E-Mobilität
Ottakring steht unter Strom

Eine der sieben E-Ladestationen steht am Musilplatz.
  • Eine der sieben E-Ladestationen steht am Musilplatz.
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  • hochgeladen von Michael J. Payer

Der Anteil an Elektro-Autos steigt stetig an – in Ottakring wurden seit 2010 42 E-PKW neu zugelassen.

OTTAKRING. Laut VCÖ hat Wien pro Kopf die niedrigsten CO2-Verkehrsemissionen. In Wien werden drei Mal so viele Alltagswege mit Öffis, zu Fuß oder mit dem Fahrrad als mit dem Auto zurückgelegt. Es gibt auch mehr Öffi-Jahreskarten (über 820.000) als PKW (rund 710.000). Die Entwicklug zu mehr E-Mobilität passt also bestens ins Bild. Ottakring-Bezirksvorsteher Franz Prokop (SPÖ): "Die Zukunft des Individualverkehrs liegt im Bereich der E-Fahrzeuge. Ottakring war einer jener Wiener Bezirke, die mit gutem Beispiel voranging."

Prokop spricht damit die Errichtung von Ladestationen an – Ottakring verfügt gegenwärtig über sieben. Auf diese sieben E-Tankstellen kommen im Jahr 2019 bis 31. März vier neu zugelassene E-PKW. Weitere acht neue Standorte sollen folgen.

Platzproblem bleibt

Ist Strom die Lösung? Ja und Nein! E-Autos stoßen keine gesundheitschädlichen Schadstoffe aus. Deren Umweltbilanz hängt allerdings davon ab, aus welchem Energieträger der Strom erzeugt wird. Die durch E-PKW mögliche Reduktion von Erdölimporten ist positiv. Negativ bleibt das Platzproblem. Elektroautos brauchen genauso viel Platz wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Genau deshalb sehen die Grünen Ottakring die Elektromobilität als Baustein für eine Wende. Klubobfrau Barbara Obermaier: "Wir wollen nicht einfach Verbrennungsmotoren durch Elektrofahrzeuge ersetzen. Es geht vielmehr darum die Stadt so zu gestalten, dass alle wichtigen Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den Öffis bewältigt werden können."

Ähnlich sieht es Jörg Konrad, Klubobmann der Neos Ottakring: "E-Mobilität löst das Emmissionsproblem nur bedingt. Das Platzproblem, die Staus und der Parkplatzmangel bleiben." Die Neos wollen daher eine vermehrte Nutzung von Car-Sharing-Angeboten.

FPÖ Klubobmann Georg Heinreichsberger bringt noch einen weiteren Aspekt in die Diskussion ein: "Nicht nur E-Mobilität soll künftig gefördert werden, sondern auch wasserstoffbetriebene Fahrzeuge. Es braucht einen ganzheitlichen Blick um die Emmissionen nachhaltig zu senken." Im Bundesländervergleich bei Förderungen von zukunftsweisenden Verkehrtechnologien ortet Heinreichsberger Wien und insbesondere Ottakring "weit abgeschlagen". Die FPÖ sieht es als notwendig das Konzept "Stadt der kurzen Wege" zum stadtplanerischen Grundprinzip zu machen.
ÖVP-Klubobmann Stefan Trittner fordert einen deutlich schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur. Vor allem fehle es noch an Schnellladestationen. Für die Umstellung auf E-Mobilität hat Trittner einen konkreten Vorschlag: "In Ottakring ist die kurze Strecke des 45A ideal, um in einem Pilotprojekt einen E-Bus einzusetzen."

Bis 2020 soll es laut Wien Energie in der Stadt keinen Punkt geben der mehr als 400 Meter von einer E-Ladestelle entfernt sein wird.

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