Dank Kunst zurück ins Leben: Indische Mädchen besuchen Ottakring

Tanja Raab lud sieben indische Mädchen und junge Frauen in ihr Atelier "Raabenkind" um mit ihnen Headpieces herzustellen.
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  • hochgeladen von Sabine Ivankovits

OTTAKRING. Die Betreiber der "KinderKulturKarawane" laden seit 16 Jahren Kinder- und Jugendkulturgruppen aus Afrika, Asien und Lateinamerika nach Europa ein. Das Besondere daran: Die Kinder und Jugendlichen entfliehen damit einem Leben, das oft von Armut und Gewalt geprägt ist. Im Zuge der Reise stellen sie ihre künstlerischen Projekte in Schulen, Jugend- und Kulturzentren oder bei Workshops auf Festivals vor.

Auch in Ottakring machte eine Gruppe der "KinderKulturKarawane" halt. Die Mädchen werden von der indischen Organisation STOP betreut, die gegen Zwangsprostitution und Mädchenhandel kämpft. Mehr als 1.500 Mädchen konnte STOP bisher aus Bordellen befreien.

"Freiheit" zum Tragen

Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Reintegration, Rückführung in die Familien und die Entwicklung von Perspektiven für die Mädchen. Die Mädchen und jungen Frauen bekommen im "Aashray Family Home" einen Platz, wo sie psychische und medizinische Betreuung erhalten. Außerdem bekommen sie Unterricht und können an verschiedenen Projekten im Bereich Handarbeit, Kosmetik, Kochen, Tanz, Gesang, Dramaturgie und Kampfsport teilnehmen. So wurde auch ein Mode-Label gegründet: Unter dem Namen "Azadi", auf Deutsch "Freiheit", nähen die Mädchen faire Mode nach traditionellem indischen Design, aber mit westlichem Flair.

Bei ihrem Stopp in Wien zeigten die Mädchen ihr Können in den Bereichen Tanz, Taekwondo, Kochen und Henna-Tattoos. Tanja Raab – sie betreibt das Schneider-Modisten-Atelier "Raabenkind" in der Hettenkofergasse 21 – hatte die Gruppe zu sich eingeladen.

"Eine Freundin hat mir von dem Projekt erzählt. Da dachte ich mir, ich könnte den Mädchen im Rahmen eines kostenlosen Workshops zeigen, wie man Headpieces, also Haarreifen, Spangen und kleine Haarteile herstellt", so Tanja Raab. "Immerhin halten diese Mädchen auf ihrer Reise selbst Workshops ab. Als Dankeschön wollte ich sie einladen."

Die sieben Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 13 und 23 Jahren freuten sich über die Einladung und hatten jede Menge Spaß mit Tanja Raab. Sie arbeiteten mit Blumen, Federn, Stoffen und anderen Materialien. Und so entstand jede Menge Haarschmuck, den die Mädchen dann natürlich auch mitnehmen durften.

Zur Sache:

Die "KinderKulturKarawane" hilft Jugendlichen aus schwierigen Verhältnissen – Straßenkindern, Kinderarbeitern, Kriegswaisen – mit einer Reise, um neue Perspektiven zu erlangen. Infos: www.kinderkulturkarawane.de

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