03.09.2016, 18:57 Uhr

IM "TURBO-SAUSE-SCHRITT" ZUR HEILIGSPRECHUNG: M U T T E R T E R E S A!

Meine Fotoarbeit für Mutter Teresa . . . so sehe ich sie nach einer Meditation . . .
Heilige sind in meinen Augen makellos, das kann man von Mutter Teresa nicht behaupten, sie war immer eine Kämpferin, konnte sich klar artikulieren, und hat es den Menschen gezeigt wie wir die Nächstenliebe leben und zur Anwendung bringen. Ihr kann man diese Handlungsweisen abnehmen, sie waren immer authentisch, sie war aber auch sich selbst gegenüber mehr als kritisch . . . wer ihre Biografie gelesen hat, wird erkennen, ihre Zweifel, ihre Fragen, ihre Ungeduld wurden permanent auf den Prüfstand gestellt, und wenn man sich die Beichten von ihr noch einmal vor Augen führt, wird man selbst zum Zweifler, könnte man nicht auf die Idee kommen, dass es Teresa immer wieder geschafft hat, sich und der Welt die Hoffnung zurückzugeben.

Auch nach der Kanonisierung wird Mutter Teresa auf der Welt insgesamt eine kontroverse Persönlichkeit bleiben, daran wird kein Weg vorbeigehen, sie hat zu Lebzeiten alle aus der Reserve gelockt, hat alle gekitzelt, war aufgrund einer speziellen Grundbegabung, den meisten schon einen Schritt voraus. Ihr Arbeitspensum war gigantisch, ihre Überzeugungsarbeit hat alle anderen in den Schatten gestellt, sie hat sich selbst so gut wie nie eine Auszeit gegönnt, sie wollte jede Minute nutzen, wollte Jesus dienen, und sah auch in jedem Menschen einen Jesus, an dem sie ihre Arbeit ausrichtete . . .

Sie hat für ihr Engagement den aller-größten Respekt verdient, sie ist wahrlich für die Armen aufgegangen, trotzdem bleiben bestimmte Zweifel, die bis dato nie ausgeräumt wurden. Ihre Hospizarbeit hat sie nie unterbrochen, ihre ausgebildeten Ordensschwestern hatten große Mühe, ihre angedachten Vorgaben zu erfüllen, sie war energisch und sehr bestimmend . . . wer sich um die Aussätzigen und Ausgestoßenen so kümmert, wie sie es tat, ist für uns kaum nachvollziehbar, sie wurde unbewusst durch ihre Ideen zur Mutter der Nächstenliebe . . . es wäre an der Zeit sich mehr an sie zu erinnern, ihr in diesem Punkt nachzueifern, doch das ist mein Wunschdenken, wir sind aus dem Ruder gelaufen, wir haben uns verstrickt in den Tempeln des Konsums, des Egoismus, der Gleichgültigkeit oder was auch immer, nur mal ein bisschen Nächstenliebe zur Anwendung bringen, das wird keinen Segen bringen . . . wie auch???

Wenn sie wie gewohnt jede Person als würdevolle Schöpfung Gottes ansah, hat ihr das den Weltruhm beschert, die Achtung gebracht, ihr wurde 1979 der Friedensnobelpreis ausgehändigt, dass ihr dann auch einen Macht-zu-wachs verlieh, den sie zumindest in der damaligen Medienwelt gut einsetzen konnte . . . der Hickhack heutzutage, woher sie stammt, und welche Debatten um ihre Persönlichkeit, wem sie mehr dienen könnte und welchen Nutzen sie noch bringt, da scheitern sich die Geister, die unterschwelligen Kämpfe zwischen Albanien, Kosovo und Mazedonien sind wieder voll entfacht und kein Ende in Sicht . . . um ehrlich zu sein, sie gehört keinem einzigen auf dieser Welt, sie gehört nur Gott, und sie war im übertragenen Sinn sein Werkzeug . . . ich habe viele Standorte von ihr kennengelernt, dort wirkte tatsächlich ihr Geist, die Bescheidenheit stand in allen Belangen an erster Stelle . . . davor ziehe ich meinen Hut . . . das überzeugt, das steckt an, daraus könnte noch mehr entstehen . . .

Wenn jetzt die Heiligsprechung am 4. September erfolgt, ist das ein Spektakel, ein Event, der von der katholische Kirche gewollt ist, diese Kirche braucht Aufmerksamkeit, viele Katholiken haben Zweifel, sind ambivalent ihrer eigenen Kirche gegenüber . . . es muss etwas her, was die Aufmerksamkeit erhöht, was den Fokus ein wenig schärft . . . Mutter Teresa hätte dies NIEMALS zugelassen, wäre mit dieser Entscheidung todunglücklich gewesen, das ganze Theater ist ein künstliches Theater und geht an den Wirklichkeiten des wahren Lebens vorbei . . . widmen wir uns endlich den Armen und Bedürftigen, nehmen wir Mutter Teresa ernst, folgen wir ihrem Weg und lassen uns nicht dabei aufhalten . . . Ich empfehle: Reinlesen in den Armutsbericht von Österreich (2014) . . . geballte Inhalte und Ladungen, die unter die Haut gehen, sind nur 1400 Seiten(!!!!!)

Distanzieren wir uns von dem Theater auf dem Petersplatz in Rom, das ist ein ZUVIEL des guten, eine inszenierte Geschichte, die das Vermächtnis dieser wunderbaren Frau verklebt und verwässert . . . es reicht, wenn man ihre tolle und aufrichtige Arbeit in Erinnerung behält, wir brauchen keine Heilige Mutter Teresa,
warum können wir nicht das Wesentliche vom Unwesentlichen unterscheiden??? Warum muss eine Kirche solch ein Theater machen??? Ich verneige mich in Demut, ich werde trotz großer Widerstände gegen diesen Vorgang der Heiligsprechung eine Kerze für sie anzünden und meditieren . . . sie war etwas WUNDERBARES . . . sie wirkt in bestimmten Bereichen in uns allen weiter, die sich auf den Weg machen sie zu suchen!!! Ich glaube daran . . .

ES GIBT KEINE ALTERNATIVE ZUR NÄCHSTENLIEBE!!!

Ein aufrichtiger Text von Teresa:

"Wenn wir beten,
werden wir anfangen zu glauben;
Wenn wir glauben,
werden wir anfangen zu lieben;
Und wenn wir lieben,
werden wir anfangen zu dienen . . ."


(Diesen Text unbedingt laut und mehrmals lesen . . . er hilft, den eigenen aufrechten Gang zu unterstützen, ihn zu erneuern und auszubauen . . . ich baue ihn oft in meine Meditationen ein . . . )
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