01.12.2017, 11:00 Uhr

Jedem Hügel sein eigener Name

Landeschronist Helmut Hörmann, Chronikreferent im TBF Bernhard Mertelseder, ehem. Landesarchivdirektor Richard Schober, ehem. Rektor der Universität Innsbruck Karlheinz Töchterle, Kulturlandesrätin Beate Palfrader, Gerhard Rampl Institut für Sprachwissenschaften Universität Innsbruck, ehem. Obmann des Tiroler Bildungsforum Josef Hechenbichler (Foto: TBF)
TIROL/OSTTIROL (red). Es gibt sie in jeder Gemeinde, sie klingen urtümlich und unverständlich und waren vor gar nicht allzu langer Zeit noch fest im Sprachgebrauch verankert - die lokalen Flurnamen. Während sie bei manchen Gruppierungen wie bsp. den Bauern oder der Jägerschaft noch sehr häufig verwendet werden, haben die Flurnamen im normalen Sprachgebrauch stark an Präsenz eingebüßt. Damit geht einher, dass sie langsam vergessen werden.

Dem wirkt ein Projekt entgegen, bei dem tirolweit 120.000 Flurnamen in den letzten Jahren ehrenamtlich von Chronisten, Waldaufsehern, Landwirten, Jägern, Gemeindebediensteten und interessierten Bürgern zusammengetragen wurden.
Der Nutzen der Erfassung der Flurnamen ist ein vielfältiger. Alle erfassten Flurbezeichnungen können nun über den digitalen Kartendienst "TIRIS" (tirol.gv.at) von jedermann eingesehen werden. Die über mehrere Jahre erhobenen Flurbezeichnungen wurden ebenso in den Datenbestand der Landesleitstelle eingespielt. „Damit kann vor allem bei Unfällen im Forstbereich, am Berg oder im freien Gelände der Rettungseinsatz rascher und zielgerichteter abgewickelt werden“, hält Bernd Noggler, Geschäftsführer der Leitstelle Tirol fest.

Wissenschaftlicher Träger des Projektes war die Universität Innsbruck mit dem Institut für Sprachwissenschaften, das die Daten bearbeitete und das Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie. Es liegt nun eine großflächige landesweite verlässliche Bestandserhebung vor, die sowohl den besiedelten als auch den nichtbesiedelten Raum umfasst. „Dadurch können besondere sprachhistorische Fragestellungen, wie etwa Besiedlungsgeschichte hervorragend, auch kartografisch, bearbeitet und dargestellt werden,“ berichtet Dr. Gerhard Rampl von der Universität Innsbruck.
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