Stermann und Grissemann im Interview: "Das Geld hält uns zusammen"

Christoph Grissemann und Dirk Stermann stehen seit Jahren gemeinsam auf der Bühne.
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  • Christoph Grissemann und Dirk Stermann stehen seit Jahren gemeinsam auf der Bühne.
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LANDSTRASSE. Sie sind laut Presseaussendung des neuen Programms "Gags, Gags, Gags!" zu gut fürs Fernsehen. Arbeiten Sie also lieber auf der Bühne als vor der Kamera?

CHRISTOPH GRISSEMANN: Vor die Wahl gestellt würd ich sagen, ich arbeite lieber auf der Bühne. Wir arbeiten ja ohne Regisseur und Dramaturg. Wir machen alles selber, das ist befriedigender als im TV. Beim Fernsehen muss man auf 20 Leute Rücksicht nehmen. Da ist sogar festgelegt, wo man stehen muss. Wenn man nur 20 cm abweicht, wird sofort abgebrochen. Das macht das ganze natürlich relativ anstrengend. Da ist mir die freie Arbeit auf der Bühne lieber.
DIRK STERMANN: Dazu kommt noch, dass unsere Fernsehaufzeichnungen wie ungeprobte Premieren sind. Woche für Woche. Im Kabarett hingegen kann man an dem was man da macht, arbeiten. So wird jeder Auftritt tendenziell besser, je länger man das macht und je länger man das Stück spielt und kennt. Im Fernsehen ist das eher so: Machen - aus, machen - aus, machen - aus,..... Man kann also nicht wirklich an der Sache arbeiten. Dafür fehlt leider die Zeit.

Wie lädiert ist man eigentlich nach so vielen gmeinsamen Jahren? Ist es wirklich so schlimm, wie es das aktuelle Pressefoto vermuten lässt?
GRISSEMANN: Das muss ich vielleicht dazu sagen: Auf dem Bild, da sind wir geschminkt (lacht). Ich nehme aber an, dass das in anderen Berufen auch so ist, wenn man so lange zusammenarbeitet. Wobei bei uns vielleicht noch der Druck von außen dazu kommt. Wer im TV arbeitet steht nun mal ständig in der Auslage. Das hinterlässt natürlich gewisse Spuren. Aber nicht so lädiert, dass wir ständig am Boden liegen. Man geht vielleicht mal kurz zu Boden, steht dann aber wieder auf.
STERMANN: Ja, da sind wir wie Boxer. Wir bereiten uns jede Woche auf einen neuen Kampf vor.
GRISSEMANN: Stimmt, never change a loosing Team.

Was hält euch eigentlich als Showbusinesspaar so lange zusammen?
STERMANN: Das Geld.
GRISSEMANN: Das Geld und die Liebe zum Geld. Paulus Manker hat das mal ungefähr so gesagt: In Österreich kannst du fast nur als Kabarettist reich werden. Als Filme- oder Theatermacher geht das nicht so gut. Deshalb haben wir diesen Beruf gewählt.
STERMANN: (lacht) Das stimmt ja gar nicht. Das wäre aber klug gewesen. Nein, wir sind da damals einfach reingerutscht, weil wir einfach keine Idee von uns selbst hatten. Wir haben einfach nachgemacht, was andere schon gemacht haben. Ich finde die Frage an Kabarettisten und Fernsehschaffende, warum man etwas macht, aber sowieso bizarr. Einen Fleischhauer fragt man das ja auch nie. Dem Fleischhauer ist wahrscheinlich auch fad, weil er den ganzen Tag Schweine schlachten muss. Aber er macht's halt. Weil er es kann und weil er es darf und weil sich so schnell nichts anderes anbietet. Mit dem Fleischermesser ist schwer bildhauern.

Wer ist eigentlich der Lustigere von Ihnen?
STERMANN: Christoph. Ich habe in diese Richtung keine Ambitionen.
GRISSEMANN: Ja, sehe ich auch so.

Haben Sie einen Lieblingswitz?
GRISSEMANN: Nein.
STERMANN: Ich habe total viele. Die machen mich aber alle todunglücklich.

Sie werben damit, "mitteleuropäische Humorartistik" zu bedienen. Was ist das?
STERMANN: Na halt das, was wir machen. Da wir weder Griechen noch Iren sind, sondern aus Mitteleuropa stammen, würd ich sagen, wir machen mitteleuropäische Humorartistik.
GRISSEMANN. Das Label stimmt schon: Wir sind jung, wir sind weiß, erfolgreich und Mitteleuropäer. In Uganda würden wir wohl eher nicht so ankommen. Oder gibt es dort auch Kleinkunstfestivals?

Was darf man sich vom neuen Programm erwarten?
STERMANN: Vieles. Es werden fantastische Gäste auf der Bühne erwartet. Außerdem werden wir uns wieder selbst demontieren. Eigentlich bringen wir ja unserer TV-Show "Willkommen Österreich" auf die Bühne.

Auf welche Gäste darf sich das Publikum denn freuen?
GRISSEMANN: Michael Niavarani, Josef Hader und noch ein paar andere. Achso, das dürften wir eigentlich nicht verraten. (lacht) Insgesamt sind es aber acht Gäste aus Mitteleuropa.

Dürfen diese Gäste auch - wie in der TV-Show - ihre neuerschienenen Bücher und CDs mitbringen?
GRISSEMANN: (lacht) Natürlich.

Ihr tretet viel im dritten Bezirk auf: Im Rabenhof Theater, "Willkommen Österreich" wird in St. Marx aufgezeichnet, und eure Wien-Premiere wird im Globe in der Marxhalle sein. Erweckt der dritte Bezirk so etwas wie Heimatgefühle in euch?
STERMANN: Bei mir überhaupt nicht. Ich freu mich immer riesig, wenn ich aus dem Dritten wieder weg komme.
GRISSEMANN: Bei mir schon ein bisschen. Ich habe mal beim Landstraßer Gürtel gewohnt. Das heißt, ich bin eigentlich auch ein Kind des dritten Bezirks. Die Landstraße ist mir eigentlich ein sehr sympathischer Bezirk.

Was haltet ihr von den neuen Plänen für die Marxhalle? Der Pachtvertrag läuft ja Mitte 2017 aus. Es werden neue Mieter gesucht. Auch das Globe müsste sich neu dafür bewerben.
STERMANN: Ich habe das bis jetzt nicht gewusst. Das wäre natürlich schade. Dort haben wir noch garnicht gespielt. Das heißt, wenn man uns jetzt das Theater, an dem wir neu spielen, unterm Arsch wegnimmt, wäre das natürlich sehr enttäuschend für uns. Wobei, Enttäuschungen sind wir eh gewohnt. So gesehen wäre es also eigentlich eh wieder wurscht.

Was würdet ihr Donald Trump gerne sagen, jetzt wo er das berühmte Video "Austria second" gesehen hat?
STERMANN: Wir müssen uns bei ihm entschuldigen. Das Video ist zu lang. Es überfordert seine Aufmerksamkeitsspanne.

Habt ihr noch eine Botschaft für unsere Leser?
STERMANN: Ja, die sollten wissen, dass alle Redakteure für den Dritten aus Tirol kommen.
GRISSEMANN: Der ist doch Vorarlberger. Meine Güte, nicht einmal das erkennt er.

Zur Sache:
Stermann und Grissemann feiern mit ihrem neuen Programm "Gags, Gags, Gags!" am 23. März Wien-Premiere im Landstraßer Globe-Theater.

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