Chancengleichheit
Bildung soll kein Privileg sein

Bundespräsident Alexander Van der Bellen war bei seinem Besuch an der NMS Brüßlgasse ein begehrter Selfie-Partner.
7Bilder
  • Bundespräsident Alexander Van der Bellen war bei seinem Besuch an der NMS Brüßlgasse ein begehrter Selfie-Partner.
  • Foto: HBF/Peter Lechner
  • hochgeladen von Michael Payer

Die Initiative "Teach For Austria" will für Kinder gleiche und faire Bildungschancen schaffen.

OTTAKRING. Die Chance auf Bildung hängt stark vom Elternhaus ab. Der Erfolg von Kindern ist also direkt vom finanziellen Einkommen und dem Bildungsniveau der Eltern abhängig. Konkret heißt das: Ein Kind, dessen Eltern wenig Geld, einen niedrigen Bildungsgrad und/oder eine andere Muttersprache als Deutsch haben, hat weniger Chancen.

Diesem Ungleichgewicht will "Teach For Austria" entgegenwirken. Die Vision: 2050 soll jedes Kind die Chance auf ein gutes Leben haben – egal, wie viel Geld oder welche Bildung seine Eltern haben. Dafür wird derzeit an 41 Schulen in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich gearbeitet. Im 16. Bezirk sind die sogenannten "Fellows", die Lehrer des Projektes, an fünf Schulen tätig.

Nichtdeutsche Muttersprache

An der NMS Brüßlgasse hat sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen ein Bild von der erfolgreichen Arbeit gemacht. Die Schule in Ottakring hat 257 Schüler in zwölf Klassen, davon drei Integrationsklassen. 95,3 Prozent der Schüler haben eine andere Muttersprache als Deutsch.

Das ist einer der Gründe für das soziale Engagement von "Teach For Austria". Bei sozialer Benachteiligung legt die Organisation los. In Wien und im 16. Bezirk ist für "Teach For Austria"-Community-Manager Matthias Stiedl Folgendes zu beobachten: "In den äußeren Bezirken ist im Vergleich zu den inneren eine höhere Dichte an Neuen Mittelschulen zu finden." Sprich: Es gibt in den äußeren Bezirken mehr Benachteiligung.

Das Fellow-Programm ist der Kern der Arbeit von "Teach For Austria". Das zweijährige Leadership-Programm richtet sich zur Ausbildung von Vollzeit-Lehrkräften an herausfordernden Schulen an Hochschulabsolventen unterschiedlichster Fachrichtungen. Alle Teilnehmer sind Quereinsteiger, das heißt sie haben kein Lehramtsstudium abgeschlossen. Sie unterrichten Kinder und Jugendliche, die ein hohes Risiko für einen frühen Ausbildungsabbruch haben.

Der erste "Teach For Austria"-Fellow an der NMS Brüßlgasse war Ellen Frisch. Ihr folgten Julia Krejci, Andriana Tsoneva und Jan Felizeter. "Die Kollegen sind gegenüber den Kindern sehr wertschätzend, gut gerüstet für schwierige Aufgaben und bereit, ihre Arbeit zu reflektieren", sagt die Direktorin der NMS Brüßlgasse, Annelies Hell, über die Kollegen von "Teach For Austria".

"Lernen soll Freude machen"

Bundespräsident Alexander Van der Bellen war nach einer Mathematik- und einer Englischstunde voll des Lobes für das Projekt. Beim abschließenden Gespräch im Turnsaal gab er den Schüler mit: "Lernen ist keine Pflicht, sondern soll Freude machen. Egal, was es auch sein mag: Versucht einfach, herauszufinden, was euch interessiert!"

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen