28.09.2014, 04:30 Uhr

Zwei Regionen - viele Gemeinsamkeiten

Gut 100 OsttirolerInnen wollten hören wie sich Natura 2000 auf das Lechtal auswirkte. (Foto: Brunner Images)

Am Lech lebt man mittlerweile gut mit und von Natura 2000. Mit Osttirol gibt es einige Gemeinsamkeiten.

LIENZ (ebn). Über 120 Gäste sind gestern auf Einladung von LHStvin Ingrid Felipe in die Wirtschaftskammer Lienz zur Informationsveranstaltung über die Natura 2000 Erfolge des Tiroler Lechtals gekommen – das, wenn es nach der Umweltlandesrätin geht „zeigt, welches große wirtschaftliche und touristische Potenzial das Qualitätssiegel Natura 2000 bringt.“ Seit 14 Jahren ist der Lech Natura 2000 Gebiet und hat die Chancen des Naturjuwels genutzt. Deswegen hat Ingrid Felipe den Elmener Bürgermeister Heiner Ginther und den Regionalmanager des Außerfern, Günter Salchner, nach Lienz eingeladen.

„An unseren Hotels stehen wieder Baukräne und die Nächtigungszahlen steigen“, fasste Günter Salchner den wirtschaftlichen Aufschwung zusammen, der am Lech in den letzten Jahren dank des erst durch die Natura 2000 Nominierung möglich gewordenen Regionalförderprogramms stattgefunden hat.

Bürgermeister Heiner Ginther erinnert an die anfängliche Skepsis inklusive Demonstrationen am Landhausplatz gegen die Natura 2000 Nominierung des Lechs. Mittlerweile sei die Skepsis in der Region großer Akzeptanz gewichen und auch der wirtschaftlichen Entwicklung entlang des Lechs stehe der Qualitätssiegel Natura 2000 nicht im Weg.

„Ich glaube, wir haben mit dieser Informationsveranstaltung einige Zweifel und Ängste ausräumen können und dazu beigetragen, dass der Blick in Osttirol jetzt nach vorne geht“, bilanziert LHStvin Ingrid Felipe den Abend.

Ganz so positiv sahen es jedoch nicht alle. Auch wenn es zwischen dem Gebiet im Außerfern und Osttirol auffallend viele Parallelen gibt, wollte die positive Stimmung der aus Reutte angereisten Gäste nicht recht auf Jene übergehen, die Natura 2000 ablehnend gegenüberstehen.

Vor allem Landesrätin Felipe sah sich immer wieder mit Vorwürfen konfrontiert, den Entscheidungsfindungsprozess nicht optimal gestaltet zu haben. Im Außerfern hatte man laut Bürgermeister Ginther vom ersten Auftauchen von Natura 2000 bis zur letztendlichen Ausweisung mehrere Jahre zeit für Verhandlungen. Über die Größe des Gebietes wurde ein Jahr lang gefeilscht.

In Osttirol wäre wohl auch genügend Zeit gewesen. Allerdings ließ man sie ungenutzt verstreichen, bis die EU mit ihren Mahnschreiben Schwung in die Sache brachte. Die Veranstaltung kann dank Bürgermeister Ginther und Günter Salchner durchaus als gelungen bezeichnet werden. Die verhärteten Fronten in Osttirol vermochten aber selbst Salchners Worte "Wir leben noch. Und wir leben jetzt besser als vorher" nicht aufweichen.
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