10.03.2017, 11:16 Uhr

EIGENES LEID MACHT EMPFINDSAM FÜR ANDERE!

Passivität, Anspruchsdenken und Konsum-Mentalität beeinträchtigen neben dem öffentlichen auch das private Leben vieler Menschen! Wer macht sich Gedanken über das Elend, über das echte Leid der anderen?? Wir sind mittlerweile abgebrüht, roh und teilnahmslos, schauen, dass es uns gut geht, unsere Existenz eine gewisse Glückseligkeit bietet . . . wenn ein Pfarrer aus meiner Region von sich sagt, dass es ihm gut geht, dann weiß ich sofort auf was er hinführen will, weil er den Gott an seiner Seite spürt, der ihm in allen Lebenslagen ein Beschützer ist, es ist seine Sicht der Dinge, es ist ein Privileg, es ist auch behaftet mit einer Weltfremdheit, mit einer naiven Vorstellung versehen!!!??? . . .

Wenn dauernd Kriege geführt werden, wenn permanent Frauen von Männern körperlich misshandelt werden, wenn immer wieder Schutzbefohlene sexuell missbraucht werden, dann weiß ich nicht, wie ich das bewerten soll, ob es nicht auch unsere gemeinsame Aufgabe sein muss, daran zu arbeiten, dass es zu einem anderen Erscheinungsbild führt, das Menschliche wieder menschlich werden muss, dass die Kriege abgeschafft und sich der Friede endlich ausbreitet . . . bei mir löst das großes Unbehagen aus, auch schon deshalb, weil ich mich ohnmächtig fühle, ich so gut wie nichts machen kann, für den ersten Moment, aber dann könnte ich mich äußern, zu diesen Tatsachen auch Stellung zu beziehen, einen Aufschrei wagen, andere wachrütteln oder zumindest stärker als bisher eine gewisse Sensibilität erzeugen . . .

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, aber seit Jahren verkörpern wir in unserem Verhalten insgesamt dem Weltgeschehen gegenüber eine gewisse Infantilität, eine anerzogene und ausgeformte Einfältigkeit . . . sie soll uns schützen, der naive Ausdruck soll hinweisen, dass ich nicht kann und nicht will, dass ich keine Möglichkeiten habe, mich einzumischen, das sind Bequemlichkeiten, das sind Ausreden, das ist eine Strategie, und dieses Strategie-Verhalten schreit zum Himmel . . . wenn es um den Ausbau des Konsumverhaltens geht, wenn wir die Lebens-Zeit vor dem Fernseher verbringen, wenn wir den Shopping-Wahn erliegen, wenn wir die Computer-Spiele bewältigen, dann haben wir Zeit und Interesse, dann geben wir dem Leben selbst Zuwendung . . . unsere Grundwerte sind gestrig, unsere Demokratie nur noch ein billiger Begriff, der die Freiheit bietet, aber diese Freiheit wird schon lange mit Füßen traktiert, und wir haben schon lange keine Ahnung mehr von dem, wie wir uns einbringen müssen, welche Stimme wir benötigen, dass es mit der Idee von einer lebendigen Demokratie auch die Menschen braucht, die an diesem Prozess konstruktiv mitarbeiten. Wo sind diese Menschen??? Juckt uns der Klimawandel?? Ist der Crash in der Finanzwelt verdaut??? Sinnlose Fernsehdebatten und Talkrunden sind ein Entertainment, das sich an den Äußerlichkeiten abarbeitet, ein Stell-tisch-ein, ein belangloses Debattieren und ausprobieren einer sich erneuernden Rhetorik . . . bei diesen Treffen werden keine Lösungen gefunden, keine Ideen auf den Weg gebracht . . . das Showbusiness sind die Zielsetzungen . . . überall das gleiche Erscheinungsbild . . . wir sind die Katastrophen-Erzeuger selbst, wir sind an allen Prozessen der Verrücktheiten beteiligt, auch wenn das keiner wahrhaben möchte . . .

Wir sind keine Beteiligungs-Gesellschaft, wir sind totale EGOISTEN unserer dämlichen Bedürfnis-Strukturen, wir sehen kein Elend bei anderen, wir sind empfindungslos, und zeigen kein Interesse, wie wir für alle auf dieser Welt bessere und aus-gewogenere Voraussetzungen schaffen . . . die Reichen und Mächtigen leben in ihrem Schonraum, in ihrer narzisstischen Welt, sind satt bis geht nicht mehr, können ihre Langeweile kaum überbrücken, sehen nicht das, was sie sehen sollten . . . sie könnten sich einmischen, könnten etwas abgeben, nein, jeder möchte dieses Status leben, wie die Reichen in Saus und Braus alles für sich in Anspruch nehmen, und dabei auch im konkreten Fall über Leichen gehen . . .

Das soziale und politische Engagement reduziert sich auf das Wesentliche, bloß nicht zu viel einbringen, da schauen wir doch lieber weiter unschuldig in die Welt, lassen uns füttern und bedienen, verdrängen die Sorgen und Ängste der anderen, verdrängen die große Not, das Elend in vielen Familien, die am Existenz-Minimum hängen, und kaum eine Chance haben, aus diesen entsetzlichen Kreislauf auszubrechen . . .

Die Bereitschaft zur gesellschaftlichen Partizipation hat eklatant abgenommen, das ist mehr als furchtbar und auch entsetzlich, denn wenn sich jeder nur noch hinter dem eigenen Privaten versteckt, dann ist das Modell der Demokratie kaum aufrecht zu erhalten . . . alle schauen, was andere machen und einbringen, jeder wartet hin, bis sich vielleicht etwas bewegt, bis ein Zeichen aus dem Himmel kommt, aber von dort kommt kein Zeichen, gibt es keinen Hinweis . . . uns fehlt der Drang, die Begeisterung . . . uns fehlt auch der Mangel an Dankbarkeit, das Leben in dieser Form als Geschenk zu sehen, weil Hunger und Durst, ein trockener Raum, eine Gemeinschaft nichts mehr ist, der Konsum ist wichtig, ist das tragende Element, alles muss sein, koste es was es wolle . . .

Unsere Bildungssysteme sind Auslaufmodelle, wir schauen und probieren, unter dem Strich kommt nichts heraus, außer dem Altbewährten mit einem neuen Arbeitstitel . . . wir wollen uns um die Kinder kümmern, aber die Kinder warten verzweifelt auf eine Veränderung, die sich nicht abzeichnet, weil wir gar nicht verstehen und begreifen welche Grundbedürfnisse Kinder haben??? Welche Lehrer und Erzieher verstehen die Erkenntnisse einer modernen Neuro-Wissenschaft?? Lehrer schauen auf sich selbst, auf ihre Ferien, genießen ihre Privilegien und träumen von Idealvoraussetzungen, die es niemals geben wird, weil Menschen eben nur Menschen sind, und die Unzulänglichkeiten resp. Fehler an der Tagesordnung sind. Wer macht sich Gedanken, wie die Kybernetik des Gehirns funktioniert, wie die Gehirnhälften zusammenarbeiten???

Wir definieren uns über Erfolge, über den Fortschritt, über das Gefühl mit-zu-schwimmen, dabei zu sein, ohne an der Integration generell zu arbeiten . . . die Bürger schauen aus ihren Glashäusern heraus, aus ihren Elfenbeintürmen, die nichts taugen, die nichts bedeuten . . . es ist alles künstlich, so wie ihre Ideen über Gott und die Welt . . . diese Illusionen halten uns über Wasser, und viele glauben tatsächlich, dass sie mit einiger Übung auch bald über das Wasser laufen können!!

Wir haben zu wenig Zorn und Wut in uns, sind aufgrund der Bequemlichkeiten faule Mitstreiter geworden, faule Säcke, legen das Handtuch schon nachts in den Hotelanlagen auf die Liegen, das sich auch keiner diesen Platz aussucht . . . wer sind wir und was wollen wir??? . . .

Die Debatten zwischen den weltanschaulichen und sozialpolitischen Positionen haben noch gar nicht begonnen . . . unsere Kultur ist reduziert auf wenige Aspekte, auf ein Minimum . . . unsere Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen hat sich aufgelöst in Wohlgefallen . . . wir überlassen das jetzt den SCHREI-HÄLSEN der schrägen Populisten, die überall in Erscheinung treten, die mit billigen Parolen das Land überschwemmen, alles versprechen was man versprechen kann, aber keinen blassen Schimmer davon haben, was zwingend notwendig wäre, auf den Weg zu bringen???!!!

Wir machen alle verantwortlich: Muslime, Flüchtlinge, Ausländer, Juden usw., das ist mehr als einfach, aber das ist schnell gemacht, so können wir die Angriffspunkte formulieren, denn darin sind wir geschult, unsere neoliberale Grundhaltung verstärken die Aus- und Ansichten . . . wir wollen nicht über uns selbst reflektieren und nachdenken, keine Introspektion vornehmen, wir vermeiden es in den eigenen Spiegel zu schauen, denn dann würden wir die eigenen Fratzen sehen und auch erkennen, dass wir auch klägliche Figuren sind . . .

Der Kapitalismus hat kein menschliches Antlitz(!!), die Solidarität hat ausgedient, die Armen führen ein Leben am äußersten Rand einer von sich überzeugten und auch eingebildeten Gesellschaft, die tagtäglich über Leichen geht. Die Ungleichheiten in den realen Einkommen haben zugenommen, viele müssen mehrere Jobs verrichten, um das Überleben abzusichern . . . wie es den Kindern geht, das interessiert scheinbar niemand . . . wer hat uns bitteschön unsere Erziehung vermittelt, was haben uns die eigenen Eltern beigebracht, unsere Erzieher, unsere Lehrer, unsere Kirche usw., da habe ich große Zweifel???? . . . und meine Bedenken halten mich weiterhin wach!!!

ES GIBT EINFACH ZU VIELE VERLIERER!!!
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