01.09.2014, 09:03 Uhr

Sillian fordert Solidaritätsfonds für Agrargemeinschaftsaufwand

Sillian will einen Solidaritätsfond, aus dem Aufwendungen für unrentable Gemeindegutsagrargemeinschaften abgedeckt werden können (Foto: Peter Leiter)
SILLIAN (red). Es ist ein Fall, so wie viele in Tirol. Die Leckfeldalpe in Sillian wurde als Gemeindegutsagrargemeinschaft beschieden. Dort weiden den Sommer über auf 313 Hektar Gesamtfläche 75 Großvieheinheiten. Die Alm hat schon seit 1606 eine Weideordnung für die 26 Mitglieder der Agrargemeinschaft. Neben Jadgpacht und Almförderung gibt es keine weiteren Einnahmen. Die Kosten für Hirten und andere Ausgaben wurde über diese Gelder und Almkostenbeiträge finanziert. Die Novelle des Tiroler Flurvergassungslandesgesetzes bringt nun eine neue Situation. Die Gemeinde muss mindestens 5.000 Euro im Jahr für die Alm bezahlen – und ist mit der Situation nicht glücklich. In einem einstimmig beschlossenen Antrag wird ein Solidaritätsfonds unter den betroffenen Gemeinden gefordert.

Mehraufwand für die Gemeinde

Peter Leiter, Ortsbauernobmann, Gemeindevorstand und selbst Mitglied der betroffenen Agrargemeinschaft Leckfeldalpe, hat den Stein für den Antrag ins Rollen gebracht. „Die Leckfeldalpe bedeutet einen Mehraufwand für unsere Gemeinde, der bisher von den Mitgliedern der Agrargemeinschaft getragen wurde. Auch wenn wir es uns als Ort mit einem 5,2 Mio. Euro schweren Budget an sich leisten können, ist das Verständnis seitens der Verantwortlichen enden wollend. Man hat in ein gut funktionierendes System eingegriffen“, fasst Peter Leiter zusammen. Die endgültige Entscheidung ob die Leckfeldalpe tatsächlich aus Gemeindegut entstanden ist, ist laut Leiter noch anhängig.

Schwieriges Gelände

„Die Alm ist eine reine Hochalpe. Aufgetrieben wird erst in der dritten Juniwoche. Im Schnitt reicht die Weide für 84 Tage. Die Behirtung ist schwierig, weil das Vieh während der Weideperiode öfters übertrieben werden muss. Zu zwei Geländekammern gibt es keine Zufahrt, sondern lediglich Viehtriebssteige.“ Fünf Hirtenhütten gilt es zu erhalten. Jährlich sind Arbeiten wie Wegsanierungen oder der Almputz notwendig. „Diese Aufgaben fallen jetzt in das Aufgabengebiet der Gemeinde. Bei einer groben Kostenschätzung bedeutet das gut 5.000 Euro Aufwand. Die Diskussion im Gemeinderat dazu war sehr lebhaft – nicht wegen der Summe, sondern wegen des neuen Budgetpostens“, so Peter Leiter. Er hat daher im Gemeinderat einen Antrag an die Tiroler Landesregierung gestellt. „Antrag an die Tiroler Landesregierung auf Einrichtung eines Solidaritätsfonds zur Abdeckung von Kosten, welche durch die Änderung des Tiroler Flurverfassungslandesgesetz 1996 zahlreichen Gemeindegutsagrargemeinschaften ohne Substanzwerte entstehen.“ – so der Wortlaut des einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses. „Ich hoffe schon auf eine Reaktion seitens des Landes. So wie in Sillian wird es den meisten Gemeinden ergehen. Wir hoffen auf Solidarität unter den Gemeinden“, erklärt der Sillianer Gemeindevorstand Peter Leiter.
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