15.03.2017, 00:00 Uhr

Der Wald kommt zu den Kindern

Indoor-Spielplätze sind ein wachsendes Geschäftsfeld (Foto: Lanz)

Im Asslinger Unternehmen "Lanz Naturspielgeräte" entstehen Spielplatzträume aus dem Werkstoff Holz.

ASSLING (ebn). Krummes, verwundenes Holz eignet sich nur zum Anzünden. Von wegen - Erich Lanz aus Assling verarbeitet mit Vorliebe jene Stämme, die sonst nur noch Motorsäge, Holzspalter oder Häcksler sehen würden.
Lanz fertigt Spielgeräte aus Holz und diese müssen eben nicht immer kerzengerade sein. Die Idee, Spielplatzgeräte aus heimischem Holz zu bauen, ist rund 17 Jahre alt. Damals kam es einigen Bauern in den Sinn, ihr krummes Lärchenholz einer anderen Verwertung zuzuführen als nur dem Ofenloch. So wurde wenig später die Firma "Lanz Naturspielgeräte" gegründet. Heute hat Firmenchef Erich Lanz Kunden in ganz Europa. "Früher gingen die Kinder in den Wald, um zu spielen, heute muss der Wald zu den Kindern", lautet die Firmenphilosophie. Und ein Stück Wald ist so ein Spielplatz tatsächlich.

Alles Prototypen

Bei vielen Geräten bleibt die ursprüngliche Wuchsform der Bäume erhalten.
"Uns sind natürlich auch Grenzen gesetzt. Aber man kann sagen, dass jedes Gerät ein Prototyp ist", so Lanz. Zu rund 80 Prozent wird mit Lärchenholz gearbeitet. "Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass sich im Outdoorbereich Robinienholz, aufgrund der Langlebigkeit sehr gut eignet", erklärt der Firmenchef. Diese Holzart ist außergewöhnlich hart und zugleich von sehr hoher Zähigkeit und Elastizität. "Im Außenbereich macht es einfach Sinn, dieses Holz zu verwenden. Innen hingegen setze ich weiter auf das gute alte Lärchenholz", schildert Lanz. Das besondere an den Lanz-Spielgeräten ist die Verbindung von bearbeitetem, also geradem Holz, und jenem, das seine ursprüngliche Wuchsform behalten darf. Ein steigendes Geschäftsfeld sind sogenannte "Indoor-Spielplätze". In zahlreichen Hotels in Ost-, Süd- und Nordtirol turnen Kinder auf Spielgeräten aus Assling herum. Auch das Hotel Kempinski in St. Moritz setzte schon auf die Osttiroler Qualität. So vielfältig die Natur auch die Formen vorgibt, um die von Menschen gemachten Normen kommt auch der kreative Unternehmer nicht herum. "Das ist einer der schwierigsten Teile meiner Arbeit. Die Normenmappe ist über die Jahre bestimmt um zwei Drittel gewachsen", schmunzelt Lanz.


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