09.10.2017, 16:13 Uhr

Neue Notschlafstelle für Jugendliche in Ottakring eröffnet

Bei der Eröffnung: Johannes Köhler (Leiter MAG 11), Franz Prokop (Bezirksvorsteher), Jürgen Czernohorszky (Stadtrat), Hermine Schmidhofer (stv. Geschäftsführerin Sucht- und Drogenkoordination Wien), Klaus Schwertner (Generalsekretär Caritas Wien), Thomas Adrian (Leiter a_way) und Martin Haiderer (Fachbereichsleiter Caritas Obdach und Wohnen). (Foto: Caritas)

Hilfe dank "a_way": In der neuen Einrichtung der Caritas in der Neumayrgasse bekommen 14- bis 20-Jährige eine Schlafstelle.

OTTAKRING. Alina (17) ist von zu Hause weggelaufen, weil die Eltern ihren neuen Freund nicht akzeptieren. Nino (16) ist gerade Vater geworden, seine Freundin lebt allerdings mit der Tochter in Tschechien. Für Fahrten dorthin fehlt ihm das Geld, er fährt immer öfter ohne Ticket und wird erwischt. Nach einem Streit mit seinem arbeitslosen Vater reißt er von daheim aus. Amin (16) wiederum hat seinen Platz im Krisenzentrum verloren, weil er Mitarbeiter dort bedroht hat. Drei Beispiele für Schicksale von Jugendlichen, die eines gemeinsam haben: a_way. In der neuen Notschlafstelle der Caritas konnte nämlich allen drei geholfen werden.

Gleich hinter der Lugner City, in der Neumayrgasse 4, hat die Caritas-Einrichtung – die einzige dieser Art in ganz Wien – eröffnet. Übersiedelt ist man dorthin vom Westbahnhof, die Räumlichkeiten dort waren schlichtweg zu klein. Nun gibt's in der neuen Location acht Plätze mehr für Junge, die Hilfe brauchen.

Der Standort wurde übrigens nicht zufällig gewählt: "Eine sinnvolle Alternative zum Herumhängen in diversen Einkaufstempeln" soll a_way außerdem bieten, so Johannes Köhler vom zuständigen Jugendreferat der Stadt bei der Eröffnung.

Duschen, Wäsche waschen, essen

In der neuen Jugendnotschlafstelle können jetzt zehn 14- bis 20-Jährige nächtigen, bleiben dürfen sie bis zu drei Monate. Untergebracht sind sie in Zwei- und Dreibettzimmern, teilweise mit Stockbetten, die Wände sind bunt und mit Graffitis verziert. Für akute Krisenfälle in der Nacht gibt's außerdem zwei Notbetten.

Die Jugendlichen können anonym und ohne Anmeldung ins a_way kommen. Sie haben dort die Möglichkeit, zu duschen, Wäsche zu waschen und bekommen auch Essen sowie Kleidung. Die insgesamt 14 Sozialarbeiter vor Ort bieten außerdem Beratung bei akuten Problemlagen, etwa bei der Vermittlung zu weiterführenden Angeboten wie Drogenberatungsstellen, dem AMS, psychosozialer Betreuung, aber auch Hilfe bei der Suche nach Arbeits- und Schlafplätzen.

"Wir haben fast 20 Einrichtung der Caritas in unserem Bezirk und stolz, dass diese Kooperation so gut verläuft. Und jungen Menschen helfen zu können – da geht einem ja überhaupt das Herz auf", so Ottakrings Bezirksvorsteher Franz Prokop bei der Eröffnung.
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