krank ist, wer sich nicht verrückt machen lässt über die Grausamkeiten dieser Welt lebt glücklich, trotzdem steckt auch in dieser Betrachtung schon die Vergänglichkeit drin, somit kann ich überleiten zur Vergänglichkeit des Lebens, dem Tod . . .

Nach wie vor ist der Tod in unserer Gesellschaft ein großes Tabu-Thema. Es gibt immer wieder Ausnahmen, die sich anbieten beispielsweise im Kirchlichen resp. religiösen Rahmenhandlungen, in den entsprechenden Formaten des Rundfunks oder auch des ausgewählten Fernsehens. Ist es nun besser oder vorteilhafter, mehr oder stärker an den Tod zu denken?? Ich stelle mich der Frage ganz konkret und bewusst. Ich finde, der Tod hätte insgesamt mehr Aufmerksamkeit verdient, ich meine auch nicht die Grausamkeiten eines Krieges, wie in Syrien oder einer brutalen Katastrophe wie aktuell in Haiti, als der Hurrican über die Karibik gesaust ist . . . hier bildet sich der Tod tausendfach ab . . . ich meine den natürlichen Tod, den natürlichen Abgang eines Menschen, wenn seine Zeit und sein persönlicher Abschied gekommen ist . . . es wird wieder Zeit , auch den Toten zu erinnern, sie zu ehren und zu würdigen . . . und das versuche ich an dieser Stelle zu tun, zu wagen, es neuerlich zu erinnern . . . in früheren Zeiten war der Tod viel stärker zum Anfassen da, in ländlichen Regionen wurde dem Tod mehr Aufmerksamkeit geschenkt, auch die Kinder waren direkt damit konfrontiert . . .

Die Welt und ihre gesellschaftlichen Formen haben sich verändert (dramatisch!!), was heute gilt ist morgen schon gestrig und wird abgeschrieben, in den Städten der modernen Welt verlaufen diese Prozesse anonym, heimlich sozusagen, die Freiheit, sich den Platz für das Sterben auszusuchen, hat schon exotische Ansprüche auf den Plan gerufen . . . Waldfriedhöfe haben Konjunktur, sind modern, das Geschäft mit diesen Ideen boomt, und weitere Gedanken-Spiele machen die Runde . . . die Gesellschaft ist derzeit völlig überdreht!!!

Der Tod muss wieder in das Zentrum des Lebens und des Alltags gerückt werden. Friedhöfe müssen zentral angelegt werden und nicht ausgelagert an die Peripherien der Städte und Gemeinden . . . Tote liegen in Indien einfach auf der Straße herum, das stört keinen, das später als Hinweis verstanden und empfunden wird, den Toten zu beseitigen, das hat sich als Bild manifestiert . . .

Im säkularen Zeitalter wird der Tod und dessen Gedanken ausgelagert, spielt sich die Krankheit in den Kliniken ab, erlebt man den Tod nur noch in den Nachrichten, in den Medien, sind tote Flüchtlinge nur noch eine statistische Größe . . . es ist eine Schande!!!

Wo findet man noch Leichenzüge?? In der Literatur kommen sie als Beiwerk in die Zeilen. Den letzten Leichenzug konnte ich erleben, als der Altbundeskanzler Dr. Helmut Schmidt durch seine Heimatstadt Hamburg gefahren wurde . . . es war ein Bürgerbegehren, ein Ansuchen nach Nähe, sie hatten vorsorglich einen Antrag gestellt . . . und so auch geschehen . . .

Die Klage der Priester, der Theologen, der Pfarrer, der Vertreter aller Religionen, über eine sinkende Religiosität, eines Glaubens kann ich nachvollziehen, und die Verdrängung von Gott, ist für mich als Psychotherapeut auch die klare Verweigerung des Todes, der uns aber von Anbeginn begleitet wie ein Schatten, von daher sollten wir alte Normen-Systeme wieder dringend auf die Agenda bringen . . . um des Todes willen . . . ich bitte darum!!!

Der Ausdruck eines kirchlichen Ressentiments, ist der Ausdruck einer weltgeschichtlichen Partie. Die Pfarrer und Priester haben einen Bedeutungsverlust hinnehmen müssen, und das vielschichtige Ursachen!!! Sexuelle Missbräuche und körperliche Gewalt in Einrichtungen der Kirche (siehe hierzu die aktuellen Geschehnisse bei den Regensburger Domspatzen!!!), haben einen großen Schaden angerichtet . . . immer wieder gibt es neue Hiobsbotschaften (die alten Wunden sind meist noch nicht verheilt!!) . . . das muss ein Ende haben!!! . . . die katholische Kirche muss ihr Zölibat hinterfragen, auch ein Bekenntnis zur eigenen Sexualität ist längst überfällig . . . wenn nicht jetzt, wann dann?? Solche Zustände sind kaum auszuhalten . . .

An das Sterben muss man erinnern . . . in den ganz normalen Alltag integrieren . . . dass weltweit Millionen Kinder am Hunger sterben ist nicht zu dulden, dass allein in Syrien seit dem Bürgerkrieg mehr als 50.000 Kinder im Chaos des Krieges gestorben sind, schreit zum Himmel (und die Welt schaut zu!!!) . . . wann wollen wir dies beenden??? Wir alle sind daran beteiligt . . . das muss uns klar werden . . . jeder auf seine Art und Weise . . . ich arbeite daran, dass diese Zustände aufhören, dass sich mehr der Frieden durchsetzt . . .

Es muss ein frischerer Wind in den Kirchen der Zukunft wehen, es muss zu einem Dialog führen, einer aktiven Beteiligung und Auseinandersetzung . . . KIRCHE UND CO KANN MEHR . . . in den Priester-Seminaren muss es einen Zuwachs an neuen Lehrinhalten geben (Curriculum) . . . Pfarrer und Priester müssen erst in die Arbeitswelten, ansonsten werden sie schnell betriebsblind, und bewegen sich nur noch auf ihrer Insel der Seligen . . .

Wir benötigen eine Kirche zum ANFASSEN, eine Kirche des AUFBRUCHS, eine Kirche des TAT-ORTES, eine Kirche zum WOHLFÜHLEN . . .

was würde Dr. Martin Luther heutzutage dazu sagen . . . er war ein Rebell, und dieses Ansinnen muss neu erfunden werden . . . wenn zum 500-ten Mal die Reformation gefeiert wird, muss es einen Ruck geben . . . 2017 könnte es zu einem Paradigmenwechsel führen . . . ich bin dabei . . . ich bemühe mich . . . ich arbeite derzeit an zeitgemäßen Thesen, die die Nachfolge der lutherischen Thesen antreten, meine Leidenschaft ist groß genug . . . meine Liebe und mein Altruismus gehören zu meiner beherzten Grundausstattung . . .
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Eva Klingler aus Kufstein | 13.10.2016 | 13:19   Melden
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Jürgen-Ferdinand Schohr, MA/MD, Dipl.-Psychologe, Psychotherapeut, Störenfried und Clown aus Osttirol | 13.10.2016 | 20:52   Melden
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Eva Klingler aus Kufstein | 13.10.2016 | 21:57   Melden
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