05.11.2017, 09:41 Uhr

DER LETZTE MACHT HOFFENTLICH DAS LICHT AUS!!!

Das Jubiläumsjahr um das Thema Reformation neigt sich dem Ende. Oft hatte man den Eindruck als sei das ein Spiel der Spiele. Auch 500 Jahre nach der Reformation kommt die Kirche nicht weiter, klebt in allen seinen Bestandteilen, ist teilweise auch multi-morbide. Die Kirche selbst hat verabsäumt sich immer wieder neu zu erfinden, am eigenen PROFIL zu arbeiten. Ich leide darunter, fest-zu-stellen, dass sich die Kirche meist nur mit sich selbst beschäftigt, die Macht überhöht anpreist, ohne noch einen Schimmer von Macht zu besitzen. Nach wie vor gibt es zu viele Barrieren und Handicaps in der Kirche. Die Kern-Aufgaben werden vernachlässigt, die "NÄCHSTEN-LIEBE" nur ein ausgelutschter Begriff unter vielen anderen Begriffen. Will die Kirche noch überleben, muss sie sich mehr als üblich anstrengen, mit der Basis-Arbeit allein ist das nicht getan. Kirche muss dem Menschen dienen, sie muss entlasten und ausgleichen . . . so wird das nichts . . . die Kirche macht SORGEN, die Kirche befremdet, die Kirche dreht sich im Kreis . . . alle müssen am Auftrag der Kirche mittun, sich einbringen, sich engagieren, manchmal sogar über den eigenen Schatten springen . . .

Hinter der FASSADE der KIRCHE muss Licht hinein, neues Gedankengut, eine neue Dynamik, wir brauchen dringend eine Kirche zum ANFASSEN, eine, die sich nicht scheut, auch Fehler zu machen, sie auch zu-zu-geben . . . das SPEKTAKEL um das Gedankengut der REFORMATION ist fast verraucht, dann fallen alle Betroffenen wieder in ihren alten Rhythmus zurück, lassen FÜNFE grade sein, und bewegen sich nur noch, was man nicht vermeiden kann . . . das Publikum hat nicht viel in diesem Reformationsjahr erleben können, die paar Pseudo-Veranstaltungen landauf und landab haben ihre Schuldigkeit getan, Wittenberg und Eisleben erlebte einen kleinen Boom der Neugierigen aus aller Welt, und dann ist Schluss mit lustig, mit dem vermeintlichen Tatendrang nach Erlösung, nach Befreiung, nach Erneuerung . . . das Phlegma lässt grüßen . . . ob sich jemals wieder die Katholiken mit den Protestanten vereinen werden, das steht in den Sternen, es wäre eine sinnvoller Zusammenschluss, eine neue Kraft, die auch das Leben bereichert, Menschen, die auf der Suche sind, hätten diesen Vorgang verdient, und der neuerliche Zusammenschluss würde ein ganzes Zeitalter bestimmen!!!

Wer der wirkliche Reformator war, das lässt sich nicht eindeutig bestimmen, zu kontrovers werden die Debatten geführt. Martin Luther war jedenfalls nicht der EINZIGE, er hat vielleicht den anderen den Rang an Berühmtheit abgenommen, aber es gab genug kluge Köpfe, die über den Tellerrand schauten . . . allein schon Jacob Böhme, der Schustermeister aus Görlitz war ein Reformator, seine Schriften und Aufzeichnungen kennen die wenigsten unter uns, sind mit diesen Ausführungen nicht vertraut . . . uns fehlt es an deutlichem MUT und einer frischen AUFGESCHLOSSENHEIT, den wahren Dingen auf den Grund zu gehen, ob nun Thomas Müntzer oder der Schweizer Zwingli, es gibt so viele, die eine vermehrte Aufmerksamkeit verdient hätten . . . auch Erasmus von Rotterdam oder Meister Eckard aus Thüringen, sie alle haben an diesem Gestalt-Prozess mitgewirkt . . . ihnen gehört meine Hochachtung, mein Respekt, sie haben die Vor-Arbeit geleistet, es liegt an uns, sie beherzt fort-zu-setzen und die Ärmel hoch-zu-krempeln . . . was hindert uns daran??? Wir sind alle selbst die Hinderung an einer BEFREIUNGS-THEOLOGIE, an einer fröhlichen KIRCHE!!!

Ob nun katholisch-konservativ oder protestantisch-progressiv, das Desinteresse des Publikums ist größer geworden, die Austrittswellen sind ein beredtes Zeugnis für den Niedergang, für die Enttäuschungen, die man manchmal gar nicht in Worte fassen kann . . . ob wir oder gar die Kirche noch zu retten ist, hängt von uns allen ab, ob wir willens sind an diesem Prozess der Neuausrichtung tatkräftig mitzuarbeiten!!!

Die 95 Thesen von Martin Luther hatten ihre Bedeutung. Jetzt können wir neue verfassen, sie anpassen an den Zeitgeist, sie dynamisch diskutieren, unser Leben danach ausrichten . . . wir können uns nur an den Taten messen lassen, die wir auf den Weg bringen, das theoretische Brimborium hilft nicht, es deckt zu, verklärt, wird suspekt, und lässt keine Hoffnungen aufkommen . . .

Uns fehlt die LUST an einer lebendigen KIRCHE . . . so wie die KIRCHE jetzt da steht, wirkt sie multi-morbide, rückwärtsgewandt, befremdlich, aus der Rolle gefallen . . . der rasante Absturz hat seine Bedeutung, fangen wir endlich an, die Zeichen zu deuten, zu hinterfragen, das ZUSAMMEN-BRECHEN zu verhindern . . . es gibt wenige, die ich befreiend unterstützen kann, die meisten machen mir SORGEN, schaffen auch weiterhin die PROBLEME, es gibt nicht wirklich REZEPTE für die KIRCHE, aber es gibt LÖSUNGEN, die uns antreiben . . . befreien wir uns von der chronischen ANGST und RESIGNATION, bewegen wir ganz einfach auch unseren Hintern, denn auf dem sitzen wir viel zu oft und lassen andere für uns arbeiten, so geht das nicht, jeder muss sich einbringen, jeder muss seinen konstruktiven Beitrag leisten . . . wenn nicht jetzt, wann dann???

DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS!!!
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