27.10.2017, 18:33 Uhr

Wenn Bauernhäuser ihre Nutzung verlieren

(Foto: nonconform/mulina)

Dass Leerstand in der Landwirtschaft ist ein sehr aktuelles Thema ist, wurde bei der 6. Leerstandskonferenz, die Mitte Oktober in Innervillgraten stattfand, schnell klar.

INNERVILLGRATEN (red). Die Leerstandskonferenz diente neben dem Aufzeigen von Defiziten und Herausforderungen vor allem dazu, Mut zu machen und die Scheu vor dem Finden neuer, innovativer Lösungen abzubauen. Dazu gehört auch eine neue Gesprächskultur. „In Summe hat sich das soziale Klima auf den Höfen stark verbessert. Es wird viel mehr gesprochen und ausdiskutiert als früher, die autokratische Struktur hat stark abgenommen“, so Soziologieprofessor Franz Höllinger von der Universität Graz.

Neben vielen Impulsen auf der allgemeinen Verständlichkeitsebene, vermittelte die 6. Leerstandskonferenz eine Fülle an neuen Projektideen und warf brisante Fragen auf: Was ist, wenn ein leerstehender Hof einen Nachfolger findet? Wie stellt man sich als Jungbauer/Jungbäuerin in der heutigen Zeit auf? „Oft wird die Hofübergabe viel zu spät in Angriff genommen, da sind dann wir auch selbst verantwortlich für den Leerstand“, so der Gastwirt und Landwirt Josef Lugger aus Obertilliach.

Wie die nackten Zahlen über den Verlust der bäuerlichen Betriebe am Land zeigen, ist nicht immer eine landwirtschaftliche Weiternutzung der Höfe möglich. Naturgemäß schlägt sich dies in einer hohen Anzahl an leerstehenden Objekten nieder. „Die aktive Bekämpfung des Leerstandes liegt uns sehr am Herzen, wir wollen Häuser, die mit Leben gefüllt sind“, so der Obertilliacher Bügermeister Matthias Scherer, einer der beiden Gastgeberbürgermeister der Konferenz. Es ist aber nicht so einfach mit dem Umnutzen der Höfe, denn sehr schnell werden Raumordnung, Bauordnung und Denkmalschutz schlagend.

Bereits während der Konferenz wurde an konkreten Strategien für Höfe mit den anwesenden „Leerstandsbesitzern“ intensiv diskutiert und das kollektive Fachwissen der Referenten konnte dazu genutzt werden. Die Organisatoren, der Planungsverband 35, das RMO, das Büro nonconform und der Raumplaner Thomas Kranebitter, ermöglichen in weiterer Folge mindestens drei kostenlose Ideenworkshops zur Nachnutzung landwirtschaftlichen Leerstands.
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