Hausbesetzung
Haus in Ottakring wurde geräumt

Die Polizei holte die Aktivisten mittels Drehleiter-Gondel vom Dach.
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  • Die Polizei holte die Aktivisten mittels Drehleiter-Gondel vom Dach.
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  • hochgeladen von Sophie Alena

Auf der Neulerchenfelder Straße 35 besetzten Unbekannte ein Haus. Am Freitag, 7.12. 2108, um die Mittagszeit holte die Polizei die maskierten Besetzer vom Dach des Hauses.

OTTAKRING. Freitagfrüh kündigte es die Polizei bereits an: Das besetzte Haus in der Neulerchenfelder Straße 35 soll geräumt werden. Dafür wurden die Straßen rund um das Haus gesperrt, die Straßenbahnlinie 2 unterbrochen. Auch für Fußgänger war die Neulerchenfelder Straße im Bereich des Hauses nicht zugänglich. Die Polizei forderte die Besetzer dazu auf, freiwillig das Haus zu verlassen, dieser Aufforderung kamen diese jedoch nicht nach.

Sechs der Besetzer kletterten auf das Dach des zweistöckigen Gebäudes. Vor dem Haus versammelten sich Schaulustige sowie Unterstützer der Aktivisten. Sie riefen gemeinsam Parolen wie "Die Häuser denen, die drin wohnen und "Nele bleibt". "Nele" - so nannten die Besetzer das Haus in der Neulerchenfelder Straße 35 auf ihrem Blog. Erst am Donnerstag hatten die Besetzer dort zur Eröffnung eines Skateparks im Haus eingeladen.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot von über 90 Polizisten an, mit dabei war etwa die Spezialeinheit Wega, Beamte der Cobra und verschiedene Gerätschaften wie Wasserwerfer und ein gepanzertes Sonderfahrzeug. Bevor die Aktivisten vom Dach geholt werden konnten, musste auch die Oberleitung der Straßenbahn vorübergehend abgeschaltet werden. Die Aktivisten mussten mittels Drehleiter-Gondel von Beamten auf den Boden gebracht werden. Dabei erhielten sie Unterstützung von der Feuerwehr.

Gentrifizierung am Brunnenmarkt

"Ihr seid unsere Helden", riefen anwesende Unterstützer den Besetzern zu, während diese von der Polizei abgeführt wurden. "Seit etwa fünf Jahren merkt man die Gentrifizierung im Bezirk sehr stark. Am Yppenplatz kann man nirgends mehr sitzen, ohne etwas konsumieren zu müssen", empört sich eine Anrainerin. "Es muss wieder mehr konsumfreie Räume geben. Die Häuser sollten nicht an Spekulanten verkauft werden dürfen und dann leer stehen, sondern der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden", so ein anderer.

Das Thema erhitzt die Gemüter und während viele der Schaulustigen die Gründe der Aktivisten befürworten, regt sich ein anderer darüber auf, dass er die Kosten für diesen Polizeieinsatz zahlen müsse: "Die Besetzter haben noch keinen Euro Steuergeld bezahlt, aber machen sich hier wichtig."

Der Hausbesitzer ist laut Grundbuch die DAW Leasing GesmbH. Was mit dem Haus geplant ist, war vorerst unklar. Die Aktivisten befürchten jedoch, dass das Gebäude abgerissen werden soll und stattdessen hier teure Neubauwohnungen entstehen sollen. Das leerstehende Haus der ehemaligen Rema-Print, Druck-und Verlagsges.mbH wurde aus diesem Grund von den Besetzern in Beschlag genommen. Die Druckerei schloss im August 2017 ihre Türen für immer, seitdem steht das Haus leer.

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