Flohmarkt
Schnäppchen aus Ottakring

Sabine Görlich bei der Arbeit.
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Jeden zweiten Samstag im Monat sind bei der U-Bahn-Station Ottakring die Raritätenjäger unterwegs.

OTTAKRING. "Billiger! Billiger!", rufen die Händler und Privatverkäufer lautstark. Zahlreiche Flohmarktbummler tummeln sich am frühen Samstagmorgen, um die besten Deals zu erhaschen.

Mittendrin die aufmerksame Veranstalterin Sabine Görlich. Seit mittlerweile 20 Jahren steht sie bei jedem Wetter munter am Flohmarkt in Ottakring und ist stets bemüht, ihre einkaufsfreudige Laufkundschaft zufriedenzustellen.
"Ich fange pünktlich um 4 Uhr damit an, aufzubauen. Und ich bin die Letzte, die um 18 Uhr nach Hause geht. Fad wird mir nie", schmunzelt die Angestellte der Wiener Bildungsagentur.

Das Publikum ist so bunt wie die Waren des Trödelmarktes. Angefangen bei Kleidung und Accessoires für Jung und Alt bis hin zu Antiquitäten, Schallplatten, Musikinstrumenten, Spielzeug und Artikeln des täglichen Gebrauchs findet man hier alles, was das Herz begehrt. Anders als bei einem herkömmlichen Einkauf in einem Geschäft erzählt hier jedes Objekt seine mitunter geheimnisvolle Geschichte und erhält dadurch zusätzlichen Wert. Gefragt sind Ausdauer und ein geschultes Auge, wenn man die unzähligen Kisten und Kleiderhaufen durchstöbert.

Ordnung muss sein

"Ich lege sehr viel Wert auf Ordnung. Jeder, der einen Stand haben will, muss sich einen Monat im Voraus bei mir anmelden und gewisse Regeln einhalten. Ich möchte zum Beispiel nichts auf dem Boden liegen haben", meint die Flohmarktexpertin.

Die Standgebühr beträgt 25 Euro. Verkaufen und verlangen darf man im Grunde, was man will. Verboten sind nur Neuwaren und Waffen.

Wiederverwendung

Secondhand-Ware zahlt sich aus: Jeder Wiener Flohmarkt leistet einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, weil er dazu ermuntert, gebrauchte Dinge weiterzuverwenden, anstatt sie wegzuwerfen. "Bevor ich Sachen wie Babykleidung in die Altkleidersammlung oder sogar in den Müll werfe, verkaufe ich sie lieber zu einem leistbaren Preis", erklärt Görlich gewissenhaft.

Manche Besucher wollen einfach nur so billig wie möglich Alltagsutensilien kaufen. Andere wiederum brauchen ein ganz bestimmtes Ersatzteil, um ihre alte Maschine wieder funktionstüchtig zu machen. Und dann gibt es noch die Schatzsucher, die hoffen, unter all dem Krimskrams ein kostbares Vintage-Kleidungsstück oder Kunstwerk zu ergattern. Zu guter Letzt sind da noch die Jäger und Sammler, die es darauf anlegen, ihre Kollektion zu erweitern. Feilschen gehört dazu.

"Man braucht starke Nerven, um den Herausforderungen standzuhalten. Die Kundschaft kann manchmal ganz schön anstrengend und unverschämt sein", lächelt die Geschäftsfrau und blickt sowohl zurück als auch voraus: "Ich war schon als Kind mit meiner Mutter gerne auf Flohmärkten unterwegs und bin quasi damit aufgewachsen. Mein Plan ist es, nun auch die junge Generation dazu zu motivieren. Im Frühling wollen wir heuer zum ersten Mal einen Flohmarkt für Kinder und Jugendliche veranstalten, getreu dem Motto ‚Aus Alt mach Neu für Jung und Alt'."

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