17.03.2017, 15:32 Uhr

FANTASIMA 2017 - MEINE SICHT ALS KINDERTHERAPEUT . . .

Ein besonderes Erlebnis . . . geht unter die Haut . . .
Die 11. Lienzer Figurentheatertage haben gerade begonnen und dauern noch bis 19. März, die ich voll genieße, die ich wie ein großes Geschenk erlebe und in mich aufnehme . . . Puppen und Puppenspiele haben eine sehr lange Tradition, sind in allen Kulturen auf dieser Welt ein fester Bestandteil, haben auch und vor allem eine Wirkung, die man durch nicht ersetzen kann, außer durch diese Angebote beim Figurentheater hier in Lienz . . . heuer sind 6 Länder mit verschiedenen Auftritten involviert, dass dieser Reichtum auch angenommen wird, zeigt sich in der Zuschauerzahl, zeigt sich aber auch bei den unterschiedlichsten Besuchern durch alle Altersgruppierungen hindurch, es ist ein Zeichen, es ist ein klarer Beweis für die besondere Bedürftigkeit dieser Zielgruppen . . .

Alle, die wir die Chance haben, eine Aufführung zu sehen und zu erleben, nehmen einen wahren Schatz mit nach Hause, können darüber hinaus weiter nachdenken, weiter nachforschen, auch eine Möglichkeit sehen, diesen Fundus beruflich zu integrieren, und wenn es nur rudimentäre Übernahmen sind, jeder Versuch beinhaltet eine zusätzliche Bereicherung im pädagogischen oder auch im therapeutischen Kontext . . .

Kinder sind die besten Beobachter, die authentischsten Zuschauer, sie leben mit den Figuren mit, lassen sich vom Zauber des Spiels vereinnahmen, wirken auch mit durch Zu- oder gar Zwischenrufe, sind regelrechte Mitgestalter einer fantastischen Welt, nämlich die Welt der Fantasien, der freien Kreativität, der Gestaltung für alle Sinnesbereiche . . . sie erleben in den Darstellungen die immer wiederkehrenden Themen: Angst, Mut, Verzweiflung, Aggression, Begehren . . . sie erleben einen Effekt des inneren Wachstums, einer psychischen Nachreifung . . . alle Beiträge setzen einen Schwerpunkt, auch ihre Gestaltungsmöglichkeiten und Performances sind wunderbar, sind fantastisch, sind eine große Bereicherung . . .

Die Puppen selbst stellen in der Reifung der Kinder Übergangs-Objekte dar, denen kann man alles sagen, denen wird alles zugemutet, sie müssen oft eine ganze Reihe von Entwicklungs-Abschnitten den Halt bieten . . .

Die Inhalte der Aufführungen bringen eine Symbolisierung und Verkörperung ganzer Gestaltungs-Welten, oft treffen sie buchstäblich in das Milieu der Regressionen, einen Wandel zum Ich-Selbst und zu einem vertrauten DU . . . die Welt der Kinder ist fragil, ist sensibel, diese Kinder heutzutage sind gefährdet durch falsche Erziehung, durch die Umwelt-Einflüsse via Medienkonsum usw. . . .

Ich setze meine Puppen, meine Figuren systematisch in der Integrativen Therapie, in der Gestalt-Therapie, in der Tiefenpsychologie und oder auch im Psychodrama ein . . . ich war selbst erstaunt, dass ich bei den Flüchtlingen hier in Lienz gute Erfahrungen machen durfte, mit einfachen Hand- oder Stockpuppen haben wir ganze Erlebnisse durchgespielt, auch ansatzweise Lösungen für die persönlichen Konflikte gefunden . . .

Die Figurentheatertage sind ein Highlight . . . ich bin dabei . . .

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: warum müssen so viele während der Auftritte, während der Veranstaltung immer mit ihrem Handy oder Smart-Phone Kontakt aufnehmen, sind auch mit Unterhaltungen beschäftigt??? . . . ich finde das respektlos, haltlos, im engeren Sinne auch aggressiv . . . diese Vorgänge sind durch nichts zu entschuldigen, kann man sich auch einmal im Leben zurücknehmen?? Ist die Sucht stärker als das Wunder auf der Bühne???
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