Ober St. Veit: Wirbel um Volksschule

In der Volksschule Ober St. Veit gibt es ab September auch eine Nachmittagsbetreuung für die Kinder.
  • In der Volksschule Ober St. Veit gibt es ab September auch eine Nachmittagsbetreuung für die Kinder.
  • Foto: Max Spitzauer
  • hochgeladen von Christine Bazalka

HIETZING. Veränderungen sorgen schnell einmal für Aufregung und lassen die Gerüchteküche brodeln. So auch in Bezug auf die Volksschule Ober St. Veit: Die an sich positive Entwicklung zu einer offenen Volksschule – d.h. es gibt eine Nachmittagsbetreuung im Schulgebäude – hat unter den betroffenen Eltern ordentlich für Wirbel gesorgt.

Denn: Zuerst hieß es, die Erstklässler müssten bei benötigter Nachmittagsbetreuung in der Schule bleiben und könnten nicht den von Eltern ausgewählten Hort besuchen. "Mein Kind würde gerne in den katholischen Hort im Elisabethinum gehen. Wir wurden viel zu spät informiert", so ein Vater. Für ihn gibt es gute Nachrichten: Da das Elisabethinum nicht von der Stadt Wien betrieben wird, können den Hort auch die Erstklässler besuchen, bestätigt Leiterin Christa Bruns gegenüber der bz.

Hortgruppe läuft aus

Anders ist die Lage beim Hort Girzenberg: Dort wird die Gruppe auslaufend geführt. Kinder, die den Hort schon länger besuchen, dürfen also auch weiterhin dort bleiben. Neue Kinder werden aber nicht aufgenommen. "Die Eltern von älteren Kinder können entscheiden, ob sie das Angebot in der Schule wahrnehmen wollen oder die Kinder bei uns bleiben sollen", so Eva Reznicek von den Wiener Kindergärten (MA 10). Der ebenfalls dort angesiedelte Kindergarten bleibt natürlich, frei werdende Hortplätze können dafür umgewandelt werden.

Widerstand zu den Plänen kommt von Gemeinderat Günter Kasal (FPÖ): "Wir werden einen Antrag für den Erhalt der Hortbetreuung am Girzenberg stellen und ich werde das persönliche Gespräch suchen, um den neuen Stadtrat Jürgen Czernohorszky für den Fortbestand des Hortes zu begeistern."

Langjähriger Wunsch

Im September startet die offene Volksschule. Davor muss noch umgebaut werden. Insgesamt kostet der Umbau rund 430.000 Euro, 40 Prozent davon werden durch das Schulsanierungspaket der Stadt gefördert, den Rest finanziert der Bezirk. Diese Investition wurde von allen Fraktionen im Finanzausschuss einstimmig angenommen. Für die Schule mit Ganztagsschule wird im Sommer eine Küche inklusive notwendiger Nebenräume eingebaut, damit die Kinder dort in Zukunft auch zu Mittag essen können.
Bezirksvorsteherin Silke Kobald (ÖVP) freut sich über die Umstellung: "Die Nachmittagsbetreuung in der Schule ist ein langjähriger Wunsch vieler Eltern. Jedes Jahr gab es rund um die Schuleinschreibung ein großes Desaster, da es in Ober St. Veit nicht genug Hortplätze gab. Jetzt haben die Eltern Gewissheit, dass es ausreichend Plätze gibt." Außerdem sei der Hort Girzenberg von der Schule aus zu Fuß erreichbar, was immer wieder für große Bedenken unter den Eltern gesorgt habe. Und: "Die Schulkinder dürfen natürlich weiterhin mit ihren Betreuern zum Spielen auf den Girzenberg gehen", so Kobald.

Die Ober St. Veiter Eltern können sich grundsätzlich entscheiden, ob sie die Nachmittagsbetreuung in der Schule wollen oder nicht. Bis ungefähr 13 Uhr findet der reguläre Lehrbetrieb statt. Entscheidet man sich dafür, muss man sich für drei Tage pro Woche verpflichten. "Freizeitpädagogen betreuen die Kinder zuerst bei den Hausaufgaben und danach beim Sport und bei anderen Aktivitäten", so Patrick Timmelmayer von den Wiener Schulen (MA 56).

Bis maximal 17.30 Uhr findet die Nachmittagsbetreuung statt. Pro Tag bezahlen die Eltern höchstens 5,70 Euro für die Betreuung plus 3,60 Euro für das Mittagessen. Die Beiträge werden von der MA 10 berechnet und je nach Einkommen fallen sie teilweise auch geringer aus.

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