Helga Hampl-Maruna: Zwischen Mineralien, Fossilien und der digitalen Welt

Helga Hampl-Maruna im Biologietrakt des Bundesgymnasiums Maroltingergasse
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WÄHRING/OTTAKRING. Lebensgroße Bilder von Affen, im Hintergrund Vogelgezwitscher, jede Menge Meerschweinchen und Degus: "Eine ganze Etage nur für die Biologie", schwärmt Helga Hampl-Maruna. Die 60-Jährige ist Lehrerin für Biologie am Bundesgymnasium in der Maroltingergasse und Obfrau des Vereins Vereinigte Mineraliensammler Österreichs.

Zwischen (wirklich großen!) Mammutzähnen, diversen Fossilien und zahlreichen Mineralien erzählt die Währingerin wie ihr "Beruf zur Berufung" wurde - und warum Biologieunterricht in unserem digitalen Zeitalter wichtiger denn je ist.

Das Gespür und die Lust auf das, wie unsere Welt funktioniert, wurden Hampl-Maruna  schon in die Wiege gelegt: Bereits ihr Vater war Biochemiker. Als 12-Jährige entdeckte sie auf einer Erkundungstour mit ihm einen Smaragd - "den habe ich bis heute", schwärmt Hampl-Maruna. Von da an war ihr Weg eigentlich vorgezeichnet. Was folgte, waren das Studium der Biologie und der Chemie, später das Doktorat in Botanik.

"Alles, was mit Leben zu tun hat, hat auch mit uns zu tun"

Seit 37 Jahren unterrichtet sie am Bundesgymnasium in der Maroltingergasse. Für die Biologielehrerin ist ihr eigenes Fach im Grunde "die Lehre vom Leben". Und im Gespräch mit ihr wird auch sehr schnell deutlich wieso: Woher kommt das Gas in unserer Heizung? Die Seltenen Erden in unseren Mobiltelefonen? Das Kalzium in den Knochen? Was bedeutet die Photosynthese für uns Menschen? Hampl-Marunas Methode: "Durch Beobachten und Kombinieren die Schönheiten des Lebens erkennen". Und im besten Fall: Diese Begeisterung an ihre Schüler vermitteln. Denn: "Alles, was mit Leben zu tun hat, hat auch mit uns zu tun".

Dass das in Zeiten, in denen das Handy im Vergleich zur "realen Welt" immer mehr die Oberhand gewinnt, nicht immer einfach ist, bekommt die 60-Jährige tagtäglich zu spüren. Während in den Pausen das Mobiltelefon im Rennen um den besten Zeitvertreib allen anderen schon lange den Rang abgelaufen hat, gehe das Interesse und die Lust am Nicht-Digitalen auch während des Unterrichts immer mehr verloren. Die Lust "Dinge anzugreifen" schwinde zunehmend, so die langjährige Biologielehrerin.

"Die Schönheit des Lebens"

Sie selbst, in eigenen Worten: "bissl ein Weltverbesserertyp", versucht im Rahmen des Unterrichts diese Faszination für die "Schönheit des Lebens" so gut es geht an ihre Schülerinnen und Schüler zu vermitteln. Doch auch außerhalb des Klassenzimmers hat es sich Hampl-Maruna auf die Fahnen geschrieben, die Welt der Mineralien und Fossilien für "die breite Masse" zugänglich zu machen. Quasi als Analogie zum eigenen Werdegang begab sich auch ihr damals elfjähriger Sohn eines Tages mit ihr auf Erkundungstour - und wurde fündig! Neben einer Muschel entdeckte er damals - wie seine Mutter - die Leidenschaft für's Leben. Was folgte waren "Wochenenden erfüllt mit Steinbrüchen". Das Interesse war geweckt, das Ticket zur Mineraliensammlung in der Wiener Stadthalle gelöst. Nicht als Gast, noch Jahre vor der Pubertät präsentierte der Sohn damals bereits seine eigenen Fundstücke.

So kam auch schnell der Kontakt zu den Mineraliensammlern Österreichs zustande. Seit 2011 ist sie Obfrau des Vereins, der Mineraliensammlung - Österreichs größte Mineralien- und Fossilien-Erlebnismesse - steht sie heute als Leiterin vor. "Ich will Leute finden, die hingehen und sagen: Super!". Besonders für Kinder müsse die Ausstellung etwas hergeben. "Das Glitzern in den Augen - dafür mach ich's!", so die Ausstellungsleiterin.

"Da bin ich z'haus"

Alle zwei Wochen trifft sich der Verein, beim "gemütlichen Beisammensein" lauscht man einen Vortrag - Kaffee und Kuchen inklusive. Fundstücke werden getauscht, auch regelmäßige Exkursionen gibt es. Im Grunde sei es ein "Kulturverein für die breite Masse", so die Obfrau. 

Abseits von Schule und Verein, von Biologie und Mineralien, reist die 60-Jährige quer durch die Welt - immer auf der Suche nach den Geheimnissen von Natur und Umwelt. Als "überzeugte Währingerin" jedoch, freue man sich doch jedes Mal wieder, wenn man ins gewohnte Umfeld zurück kommt. Gersthof, "der ländlich-dörfliche Charakter - da bin ich z'haus".

Zur Sache:

Wer sich für die Mineraliensammler Österreich interessiert, kann sich auf www.vmoe-wien.at informieren.

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